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30.01.2013
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Finanzskandal

Juan Carlos' Schwiegersohn muss Millionenkaution hinterlegen

REUTERS

Er ist der Schwiegersohn von Spaniens König Juan Carlos - und soll Steuergeld in Millionenhöhe unterschlagen haben: Iñaki Urdangarin gerät in der Finanzaffäre zunehmend in Bedrängnis. Der frühere Handball-Star muss vor Gericht eine Millionensumme als Sicherheit bereitstellen.

Palma de Mallorca - Es wird eng für Iñaki Urdangarin: Der Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos muss wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in eine Finanzaffäre eine Kaution vor Gericht hinterlegen. Ein Ermittlungsrichter ordnete in Palma de Mallorca an, dass der Ehemann der Königstochter Cristina und dessen früherer Geschäftspartner Diego Torres eine Summe von insgesamt 8,1 Millionen Euro beibringen müssen. Das Geld soll für den Fall einer Verurteilung die zivilrechtliche Haftung abdecken.

Der Richter setzte den beiden Beschuldigten eine Frist von fünf Tagen. Er drohte dem früheren Handball-Star und Torres an, Vermögenswerte beschlagnahmen zu lassen, wenn die Summe nicht rechtzeitig hinterlegt werde. Der Richter folgte mit der Entscheidung einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Er legte aber nicht fest, welchen Anteil die beiden Verdächtigen jeweils aufbringen müssen. der 45-jährige Urdangarin und Torres stehen im Verdacht, als Chefs einer gemeinnützigen Stiftung Millionensummen an Steuergeld unterschlagen zu haben.

Der vor mehr als einem Jahr aufgedeckte Skandal bedeutete für das Ansehen des Königshauses einen herben Rückschlag. König Juan Carlos entschied, dass Cristina und ihr Mann bis auf weiteres keine offiziellen Termine mehr für das Königshaus wahrnehmen.

Der Richter auf Mallorca weitete seine Ermittlungen kürzlich auf den Sekretär der Königstöchter Elena und Cristina aus, der ebenfalls in die Affäre verwickelt sein soll. In der Öffentlichkeit wurde wiederholt die Forderung erhoben, auch die Infantin Cristina zu einer Beschuldigten zu erklären. Die 47-jährige Herzogin von Palma hatte mit ihrem Mann eine in den Skandal verwickelte Firma geleitet.

Der Stadtrat von Palma beschloss aufgrund der Affäre, die Straße "Rambla de los Duques de Palma" (Allee der Herzöge von Palma) in "Rambla" umzubenennen. Cristina und Urdangarin hatten bei ihrer Hochzeit vom König den Titel "Herzog von Palma" verliehen bekommen. Die Stadt begründete ihre Entscheidung mit der "Empörung in der Bevölkerung" über den Skandal.

wit/dpa

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