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Panorama

Wetter in Bayern

Noch mehr Schnee - neue Unwetterfront zieht auf

Aktuell lassen die Schneefälle in Bayern etwas nach. Doch die Pause ist kurz: In der Nacht zu Sonntag rechnen Meteorologen mit dem nächsten Unwetter - und bedrohlichen Folgen.

DPA
Freitag, 11.01.2019   11:10 Uhr

Bayern muss sich auf die nächste Unwetterlage gefasst machen: Laut Vorhersagen sollen die Schneefälle zwar vorübergehend etwas nachlassen. Doch in der Nacht zum Sonntag komme eine sehr komplexe Wetterlage auf den Freistaat zu, sagte Guido Wolz, Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Massive Tiefausläufer bringen der Prognose zufolge kräftigen Schneefall in den Alpenraum und den Bayerischen Wald. Im Tagesverlauf könne die Schneefallgrenze auf 1200 Meter steigen, darunter dürfte es regnen.

Die Schneedecke werde durch den Regen zwar geringer, sagte Wolz. Aber die Gefahr wegen Schneemassen auf Dächern werde steigen. "Wenn es da reinregnet, wird das Gewicht noch mal erheblich zunehmen. Das könnte recht brenzlig werden."

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Heftiges Winterwetter: Schnee, Schnee, Schnee

Insgesamt könnte in höheren Lagen stellenweise mehr als ein Meter Neuschnee hinzukommen. "Das mag man sich nicht ausmalen, was da noch alles passieren kann", sagte Wolz. Vor allem die Schneebruchgefahr werde in Höhenlagen extrem zunehmen.

Zur Einordnung: Derzeit liegen auf 1500 Metern zwischen anderthalb und zweieinhalb Meter Schnee. Im Fichtelgebirge seien es 30 Zentimeter, im Bayerischen Wald 70, sagte Wolz. Im Alpenvorland auf Höhe von München bis zum Inn seien es 10 bis 30 Zentimeter, im Süden der Landeshauptstadt doppelt so viel.

Zumindest die Lawinengefahr ist in weiten Teilen der bayerischen Alpen nach Einschätzung von Experten gesunken. Für Freitag stufte der Lawinenwarndienst die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr, also Warnstufe drei."

Im Video: Bundeswehr hilft beim Winterdienst

Foto: DPA

Auch in weiten Teilen Österreichs ist die Lawinengefahr leicht gesunken. In den am stärksten vom enormen Schneefall der vergangenen Tage betroffenen Gebieten galt am Freitag zumeist die zweithöchste Warnstufe vier, wie die Warndienste mitteilten. Am Donnerstag war vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe fünf in Kraft gewesen.

Im freien Gelände bleibt es aber dennoch äußerst gefährlich, wie unter anderem das Land Salzburg deutlich machte. "Der Schneedeckenaufbau ist extrem labil, und Lawinen können ganz leicht ausgelöst werden", sagte Michael Butschek vom Lawinenwarndienst Salzburg laut Mitteilung. "Wir raten dringend von Fahrten im freien Gelände ab."

Die kurze Schönwetterphase wollen die Einsatzkräfte vielerorts für Erkundungsflüge mit Hubschraubern nutzen, um unter anderem kontrollierte Lawinensprengungen vorzubereiten. Dafür stellten nicht zuletzt das österreichische Bundesheer und das Innenministerium in Wien Helikopter zur Verfügung.

Noch unklar ist, wann der Zugverkehr in Süd- und Ostbayern wieder überall rollt. Weil die Bahn auf den verschneiten Strecken nicht mehr mit dem Räumen hinterherkommt, sind viele Verbindungen unterbrochen. Auch viele Straßen sind wegen der Schneemassen und umgestürzten Bäume gesperrt. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Helfer sind im Dauereinsatz, um einsturzgefährdete Dächer von den Schneelasten zu befreien.

Im Raum Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich sitzen Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen gesperrt sind. Am Donnerstag riefen die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall aus. Auch in den Landkreis Miesbach und Garmisch-Partenkirchen gilt der Katastrophenfall. Das Landratsamt übernehme die Koordination der verschiedenen Hilfs- und Rettungseinsätze, sagte ein Sprecher in Garmisch-Partenkirchen.

