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19.12.2012
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Premiere in Manhattan

Scarlett auf dem Dach

DPA

Auf diesen Auftritt hatten Musicalfans lange gewartet: Scarlett Johansson hat als Maggie in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" am Broadway Premiere gefeiert. Das Publikum bejubelte die Schauspielerin und ihre Kollegen - auch wenn nicht jeder alles verstanden hatte.

New York - Blutjung und atemberaubend schön hatte Elizabeth Taylor, die große Dame Hollywoods, 1958 die Maggie in Tennessee Williams' Südstaaten-Drama "Die Katze auf dem heißen Blechdach" gespielt und war mit der Rolle endgültig zum Star geworden.

Am Dienstagabend feierte der Theater-Klassiker wieder einmal Premiere am New Yorker Broadway - und diesmal stand Schauspielerin Scarlett Johansson als Maggie auf der Bühne. Mehr als 1300 Zuschauer waren zur Premiere ins Richard Rodgers Theatre gekommen und feierten das rund dreistündige Stück mit Jubel und minutenlangem Applaus.

Die Erwartungen an die 28-Jährige waren hoch: Für ihre erste Broadway-Rolle in dem Arthur-Miller-Stück "Blick von der Brücke" hatte sie 2010 prompt einen der begehrten Tony-Awards bekommen. Und die Werbung für "Die Katze auf dem heißen Blechdach" basierte zu großen Teilen auf der Popularität der Hollywood-Schauspielerin, die lasziv auf Plakaten und Programmheften posiert.

Der Erfolgsdruck ist aber auch deshalb hoch, weil Johansson eine stolze Gage kassiert: Nach einem "Bloomberg"-Bericht erhält sie 40.000 Dollar. Pro Woche. Das Grundeinkommen von Broadway-Darstellern liegt demnach normalerweise bei 1754 Dollar pro Woche.

Mit der Limousine in die Nacht

Gleich im ersten Teil des Stücks muss Johansson, die für ihre Rollen in Filmen wie "Lost in Translation" oder "Match Point" bereits viermal für einen Golden Globe nominiert war, dann auch alles geben. Eine Stunde lang hält sie als Maggie eine Art Monolog, unterbrochen nur hin und wieder von ihrem alkoholkranken Ehemann Brick (Benjamin Walker). Die in New York geborene Johansson sprach dabei mit so perfekt poliertem, schwer verständlichen Südstaatenakzent, dass sogar einige Amerikaner im Publikum fragend schauten.

Johansson zeichnet die Maggie, die nicht ganz unschuldig miterlebt, wie die reiche Familie ihres alkoholkranken Mannes an Verlogenheit und Habgier zerbricht, als verzweifelt, aber gleichzeitig auch als kraftvoll und sexy.

Nach der Vorstellung schrieb Johansson - mit schwarzem Mantel und blauer Wollmütze gegen die kühle New Yorker Dezembernacht geschützt - noch fleißig Autogramme und posierte für Fotos mit Fans, die am Bühnenausgang auf sie gewartet hatten. Dann warf sie ein letztes strahlendes Lächeln in die Runde und verschwand in einer schwarzen Limousine.

Sie habe es kaum erwarten können, an den Broadway zurückzukehren, hatte sie bereits im Vorfeld gesagt. "Ich habe in den vergangenen zwei Jahren immer im Publikum gesessen, und es hat mir so sehr gefehlt, auf der Bühne zu stehen."

Christina Horsten, dpa/bim

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