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Politik

Frankreich

Polizei nimmt Terrorverdächtige in Marseille fest

Die Ermittler fanden Schusswaffen und Material zur Herstellung von Sprengstoff: In Marseille hat die Polizei zwei Männer wegen Terrorverdachts verhaftet. Ein Anschlag stand offenbar kurz bevor.

DPA

Festnahmen in Marseille

Dienstag, 18.04.2017   14:56 Uhr

Fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich sind zwei Verdächtige wegen mutmaßlicher Anschlagspläne festgenommen worden. Die "radikalisierten" Männer hätten "in den kommenden Tagen einen Anschlag auf französischem Boden" geplant, sagte Innenminister Matthias Fekl in Paris.

Die beiden Verdächtigen mit französischer Staatsbürgerschaft wurden in Marseille gefasst. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden Schusswaffen und Material zur Herstellung von Sprengstoff gefunden, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Die beiden Franzosen sind Polizeikreisen zufolge Anhänger des radikalen Islam.

Staatschef François Hollande sprach von einem "bemerkenswerten" Erfolg der Sicherheitsbehörden.

Frankreich steht seit einiger Zeit im Visier von Islamisten: Nach einer Reihe von Anschlägen herrscht die höchste Alarmstufe und der Ausnahmezustand. Laut Fekl wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die am Sonntag anstehende erste Wahlrunde verschärft, der am 7. Mai der Stichentscheid um die Präsidentschaft folgen wird. Seit Anfang 2015 wurden mehr als 230 Menschen bei Attentaten getötet.

Präsidentschaftskandidaten wurden gewarnt

Zumindest einige der französischen Präsidentschaftskandidaten waren vergangene Woche vor den 23 und 29 Jahre alten Männern gewarnt worden. Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen und das Umfeld des Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron bestätigten der Nachrichtenagentur AFP, ihren Sicherheitsdiensten seien am vergangenen Donnerstag Fotos der beiden Verdächtigen übergeben worden.

REUTERS

Marine Le Pen

Bei den konservativen Republikanern von François Fillon hieß es, seine Sicherheitsleute seien am Freitag über "erwiesene Risiken" für den Kandidaten informiert worden. Demnach verstärkte das Innenministerium die Sicherheitsvorkehrungen für eine Wahlkampfveranstaltung Fillons im südfranzösischen Montpellier an diesem Tag. Eingesetzt wurden unter anderem Scharfschützen.

Das Terrorrisiko bleibe "höher als je zuvor", warnte Innenminister Fekl. Bei den beiden Wahlrunden am 23. April und 7. Mai werden mehr als 50.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz sein.

mho/AFP/Reuters

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