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Politik

Rohingya in Burma

Der vergessene Völkermord

Die Gewaltverbrechen des burmesischen Militärs an den Rohingya sorgen für Entsetzen. Dabei ist schon seit Jahren ein versteckter Genozid an der muslimischen Minderheit im Gange, wie eine Studie zeigt.

DPA
Von
Dienstag, 20.12.2016   16:33 Uhr

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in Burma brutal unterdrückt. Allein in den vergangenen Wochen sind mindestens 86 von ihnen wohl vom Militär erschossen worden. Soldaten sollen Frauen der Rohingya vergewaltigt und ganze Dörfer in Brand gesteckt haben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der burmesischen Armee am Montag vor, mit einer "äußerst harten und systematischen Gewaltkampagne" gegen die Volksgruppe vorzugehen.

Tatsächlich sind die Rohingya schon seit Jahren massiv bedroht - von Hunger, Infekten und Hygienemangel.

Das zeigt eine neue Studie der renommierten Harvard Medical School in Boston. Grundlage der Untersuchung sind Daten unterschiedlicher Hilfsorganisationen und Beobachter der EU und der USA. Die Wissenschaftler werfen der Regierung Burmas Völkermord oder zumindest eine ethnische Säuberung vor.

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Der Staat verweigert den teils schon seit Generationen in dem Land lebenden Muslimen die Staatsbürgerschaft, nationalistische Buddhisten bezeichnen sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch. Viele sind in heruntergekommenen Camps nahe der Grenze untergebracht. Seit Oktober hat sich die Lage noch einmal zugespitzt: Bei Angriffen auf Grenzposten wurden neun Polizisten ermordet, nach Angaben der Behörden von Muslimen. Danach begannen Beobachtern zufolge die Gewaltverbrechen des Militärs.

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Burma: Das Leid der Rohingya

Besonders gravierend aber ist, dass die Rohingya in Rakhine seitdem nicht mehr mit Hilfslieferungen versorgt werden; die Regierung hat das Gebiet abgeriegelt. Dabei leiden viele Rohingya unter massiver Mangelernährung, wie die Mediziner der Harvard-Studie feststellten. Hinzu kommen häufige Durchfallerkrankungen und andere Infektionen - und durch die harte Linie der Politik wird die medizinische Versorgung jetzt zusätzlich blockiert.

Hilfsorganisationen sprechen angesichts des Vorgehens des Militärs und der Regierung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nun erhöhen auch die Nachbarstaaten des südostasiatischen Landes den Druck. Am Montag traf sich Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi , die mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) die Regierung des Landes anführt, mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in Rangun.

Das Treffen soll wieder Bewegung in den Konflikt gebracht haben, der vorher vonseiten der burmesischen Regierung totgeschwiegen wurde. Der indonesische Außenminister Retno Marsudi sagte nach dem Treffen in Rangun, Suu Kyi habe zugesagt, Hilfsorganisationen wieder in die Rohingya-Gebiete in Rakhine vorzulassen. Ein konkretes Datum sei dafür aber nicht genannt worden.

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