Das Landratsamt Traunstein will auch die Hilfe der Bundeswehr anfordern. Im Raum Miesbach und Berchtesgaden war die Bundeswehr bereits im Einsatz und räumte Dächer. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, des Heeres und des Sanitätsdienstes seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern mit. Sie könnten bei einer Verschlechterung der Lage jederzeit eingesetzt werden.

Die Bundeswehr hat ihre Hilfsmaßnahmen in den vergangenen Tagen stetig ausgeweitet. Mittlerweile sind mehr als 300 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Sie versorgen eingeschlossene Menschen, helfen beim Räumen von mit Schnee bedeckten Dächern und transportieren Hilfskräfte zu ihren Einsätzen.

Mit Blick auf das winterliche Wetter wurden an den Flughäfen München und Frankfurt jeweils rund hundert Flüge für Freitag gestrichen. Weil es stärker schneien und glatt werden sollte, sei in Frankfurt etwa jede zehnte Flugverbindung annulliert worden, sagte ein Sprecher.

wit/dpa

insgesamt 53 Beiträge
susuki 11.01.2019
1.
Keine Panik! Es ist Winter. Das weisse Zeug das runterkommt nennt man "Schnee". "Schnee" kann man nicht beherrschen, der kommt einfach! Nein, es gibt auch keine "App" gegen den [...]
Keine Panik! Es ist Winter. Das weisse Zeug das runterkommt nennt man "Schnee". "Schnee" kann man nicht beherrschen, der kommt einfach! Nein, es gibt auch keine "App" gegen den "Schnee"...
Ezechiel 11.01.2019
2. So ist es.
Die tollen Jacken von Wellenstein, Schöffel, Jack Wolfskin u.s.w., sind genau für dieses Wetter gedacht, und nicht für den Einkaufsbummel in der in der Fußgängerzone. Zieht die Dinger an und raus in den Schnee.
Zitat von susukiKeine Panik! Es ist Winter. Das weisse Zeug das runterkommt nennt man "Schnee". "Schnee" kann man nicht beherrschen, der kommt einfach! Nein, es gibt auch keine "App" gegen den "Schnee"...
Die tollen Jacken von Wellenstein, Schöffel, Jack Wolfskin u.s.w., sind genau für dieses Wetter gedacht, und nicht für den Einkaufsbummel in der in der Fußgängerzone. Zieht die Dinger an und raus in den Schnee.
sagichned 11.01.2019
3. Aufzeichnungen
Ist es der schneereichste oder der zweitschneereichste Winter seit dem Beginn der Aufzeichnungen?
Ist es der schneereichste oder der zweitschneereichste Winter seit dem Beginn der Aufzeichnungen?
Andraax 11.01.2019
4.
Ihr überheblicher Kommentar zeigt einen Mangel an Empathie gegenüber den Betroffenen. Hier vor Ort im Berchtesgadener Land und Salzburger Land machen sich die Menschen wirklich Sorgen, ob ihr Dachstuhl das Gewicht aushält, [...]
Zitat von susukiKeine Panik! Es ist Winter. Das weisse Zeug das runterkommt nennt man "Schnee". "Schnee" kann man nicht beherrschen, der kommt einfach! Nein, es gibt auch keine "App" gegen den "Schnee"...
Ihr überheblicher Kommentar zeigt einen Mangel an Empathie gegenüber den Betroffenen. Hier vor Ort im Berchtesgadener Land und Salzburger Land machen sich die Menschen wirklich Sorgen, ob ihr Dachstuhl das Gewicht aushält, sie vielleicht von umstürzenden Bäumen erschlagen werden, mit dem Auto irgendwo stecken bleiben oder von einer Lawine verrschüttet werden.
sponuser936 11.01.2019
5. Reisserischer Journalismus
Das Zeug, dass da runter kommt, ist keine Besonderheit, sondern gehört zur Jahreszeit. Die höchste Lawinenstufe gibt es nach Neuschnee recht oft für viele Gebiete in den Alpen und dass dieses komische weisse Zeug Auswirkungen [...]
Das Zeug, dass da runter kommt, ist keine Besonderheit, sondern gehört zur Jahreszeit. Die höchste Lawinenstufe gibt es nach Neuschnee recht oft für viele Gebiete in den Alpen und dass dieses komische weisse Zeug Auswirkungen auf den Verkehr hat, ist jetzt auch nicht wirklich neu. Unnötig reisserischer Journalismus, selbst wenn es um so was Ordinäres wie Schnee geht.

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