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09.01.2013
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Schauspieler-Familie

Tochter wirft Klaus Kinski jahrelangen Missbrauch vor

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DPA

"Er hat sich einfach genommen, was er wollte": In einem Interview berichtet Pola Kinski, sie sei von ihrem Vater Klaus Kinski jahrelang sexuell missbraucht worden.

Hamburg - Die älteste Tochter des 1991 verstorbenen deutschen Schauspielers Klaus Kinski erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Er habe sie vom 5. bis zum 19. Lebensjahr sexuell missbraucht, sagte Pola Kinski dem "Stern". "Er hat sich über alles hinweggesetzt. Auch darüber, dass ich mich oft gewehrt habe und gesagt habe: 'Ich will nicht.' Das war ihm egal. Er hat sich einfach genommen, was er wollte", sagte Kinski.

Sie habe ihre ganze Kindheit über mit einem permanenten Gefühl von Angst vor den Ausbrüchen ihres Vaters gelebt. Als Schauspieler habe sie ihn niemals sehen können: "Wenn ich ihn in Filmen gesehen habe, fand ich immer, dass er genauso ist wie zu Hause." Ihr Urteil über den Vater: "Missbraucht hat er eigentlich alle Menschen. Er hat andere Menschen nie respektiert."

Klaus Kinski war einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, er war als genialer Wüterich und exzentrischer Mime verschrien. Der Mann mit dem stechenden Blick war ein gefürchteter Interviewpartner und für seine Ausfälle ebenso berühmt wie für seine Schauspielkunst ("Fitzcarraldo", "Nosferatu"). Pola ist die älteste Tochter von Klaus Kinski aus dessen erster Ehe mit der Sängerin Gislinde Kühbeck. Aus zwei späteren Ehen stammen Tochter Nastassja und Sohn Nicolai.

Die heute 60-jährige Pola Kinski ist ebenfalls Schauspielerin. Sie trat schon als junges Mädchen am Theater und in Fernsehproduktionen auf und studierte an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Pola Kinski hat über ihre zerstörte Kindheit und Jugend ein Buch geschrieben, das in Kürze erscheint ("Kindermund", Suhrkamp). Sie habe es auch geschrieben, um sich gegen die allgegenwärtige Kinski-Vergötterung zu wenden, sagte sie dem "Stern". "Ich konnte es nicht mehr hören: 'Dein Vater! Toll! Genie! Ich habe ihn immer gern gemocht!'", so Kinski. Seit er tot ist, werde diese Vergötterung immer schlimmer.

hut

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