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Panorama

Sängerwettstreit in Essen/Mülheim

Feldlerche soll wegen Ed Sheeran umziehen

Er muss Platz für einen Promi machen: Ein seltener Vogel soll am Flughafen Essen/Mülheim umgesiedelt werden - damit Ed Sheeran dort singen kann.

DPA

Ed Sheeran

Freitag, 02.03.2018   10:45 Uhr

Wenn sich große Stars zum Besuch ankündigen, darf das Anwohnern schon mal einige Zugeständnisse abverlangen. So sehen Behörden das öfter - aber im Ruhrgebiet sorgt so ein Fall gerade für besonderen Streit. Denn in diesem Fall ist ein seltener Vogel betroffen. Die Feldlerche soll einem größeren Sänger weichen: Ed Sheeran.

Einem von der Stadt Essen genehmigten Artenschutzkonzept zufolge soll die im Gras brütende Feldlerche bis zum Sommer nicht mehr auf dem Flughafen Essen/Mülheim vorübergehend trällern, sondern ihre Nistplätze dort räumen. Sie soll Platz machen für den britischen Sänger, der auf dem Gelände am 22. Juli ein Konzert geben will, das bereits ausverkauft ist. 80.000 Besucher werden erwartet.

Mit der Umsiedlungsaktion des Vogels werde bereits im März begonnen, sagte eine Sprecherin der Stadt Essen. Unter Aufsicht der zuständigen Umweltbehörden sollen auf Kosten des Veranstalters zunächst sogenannte Ausgleichsflächen in der Nähe des bisherigen Brutgebiets angelegt werden. Dort wolle man mit eigens angelegten Gras- und Blühflachen vorübergehend einen neuen Rückzugsraum für den braun-beigen Vogel schaffen.

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Feldlerche

Ziel sei, die Feldlerche dazu zu bewegen, ihr bisheriges Brutrevier auf dem Flughafengelände aufzugeben. Während der ersten Brutperiode im Frühjahr könnten die Vögel noch zwischen den beiden Brutgebieten wechseln. Vor dem geplanten Konzert werde dann die Fläche auf dem Veranstaltungsgelände kurz gemäht, sodass dem Vogel dann dort die Rückzugsmöglichkeiten fehlten.

Vogel soll aus "rein ökonomischen Gründen" verscheucht werden

Naturschützer sind empört. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisiert, die Veranstalter wollten eine gefährdete Vogelart aus "rein ökonomischen Gründen" verscheuchen. Die Konzertpläne müssten aufgegeben werden. Der Bestand des seltenen Feldvogels befinde sich seit einigen Jahren "im freien Fall", sagte Elke Brandt vom NABU Essen/Mülheim.

Von der Aktion sind nach ihrer Einschätzung etwa acht bis neun Brutpaare betroffen. Angesichts einer ungebremsten Zerstörung der Brutlebensräume zählten Flughäfen noch zu den weniger werdenden Rückzugsräumen der Bodenbrüter. "Ein Umzug kann nicht erfolgreich sein", sagte Brandt.

Die Stadt Essen dagegen betont: Mit dem vom Veranstalter vorgelegten Artenschutzkonzept habe die geplante Großveranstaltung ohnehin nur die erste Hürde genommen. Es müssten auch noch ein Verkehrs- und ein Sicherheitskonzept genehmigt werden.

Der Veranstalter gibt sich zuversichtlich, dass am Ende alles rechtzeitig klappt. Das sei ein laufender Prozess, sagte ein Sprecher von FKP Scorpio. Alle fünf deutschen Konzerte des Sängers im Rahmen seiner aktuellen Tournee seien bereits nach kurzer Zeit ausverkauft gewesen. Neben Essen sind Auftritte in München, Berlin und Hamburg geplant.

fok/dpa

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