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Panorama

Schneehöhen-Animation

Drei Meter Neuschnee in zwölf Tagen

Der Schnee türmt sich in Süddeutschland und Österreich - und am Wochenende soll es nochmals kräftig schneien. Eine Animation zeigt, wie rasant die Schneedecke in den Ostalpen in den vergangenen Tagen gewachsen ist.

SPIEGEL ONLINE/ZAMG

Schneehöhen am 31. Dezember

Von und
Samstag, 12.01.2019   09:26 Uhr

Es begann am Tag vor Silvester. Vom Nordwesten strömte immer wieder feuchte Luft an die Nordkante der Alpen, die Wolken entluden sich. Hundert Zentimeter Neuschnee binnen ein, zwei Tagen waren keine Seltenheit. Höhergelegene Orte in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich versanken unter einer meterhohen Schicht. Teils musste das Militär mit Spezialgerät ausrücken, um abgeschnittene Ortschaften zu versorgen.

Insgesamt zehn Schneefallfronten in nur zwölf Tagen haben die Experten des österreichischen Wetterdienstes ZAMG gezählt. Grund ist die seit dem 30. Dezember bis heute bestehende Nordstaulage, sagt der ZAMG-Klimaforscher Marc Olefs. "Bei dieser Wetterlage werden feucht-kalte Luftmassen mit starkem Höhenwind gegen die Alpen geführt." Besonders stark betroffen waren Regionen in Baden-Württemberg und Bayern sowie in Österreich der Bereich von Arlberg über den Dachstein bis zu Salzkammergut und Hochschwabgebiet.

"Sehr extreme Werte"

Wie rasant die Schneehöhen in nur zwölf Tagen gestiegen sind, zeigen ZAMG-Daten. Die Meteorologen können aus Messungen von Niederschlag, Lufttemperatur und -feuchte quasi für jeden Punkt im Ostalpenraum die Schneehöhe berechnen. Das Modell berücksichtigt auch Effekte wie Regen, der den Schnee zusammensinken lässt, oder die Schmelze der Schneedecke durch steigende Temperaturen.

Folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Schneehöhe vom 30. Dezember bis zum 11. Januar. Die Berechnungen umfassen neben Österreich auch Bayern, Norditalien und Teile der Schweiz.

SPIEGEL ONLINE / ZAMG

Legende: Am 30. Dezember betrug die Schneehöhe im Voralpenland null bis zehn Zentimeter - visualisiert mit den Farben Gelb bis Hellgrün. Auch die großen Alpentäler waren noch weitgehend schneefrei. Zwölf Tage später liegt fast flächendeckend Schnee, in den Bergen türmt er sich mehrere Meter hoch (Farbe Blau).

"Betrachtet man die Neuschneesumme der letzten Tage, haben einige Regionen bereits sehr extreme Werte erreicht", sagt ZAMG-Experte Olefs. So seien zum Beispiel in Hochfilzen innerhalb von zehn Tagen 311 Zentimeter Neuschnee gefallen, in Bad Mitterndorf rund 280 Zentimeter, in Seefeld 208 Zentimeter, in der Ramsau am Dachstein und in Lofer rund 170 Zentimeter. Solche Schneemengen gebe es oberhalb von etwa 800 Meter Seehöhe nur alle 30 bis 100 Jahre.

Auf vielen Bergen, etwa in Salzburg, liegt der Schnee jetzt schon so hoch wie sonst erst Ende Januar und Anfang Februar, teilte das ZAMG mit. Die Schneedecke auf Bergen nehme typischerweise im Laufe der Wintermonate zu und erreiche erst zum Ende des Winters ihr Maximum.

Fotostrecke

Heftiges Winterwetter: Schnee, Schnee, Schnee

Viel Schnee bedeutet nicht nur ein hohes Lawinenrisiko, auch Häuser und Bäume sind wegen der hohen Last gefährdet. Und die Situation könnte sich am Wochenende noch weiter verschärfen. Für das Wochenende haben der Deutsche Wetterdienst DWD und die Österreichischen Kollegen vom ZAMG bis zu einen Meter Neuschnee vorhergesagt. "Das mag man sich nicht ausmalen, was da noch alles passieren kann", sagte Guido Wolz, Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Zumindest die Lawinengefahr ist am Freitag in weiten Teilen Österreichs leicht gesunken. In den am stärksten von den Schneefällen betroffenen Gebieten galt zumeist die zweithöchste Warnstufe vier. Am Donnerstag war es vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe fünf.

Skifahrer und Tourengeher werden ausdrücklich davor gewarnt, gesicherte Pisten zu verlassen. "Der Schneedeckenaufbau ist extrem labil, und Lawinen können ganz leicht ausgelöst werden", sagte Michael Butschek vom Lawinenwarndienst Salzburg einer Mitteilung zufolge. "Wir raten dringend von Fahrten im freien Gelände ab."

Mit Material von dpa

insgesamt 7 Beiträge
Timothy Martin 12.01.2019
1. Wieviel
Wasser wird da bei der Schneeschmelze frei? Mir scheinen Schnee und Lawinengefahr eher ein 'kleines' Problem angesichts des zu erwartenden Hochwassers.
Wasser wird da bei der Schneeschmelze frei? Mir scheinen Schnee und Lawinengefahr eher ein 'kleines' Problem angesichts des zu erwartenden Hochwassers.
axelmueller1976 12.01.2019
2. Was soll das Gejammere
Als Ski-Fan habe ich in den 3 -Tälern in Frankreich und später in Saalbach -Hinterklemm schon Schneehöhen von 2 Metern in 6 Tagen erlebt.
Als Ski-Fan habe ich in den 3 -Tälern in Frankreich und später in Saalbach -Hinterklemm schon Schneehöhen von 2 Metern in 6 Tagen erlebt.
viceman 12.01.2019
3. ob es dieses Jahr genauso
ist? normalerweise sagt man, viel Schnee = wenig wasser. aber da es nicht richtig kalt ist und der schnee nass, muss das nicht stimmen...
ist? normalerweise sagt man, viel Schnee = wenig wasser. aber da es nicht richtig kalt ist und der schnee nass, muss das nicht stimmen...
christian0061 12.01.2019
4. Winter
Huch, es schneit! Und das mitten im Winter! Komisch? Deutet das auf Klimawandel hin? Vielleicht diesmal zu wenig CO2 ?
Huch, es schneit! Und das mitten im Winter! Komisch? Deutet das auf Klimawandel hin? Vielleicht diesmal zu wenig CO2 ?
cat69 12.01.2019
5. Viel Schnee im Winter
Was für tolle Nachrichten die uns nun seit Tagen als Katastrophe verkauft werden.
Was für tolle Nachrichten die uns nun seit Tagen als Katastrophe verkauft werden.

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