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Politik

Lawrow trifft Tillerson bei G20

"Mischen uns nicht in innere Angelegenheiten ein"

Spitzelvorwürfe, Einflussnahme im Wahlkampf, Streit in der Ukrainekrise: Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist angespannt. In Bonn kam es nun zum ersten Treffen der beiden Außenminister.

REUTERS
Donnerstag, 16.02.2017   18:26 Uhr

Das Treffen war mit Spannung erwartet worden: Beim G20-Gipfel in Bonn ist der neue US-Außenminister Rex Tillerson erstmals mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammengekommen. Lawrow sprach im Anschluss von einem pragmatischen Gespräch - und wies Vorwürfe aus den Vereinigten Staaten zurück.

Angesprochen auf die Berichte über mutmaßliche Kontakte zwischen Mitgliedern aus Donald Trumps Wahlkampfteam und russischen Geheimdienstlern sagte Lawrow vor Journalisten: "Sie sollten wissen, dass wir uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen."

Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus hatte in Moskau die Hoffnungen auf einen engeren Draht zu Washington genährt. Die Spannungen zwischen beiden Ländern verschärften sich jedoch wieder, nachdem die US-Regierung kürzlich von Moskau eine Rückgabe der Schwarzmeer-Halbinsel Krim gefordert hatte.

"Es ist klar, dass wir nicht alle Probleme lösen konnten, aber wir haben ein gemeinsames Verständnis, dass wir dort, wo unsere Interessen übereinstimmen, vorankommen müssen", sagte Lawrow nun.

Tillerson mahnt zur Einhaltung des Minsk-Abkommens

Thema des Gesprächs war auch der Konflikt in der Ukraine. US-Außenminister Tillerson betonte, Russland solle die Bestimmungen des Minsk-Abkommens zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine respektieren. Die USA erwarteten von Russland, dass es sich für eine Entspannung der Lage in der Konfliktregion einsetze, erklärte er nach dem Treffen mit Lawrow.

Tillerson sagte weiter, die USA suchten nach Gemeinsamkeiten mit Russland. Man erwäge eine Zusammenarbeit auf den praktischen Feldern, "von denen das amerikanische Volk profitiert". Dies habe er bereits bei der Senatsanhörung zu seiner Bestätigung im Amt erklärt.

Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach beim G20-Gipfel mit Lawrow. Er appellierte an Moskau, auf die Separatisten in der Ostukraine einzuwirken, um den in der Minsker Kontaktgruppe vereinbarten Rückzug der Waffen von den Orten heftiger Konfrontation vollständig umzusetzen. Dies sei notwendig, um die viel zu brüchige Waffenruhe zu stärken, sagte er nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen bei dem Treffen.

kev/AFP/dpa/Reuters

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