Schrift:
Ansicht Home:
Panorama

Katrin Sass über Rechtsextreme

"Für mich ist das echter Horror"

Die Sorge vor einem Rechtsruck beschäftigt auch Prominente. "Weissensee"-Star Katrin Sass macht das Thema Angst, wie sie nun in einem Interview sagte - mit ziemlich deutlichen Worten.

DPA
Freitag, 07.12.2018   11:54 Uhr

Seit Monaten diskutieren viele Menschen in Deutschland über rechte Gewalt - vor allem nach den Ausschreitungen in Chemnitz. Das Thema beschäftigt auch Prominente wie die Schauspielerin Katrin Sass. Die 62-Jährige, bekannt unter anderem aus der TV-Serie "Weissensee", spielt in der neuen Netflix-Serie "Dogs of Berlin" selbst eine Frau aus der rechtsextremen Szene.

Ihr mache das Thema Rechtsradikalismus Angst, gestand sie nun am Rande der Serienpremiere in Berlin. "Dass jemand vor laufender Kamera mit ausgestrecktem Arm durch die Stadt läuft, ist für mich ein echter Horror", sagte Sass.

Die Schauspielerin spielte damit offenbar auf die Vorkommnisse in Chemnitz an. In der sächsischen Großstadt waren Ende August nach dem Mord eines Deutschkubaners - tatverdächtig waren zwei Migranten - Tausende Menschen auf die Straße gegangen, darunter viele Rechtsextremisten. Wenig später nahmen Ermittler in der Stadt acht mutmaßliche Rechtsterroristen fest (mehr darüber erfahren Sie hier).

Fotostrecke

TV-Star Katrin Sass: "Mir wird auch ziemlich schlecht"

"Mir wird auch ziemlich schlecht, wenn ich daran denke, wie jung diese Leute sind", sagte Sass - und spielte damit offenbar auf die rechtsextremen Demonstranten in Chemnitz an.

Ähnlich äußerte sich Christian Alvart, der bei "Dogs of Berlin" die Regie führte. "Ich lebe seit 20 Jahren in Berlin und mache mir aufgrund der Entwicklung schon Sorgen", sagte er mit Blick auf seine afghanische Frau und die gemeinsamen Kinder. "Wir sind auch deshalb von der Mitte Berlins in ein Haus an den Rand von Berlin gezogen."

Den Umzug plante Alvart demzufolge akribisch, gerade auch mit Blick auf die politische Lage: Vorher habe er geschaut, "wie da gewählt wird, wie hoch da der AfD-Anteil ist und so weiter". Er habe seinen Kindern so ersparen wollen, diskriminiert zu werden.

mxw/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP