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04.01.2013
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Brigitte Bardot

Lieber in Russland als auf dem Elefantenfriedhof

AFP

Filmdiva Bardot (Archivfoto): Streitbare Tierschützerin

Frankreich ist nur noch ein Tierfriedhof - das sagt zumindest Brigitte Bardot. Die Filmdiva und Tierschützerin will zwei an Tuberkulose erkrankte Elefanten vor der Einschläferung bewahren. Sollten die Tiere sterben, werde sie einen russischen Pass beantragen, so Bardot.

Paris - Die russische Staatsbürgerschaft scheint bei alternden französischen Promis gerade hoch im Kurs zu stehen. Brigitte Bardot hat angekündigt, einen russischen Pass zu beantragen, sollten zwei erkrankte Elefanten in einem Zoo in Lyon wie geplant eingeschläfert werden. Sie werde "aus diesem Land fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist", schrieb Bardot in einer Mitteilung ihrer Tierschutzorganisation. Die Filmlegende hatte am Mittwoch bereits den französischen Präsidenten François Hollande darum gebeten, die "unschuldigen Tiere" zu begnadigen.

Die Ankündigung der 78-Jährigen ist eine Anspielung auf die Steuerflucht von Gérard Depardieu, der am Donnerstag von Russlands Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Der Fall der beiden Elefanten ist in Frankreich ein großes Thema. Die Tiere mit den Namen Baby und Népal sind an Tuberkulose erkrankt. Da die Behörden befürchten, dass die Elefanten andere Tiere oder sogar Menschen anstecken könnten, haben sie die Einschläferung angeordnet. Die Elefanten leben seit 1999 im Lyoner Zoo.

Dagegen hatte Zirkusdirektor Gilbert Edelstein protestiert. Er hat unter anderem ein Gnadengesuch bei Frankreichs Präsident Hollande gestellt und die Justiz eingeschaltet. Edelsteins Anwälte reichten beim Staatsrat, dem obersten französischen Verwaltungsgericht, sogar einen Antrag ein, um die Einschläferung der beiden 42 Jahre alten Elefanten zu verhindern. Bardots Tierschutzorganisation hat sich Edelsteins Kampf angeschlossen.

Die Filmlegende setzt sich seit Jahrzehnten für den Tierschutz ein, sorgt mit ihren radikalen Ansichten aber immer wieder für Aufsehen. So zog sie beispielsweise schon über Muslime, Schwule und Obdachlose her und wurde wegen Volksverhetzung verurteilt. Bardot scheint desweiteren Sympathie für Putin zu hegen. Ende 2011 bezeichnete sie den damaligen russischen Ministerpräsidenten als ihren Lieblingsregierungschef. Kurz zuvor hatte er den Handel mit Robbenfellen aus Grönland untersagt.

max/AFP

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