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Panorama

71 Menschen an Bord

Passagiermaschine nahe Moskau abgestürzt

Ein Flugzeug der Gesellschaft Saratov Airlines ist in Russland kurz nach dem Start in der Region Moskau abgestürzt. An Bord der Maschine waren 71 Menschen.

Foto: REUTERS
Sonntag, 11.02.2018   13:42 Uhr

Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr als 70 Menschen an Bord ist nach Angaben des russischen Zivilschutzes abgestürzt. Es seien Teile der Maschine vom Typ An-148 nahe der russischen Hauptstadt Moskau gefunden worden, teilte die Behörde der Agentur Tass zufolge am Sonntag mit. "Trümmer sind gefunden worden, es gibt keine Überlebenden", berichtete die Agentur unter Berufung auf Mitarbeiter des Katastrophenschutzes.

Die Maschine der Fluggesellschaft Saratov Airlines vom Typ Antonow An-148 war weniger als zehn Minuten nach dem Start vom Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden. Die Maschine ist nach verschiedenen Berichten in der Region Ramenskij nahe des Dorfes Stepanowskoje im Südosten Moskaus abgestürzt. Das Flugzeug war demnach unterwegs in die russische Stadt Orsk im Ural nahe der Grenze zu Kasachstan.

An Bord der Maschine waren 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, hieß es aus Behördenkreisen. Die Airline sprach den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus.

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Saratov-Unglück: Absturz bei Moskau

Präsident Wladimir Putin setzte eine Kommission zur Untersuchung des Absturzes ein, meldete das Staatsfernsehen. Der Chef des Ermittlungskomitees Russlands, Alexander Bastrykin, hat die Untersuchungen aufgenommen und ist auf dem Weg zum Absturzort.

In Orsk soll - wie in Moskau - ein Katastrophenstab am Flughafen arbeiten. Wie eine Reporterin des Portals "Ural56.ru" berichtete, hat die Leitung des Flughafens bisher den Angehörigen keine Informationen gegeben.

Die Fluglinie Saratov Airlines hatte die Maschine mit der Registriernummer RA-61704 im Jahr 2017 gekauft. Vorher war sie für die Fluglinie Rossija seit 2010 im Einsatz gewesen.

Der Grund für den Absturz ist unklar. In der Region, in der das Flugzeug zu Boden ging, schneit es, die Temperaturen liegen bei rund minus fünf Grad. Augenzeugen berichteten der russischen Nachrichtenagentur Interfax, dass das Flugzeug bereits brannte, als es auf den Boden stürzte. Der Staatssender Rossija 24 zeigte Rettungskräfte, auf einem schneebedeckten Feld.

Flugzeugabstürze sind in Russland keine Seltenheit, was auch an maroder Ausstattung und schlechter Wartung in den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 liegt. Obwohl sich die Sicherheitssituation im Flugverkehr in den vergangenen Jahren verbessert hat, gab es seit 2010 mindestens vier schwere Unglücke ziviler Verkehrsmaschinen mit zusammen mehr als 240 Todesopfern.

Tweet des Flugtrackers Flightradar24 zeigt Weg der Maschine

Der letzte Absturz ereignete sich im März 2016. Damals stürzte eine Boeing 737-800 aus Dubai bei Sturm auf den Flughafen der Millionenstadt Rostow am Don. Die Maschine des Billigfliegers FlyDubai zerschellte in einem Feuerball. Alle 62 Menschen an Bord starben.

Zweieinhalb Jahre zuvor war eine Boeing 737-500 beim Anflug auf die russische Stadt Kasan hart auf der Landebahn aufgeschlagen und in Flammen aufgegangen. Es gab keine Überlebenden, 50 Menschen starben.

yes/heb/lgr/dpa/Reuters

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