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Politik

Bilder aus Nordkorea

Freizeitspaß im Kim-Land

Soldaten, Raketen und ein Staatschef, der dem Westen trotzt: Mit solchen Bildern inszeniert sich das nordkoreanische Regime. Der Australier Fabian Muir ist durchs Land gereist - und hat ganz andere Fotos mitgebracht.

Fabian Muir
Ein Interview von
Donnerstag, 23.02.2017   19:46 Uhr

Nachrichten über Nordkorea haben selten einen positiven Dreh. Wie auch? Ein Diktator, der trotz Uno-Sanktionen daran festhält, sein bettelarmes Land weiter zu schröpfen, um es zur Atommacht aufsteigen zu lassen. Der nicht nur Gegner im eigenen Land hinrichten, sondern auch im Exil lebende Kritiker von Agenten jagen lässt und jüngst wohl sogar seinen eigenen Halbbruder am Flughafen von Kuala Lumpur umbringen ließ.

Da passen Familien, die sich im nordkoreanischen Spaßbad vergnügen, sich zum Picknicken verabreden oder traditionelle Feste feiern, nicht ins Bild. Der Fotograf Fabian Muir aber hat genau diese Szenen festgehalten - und bricht so mit den gängigen Nordkorea-Klischees.

SPIEGEL ONLINE: Herr Muir, einige Ihrer Bilder sind sicherlich schönes Propagandamaterial für die Führung in Pjöngjang, andere zeigen Tristesse und Armut. Wie haben Sie das Land und die Menschen erlebt?

Muir: Ich hatte befürchtet, dass es in Nordkorea fotografisch nicht mehr viel Neues zu entdecken gibt. Aber die meisten Bilder, die man aus Nordkorea kennt, sind in der Hauptstadt Pjöngjang aufgenommen worden. Durch die Menschen vor Ort habe ich dann ganz neue Aspekte kennengelernt. Meine Fotos sollen das Land so facettenreich dokumentieren wie möglich.

SPIEGEL ONLINE: Was hat Sie besonders überrascht?

Muir: Man stellt sich Nordkorea ja wie eine einzige Militärparade vor, also ist alles andere schon überraschend. Das Bild, das wir von dem Land haben, ist sehr von dem geprägt, was die Regierung veröffentlicht und von den Medien aufgegriffen wird. Die Realität der Leute ist eine andere. Natürlich sind sie eingeschränkt, aber das beraubt sie nicht ihrer Menschlichkeit. Manche Dinge sind auch für Besucher künstlich arrangiert, man bekommt allerdings schnell ein Gefühl für das, was echt ist. Das bedeutet nicht, dass man seinen kritischen Blick auf all das verlieren sollte. Man sollte aber gleichzeitig für die Möglichkeit offen sein, dass die eigenen Annahmen nicht zutreffen.

SPIEGEL ONLINE: Wie würden Sie die Nordkoreaner beschreiben, die Sie auf Ihrer Reise getroffen haben?

Muir: Wenn man die Möglichkeit hat, die Menschen zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen, merkt man, dass sie sogar ein recht normales Leben führen. Sie haben einen guten Sinn für Humor, lieben Sport und Bier, und sie sind sehr großzügig. Läuft man an einem Picknick vorbei, wird man mit aller Wahrscheinlichkeit eingeladen, mitzumachen.

SPIEGEL ONLINE: Konnten Sie sich vor Ort frei bewegen?

Muir: Ich habe komplett unabhängig von der Regierung gearbeitet, wurde nicht eingeladen und habe auch keine Sonderbehandlung bekommen. Wirklich frei ist man als Ausländer dort aber nie, weil man mehrere Begleiter an die Seite gestellt bekommt. Wenn man sich mit ihnen gutstellt, können sie einem viel ermöglichen. Mir wurde nur ein paar Mal verboten, Fotos zu machen. Niemand hat meine Bilder noch einmal gecheckt, bevor ich wieder ausgereist bin.

insgesamt 39 Beiträge
franko_potente 23.02.2017
1. kennt man
Ist ein bisschen wie damals in der DDR. Relativ normales Leben, manchmal recht einfach, nie State of the Art, aber immer miteinander und grosszügig. Regime, Unrecht und Ideologie lassen sich eben ausblenden. Das kann schön [...]
Ist ein bisschen wie damals in der DDR. Relativ normales Leben, manchmal recht einfach, nie State of the Art, aber immer miteinander und grosszügig. Regime, Unrecht und Ideologie lassen sich eben ausblenden. Das kann schön normal sein. Ganz ohne Belehrung von aussen ☺
Hänschen Klein 23.02.2017
2.
Wie immer sind die Zivilisten wohl ganz normale Leute, die einfach nur ihr Familienleben durchziehen wollen. Viellicht sollten sich die Amerikaner endlich aus Asien verziehen, dann würde schnell Ruhe einkehren. Es ist nun mal [...]
Wie immer sind die Zivilisten wohl ganz normale Leute, die einfach nur ihr Familienleben durchziehen wollen. Viellicht sollten sich die Amerikaner endlich aus Asien verziehen, dann würde schnell Ruhe einkehren. Es ist nun mal eine asiatische Region und keine westliche. Sollen die Asiaten ihre Differenzen (z. T. noch Resultat des 2. Weltkriegs, man denke an die unsägliche Rolle Japans) unter sich ausmachen.
DerNachfrager 23.02.2017
3. Solche Artikel konnte man auch in den späten 1930ern lesen
Darin stand wie schön das Leben in Nazideutschland doch ist.
Darin stand wie schön das Leben in Nazideutschland doch ist.
ltwalden 23.02.2017
4. nein
auch er ist leider auf den Schein reingefallen "Läuft man an einem Picknick vorbei, wird man mit aller Wahrscheinlichkeit eingeladen, mitzumachen." die "normale" Bevölkerung macht kein Picknick
auch er ist leider auf den Schein reingefallen "Läuft man an einem Picknick vorbei, wird man mit aller Wahrscheinlichkeit eingeladen, mitzumachen." die "normale" Bevölkerung macht kein Picknick
1lauto 23.02.2017
5. der jetzige Chef ist schweizer
Zögling, (siehe auch Schweizerkinder) also Produkt europäischer Erziehung. Bruder und Schwestermord, Liquidierung der Lebenspartner hat jahrhundertelange Tradition bei uns. Was wissen wir über seine Lehrer in der Schweiz ?
Zögling, (siehe auch Schweizerkinder) also Produkt europäischer Erziehung. Bruder und Schwestermord, Liquidierung der Lebenspartner hat jahrhundertelange Tradition bei uns. Was wissen wir über seine Lehrer in der Schweiz ?
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