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Politik

Syrien

IS zerstört weitere antike Bauten in Palmyra

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" ist zurück in Palmyra - und hat dort weitere antike Wahrzeichen zerstört, darunter Teile des römischen Theaters und das Tetrapylon.

REUTERS

Tetrapylon in Palmyra

Freitag, 20.01.2017   17:11 Uhr

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat nach der Rückeroberung von Palmyra weitere antike Stätten in der Stadt zerstört. Das berichten der Direktor der syrischen Altertumsbehörde, Maamoun Abdulkarim, und die unabhängige Initiative "Palmyra Monitor".

Unter anderem zerstörten die Dschihadisten das Tetrapylon, das die Kreuzung der beiden wichtigsten Straßen der Stadt markierte. Auf Satellitenbildern ist zu erkennen, dass zwölf der insgesamt 16 Säulen zerstört wurden - offenbar wurde das Bauwerk gesprengt. Das Tetrapylon von Palmyra galt als eines der schönsten, das die Römer je gebaut haben.

AFP

Tetrapylon vor der Zerstörung

Zudem beschädigten die IS-Terroristen die Bühnenwand des antiken Theaters in Palmyra, die sogenannte Scaenae frons. Auf einem Satellitenbild ist zu sehen, dass die Trümmer der Fassade auf der Bühne des Theaters liegen.

AFP

Römisches Theater in Palmyra

Nach Angaben von "Palmyra Monitor" müssen die Zerstörungen zwischen 26. Dezember und 10. Januar erfolgt sein - also nach der Rückeroberung des Ortes durch den IS. Die Terrormiliz hatte die Wüstenstadt Mitte Dezember vom Assad-Regime zurückerobert.

Der IS hatte Palmyra bereits von Mai 2015 bis März 2016 beherrscht. In dieser Zeit zerstörten sie die beiden größten Tempel im Ort: den Baalschamin-Tempel und den Baal-Tempel. Zudem sprengten sie das Hadrianstor. Außerdem enthaupteten die Terroristen Khaled Asaad, den Chef-Archäologen von Palmyra. Der Ort zählt zum Unesco-Weltkulturerbe.

REUTERS/ Russian Ministry of Defence

Konzert am 6. Mai

Im März 2016 eroberten Regierungstruppen mit Hilfe verbündeter Milizen und russischer Luftwaffe die Stadt zurück. Anfang Mai veranstaltete das russische Militär öffentlichkeitswirksam ein klassisches Konzert im Theater von Palmyra. Die Musiker spielten vor der Kulisse, die der IS nun zerstört hat.

syd/dpa/AP/Reuters

insgesamt 6 Beiträge
butzibart13 20.01.2017
1. Sie besetzen Leerräume
Die Barbaren sind wieder da. Sie betreiben die einzige Politik, die im Rahmen des Durcheinanders in dieser Region möglich ist, jedes Machtvakuum, das sich dort anbietet zu füllen und ihr destruktives Programm gnadenlos [...]
Die Barbaren sind wieder da. Sie betreiben die einzige Politik, die im Rahmen des Durcheinanders in dieser Region möglich ist, jedes Machtvakuum, das sich dort anbietet zu füllen und ihr destruktives Programm gnadenlos durchzuführen. Solange die Mächtigen dort, von Erdogan über Assad bis hin zu den Kurden, der irakischen Armee und weiteren Rebelleneinheiten sich untereinander bekriegen, wird der IS mit dieser Strategie in größerem Rahmen erfolgreich sein.
prinoset 20.01.2017
2. Amerika, Russland
die Türkei und viele andere große Nationen sind offensichtlich nicht in der Lage, trotz modernster Wehrtechnik, ein paar Terroristen zu schlagen. Das sollte uns vor Augen führen, wie wehrlos wir eigentlich sind. Das ist in [...]
die Türkei und viele andere große Nationen sind offensichtlich nicht in der Lage, trotz modernster Wehrtechnik, ein paar Terroristen zu schlagen. Das sollte uns vor Augen führen, wie wehrlos wir eigentlich sind. Das ist in Deutschland nun ja auch zutage getreten und schafft Verunsicherung.
kumi-ori 20.01.2017
3.
Nein, der ISIS ist am Ende. Das Zerstören einiger unwiederbringlicher Kulturschätze ist genausowenig ein militärischer "Erfolg" wie die Ermordung von wehrlosen Bewohnern (ein Märtyrer mag das anders sehen). Das [...]
Nein, der ISIS ist am Ende. Das Zerstören einiger unwiederbringlicher Kulturschätze ist genausowenig ein militärischer "Erfolg" wie die Ermordung von wehrlosen Bewohnern (ein Märtyrer mag das anders sehen). Das Kalifat schrumpft von außen nach innen, da hilft auch alles Wüten nichts. Die letzten Mini-Erfolge der Gotteskrieger finden gegen die Assad-Armee als den instabilsten Mitspieler in der Region statt. Aber die Angstgegner des ISIS sind die irakische Armee und ihre Verbündeten und SDF in Syrien
nimue15 20.01.2017
4. Da man so etwas ja nun kaum verstehen kann...
...versuche ich mal, es so simpel wie möglich auf den psychologischen Punkt zu bringen: IS: Wir ignorieren eine Vergangenheit, die nicht in unser islamistisches Weltbild passt. Dann ist sie einfach nicht mehr da. Höcke: Wir [...]
...versuche ich mal, es so simpel wie möglich auf den psychologischen Punkt zu bringen: IS: Wir ignorieren eine Vergangenheit, die nicht in unser islamistisches Weltbild passt. Dann ist sie einfach nicht mehr da. Höcke: Wir fordern eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" weil sie nicht in unser nationalistisches Weltbild passt. Ach, diese lästige Vergangenheit, die dem gloriosen Selbstbild schadet....
george_oberle 20.01.2017
5.
Wenn die Staatengemeinschaft nicht in der Lage ist, unersetzbare Kulturgüter vor ein paar barbarischen Terroristen zu schützen, hat die Kulturgeschichte ohnehin keine Chance auf ein Überleben.
Wenn die Staatengemeinschaft nicht in der Lage ist, unersetzbare Kulturgüter vor ein paar barbarischen Terroristen zu schützen, hat die Kulturgeschichte ohnehin keine Chance auf ein Überleben.
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