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Politik

Neue US-Bildungsministerin

Betsy DeVos schafft es nur mit Hilfe von Mike Pence

Fast wäre Donald Trumps Wunschkandidatin für das Bildungsministerium durchgefallen: Zwei republikanische Senatorinnen stimmten gegen Betsy DeVos. Dann griff Vizepräsident Mike Pence ein.

AP

Betsy DeVos

Mittwoch, 08.02.2017   09:49 Uhr

Schon vor ihrem Amtsantritt hat die neue US-Bildungsministerin Geschichte geschrieben. Betsy DeVos ist das bislang erste Kabinettsmitlied der Vereinigten Staaten, das allein dank einer Intervention des Vizepräsidenten beim Nominierungsvotum des Senats ins Amt kommt. Ihre Nominierung wurde im Senat knapp bestätigt - und zwar nur, weil Vizepräsident Mike Pence die entscheidende Stimme abgab.

Zuvor hatten 50 Senatoren für die Berufung von DeVos gestimmt und 50 dagegen. Damit oblag es Pence - der als Vizepräsident zugleich Präsident des Senats ist - einzuschreiten. Nach Angaben des Parlaments ist es das erste Mal in der Geschichte des Hauses, dass ein Vizepräsident zu dem letzten Mittel greifen musste.

Zwei republikanische Senatorinnen stellten sich auf die Seite der Demokraten und votierten gegen Trumps Wunschkandidatin. Susan Collins (Maine) und Lisa Murkowski (Alaska) hatten den Schritt bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Sie begründeten das damit, dass DeVos eine zu einseitige Haltung im Bezug auf das Bildungssystem habe und private Schulen den öffentlichen vorziehe.

DeVos (59) ist eine milliardenschwere Unternehmerin aus Michigan, die seit Jahren gegen die staatliche Finanzierung von Schulen kämpft. Sie verfügt über keinerlei praktische Erfahrung im Bildungswesen. Sie sitzt in zahlreichen Verbandsgremien, aber ihre politische Tätigkeit beschränkt sich darauf, dass sie Vorsitzende der Republikaner in ihrem Heimatbundesstaat war.

asa/dpa/AFP

insgesamt 8 Beiträge
midnightswim 07.02.2017
1. Ach das wird schon
denn soetwas nennt man Demokratie. Ist ja schließlich gewählt. Da kann Sie ja jetzt die staatlich finanzierte Schule abschaffen. Warum sollten auch reiche Menschen ein Interesse daran haben, dass alle Menschen eine faire Bildung [...]
denn soetwas nennt man Demokratie. Ist ja schließlich gewählt. Da kann Sie ja jetzt die staatlich finanzierte Schule abschaffen. Warum sollten auch reiche Menschen ein Interesse daran haben, dass alle Menschen eine faire Bildung bekommen. Dann steigen die ja vielleicht auf. Ne, das muss verhindert werden. Schade, dass selbst die Republikaner keine Kante mehr haben . 50 Stimmen für diese Frau, ich fass es nicht.
sefopo 07.02.2017
2. Die U.S.A fallen zurück
Das Rennen um die Spitzenpositionen in Forschung, Lehre und Innovationen findet nunmehr mit weiteren Erschwernissen für die Vereinigten Staaten statt. Die asiatischen Staaten werden davon noch vermehrt profitieren und wir in [...]
Das Rennen um die Spitzenpositionen in Forschung, Lehre und Innovationen findet nunmehr mit weiteren Erschwernissen für die Vereinigten Staaten statt. Die asiatischen Staaten werden davon noch vermehrt profitieren und wir in Europa müssen diese Gelegenheit ergreifen, uns ebenfalls in diesem Rennen zu verbessern - die Chancen standen nie besser.
mangeder 08.02.2017
3. Keine Kompetenz, aber 200 Millionen Schmiergelder
Watch this: https://www.youtube.com/watch?v=pvXJnukCFoo Diese Dame ist selbst für amerikanische Verhältnisse völlig inkompetent. Trump hat sie nur deshalb ausgewählt, weil sie eine befreundete Milliardärin ist, die rein [...]
Watch this: https://www.youtube.com/watch?v=pvXJnukCFoo Diese Dame ist selbst für amerikanische Verhältnisse völlig inkompetent. Trump hat sie nur deshalb ausgewählt, weil sie eine befreundete Milliardärin ist, die rein zufällig 200 Millionen an die Republikaner gespendet hat. Sie konnte keine einzige Fachfrage korrekt beantworten, hat keine Ahnung vom Bildungssystem und will dann auch noch staatliches Geld von öffentlichen Schulen auf Privatschulen umverteilen. Und zur Krönung befürwortet sie auch noch das Tragen von Waffen an Schulen! Als Begründung gibt sie ernsthat "mögliche Grizzlybären" an. Die Menscheit ist völlig verrückt geworden!
chinawoman 08.02.2017
4. Ist doch egal
was sie vorher gemacht hat. Von der Leyen kann Familie, Arbeit, Verteidigung... und ist nebenbei noch Dr. der Medizin. Gesundheit hat sie aber noch nicht gemacht. Und Frau Zypries als gelernte Juristin kann nicht nur [...]
was sie vorher gemacht hat. Von der Leyen kann Familie, Arbeit, Verteidigung... und ist nebenbei noch Dr. der Medizin. Gesundheit hat sie aber noch nicht gemacht. Und Frau Zypries als gelernte Juristin kann nicht nur Justizministerin sondern auch Wirtschaftsministerin. Und aktuell scheint in den USA die Dicke deines Sparbuchs wichtiger zu sein als fachliche Qualifikation...
Hermes75 08.02.2017
5.
Im Grunde kann man sich den ganzen Prozess der Senatsanhörungen in Zukunft sparen. Frau deVos hat sich bei ihrer Anhörung als vollkommen inkompetent präsentiert. Sie konnte keine Fachfragen beantworten und ist Nachfragen [...]
Im Grunde kann man sich den ganzen Prozess der Senatsanhörungen in Zukunft sparen. Frau deVos hat sich bei ihrer Anhörung als vollkommen inkompetent präsentiert. Sie konnte keine Fachfragen beantworten und ist Nachfragen ausgewichen. Der Hammer war ihre Bemerkung über Waffen an Schulen und die Bedrohung durch Bären. Ms. deVos hat erhebliche Investments in religiöse Privatschulen und möchte ihr Geschäftsmodell jetzt auf die gesamten USA ausbreiten. Mit ihr lernen die Schüler dann eben nicht mehr die Evolutionstheorie sondern die Schöpfungsgeschichte. Was sie wirklich für diesen Job qualifiziert hat, sind ihre Spenden an Donald Trump (9,5 Mio. USD) und an den Großteil der republikanischen Senatoren. Insgesamt sollen sie und ihre Familie 200 Mio. USD an die Republikaner gespendet haben.

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