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Panorama

Rapper besucht US-Präsident

Trumps West-Bindung

"Ich liebe diesen Kerl": Von den vielen merkwürdigen Auftritten im Weißen Haus unter Donald Trump war das einer der merkwürdigsten. Kanye West huldigt dem US-Präsidenten - und spekuliert darüber, sein Nachfolger zu werden.

MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Donnerstag, 11.10.2018   21:06 Uhr

Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Rapper Kanye West einen denkwürdigen Auftritt im Weißen Haus hingelegt. Trump hatte West am Donnerstag zu einem Mittagessen eingeladen. Vorher kamen sie im Oval Office zusammen.

West setzte dort zu einem überlangen Monolog an, in dem er in rasantem Tempo von einem zum anderen Thema sprang: von Verbrechen in Chicago, Industrie und Jobs, über Medikamente und eigene psychische Probleme hin zu Verfassung, Gefängnisreform und seinem Dasein ohne echte Vaterfigur. Immer wieder lobte er Trump in den höchsten Tönen und trug auch eine rote Baseball-Mütze mit dessen Wahlkampf-Slogan: "Make America Great Again."

West sagte, Freunde hätten ihn bedrängt, die Trump-Mütze nicht aufzusetzen, doch sie gebe ihm Kraft. "Als ich diese Mütze aufgesetzt habe, habe ich mich wie Superman gefühlt." Zwischendurch sprang West mehrfach von seinem Stuhl auf, zückte einmal auch sein Handy und zeigte das Foto eines futuristisches Flugzeuges: "In so etwas sollte unser Präsident fliegen", rief er in den Raum.

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Donald Trump und Kanye West: Skurriler Auftritt im Weißen Haus

"Wenn er nicht gut aussieht, dann sehen wir nicht gut aus." Zum Schluss lief West um Trumps Schreibtisch herum, umarmte den Präsidenten und sagte: "Ich liebe diesen Kerl."

"Das war ein Erlebnis", sagte der nahezu sprachlose US-Präsident nach Wests Monolog. "Das kam von Herzen, ich habe es nur kanalisiert", antwortete der Rapper. Der Präsident habe wohl nicht erwartet, "von so einem verrückten Scheißkerl wie Kanye West" unterstützt zu werden, sagte er, während Trumps Mitarbeiter nach Luft schnappten.

West, dessen Unterstützung für Trump untypisch für die eher linksgerichtete US-Unterhaltungsindustrie ist, deutete sogar an, er könne selber Präsident werden - allerdings erst nach einer zweiten Amtszeit Trumps im Jahr 2024.

tin/dpa/AFP

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