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Politik

Waffen für syrische Kurden

Erdogan verärgert

Die USA wollen der Kurdenmiliz YPG künftig schwere Waffen liefern. Vom türkischen Staatschef Erdogan, der nächste Woche nach Washington reist, kommt scharfe Kritik.

DPA

Recep Tayyip Erdogan

Mittwoch, 10.05.2017   22:28 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA aufgefordert, der syrischen Kurdenmiliz YPG keine Waffen zu liefern. Die Entscheidung sei ein "Fehler": "Mein innigster Wunsch ist, dass dieser Fehler ohne Aufschub korrigiert wird", sagte Erdogan am Mittwoch vor Journalisten in Ankara. Zahlreiche türkische Politiker drückten ihr Missfallen über das Vorgehen des Nato-Partners aus.

Erdogan kündigte an, die "Sorgen" der Türkei bezüglich der Waffenlieferungen US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen am 16. Mai in Washington "persönlich und detailliert" darzulegen. "Ich wünsche mir, dass noch bevor ich nach Amerika reise, von manchen Tatsachen, die bisher dargelegt und geäußert wurden, abgesehen wird", sagte Erdogan. Die kurdischen Kämpfer in Syrien begrüßten den Schritt der USA dagegen als "historische Entscheidung".

"Nicht an die Seite einer Terrororganisation stellen"

Die USA hatten am Dienstag angekündigt, die YPG mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und Munition sowie gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten. Die Miliz ist Teil des Bündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF) und kämpft mit den USA gegen den "Islamischen Staat" (IS). Dagegen sieht die Türkei die YPG als verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Erdogan betonte, man könne eine Terrororganisation nicht mit einer anderen bekämpfen. "Wir wollen daran glauben, dass unsere Verbündeten es bevorzugen, sich nicht an die Seite der Terrororganisationen, sondern an unsere Seite zu stellen."

Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte bei einem Besuch in Montenegro mit Blick auf die YPG: "Jede Waffe, die ihnen in die Hände fällt, ist eine Bedrohung für die Türkei." Zwischen der YPG und der PKK gebe es "überhaupt keinen Unterschied", sagte er. "Sie heißen nur anders". In der Vergangenheit seien nach türkischen Erkenntnissen an die YPG gelieferte Waffen zudem in die Hände der PKK gelangt.

"Auswirkungen auf die USA und die ganze Welt"

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte: "Es kommt nicht infrage, dass wir Bestrebungen, die eine direkte oder indirekte Hilfe für die PKK bedeuten, akzeptieren." Auch Verteidigungsminister Fikri Isik äußerte Kritik. In einem Interview mit dem Sender NTV warnte er vor Folgen der Waffenlieferungen, die sich "vor allem auf die USA und die ganze Welt" auswirken würden.

Die Kurdenmiliz begrüßte die Waffenlieferungen. YPG-Sprecher Redur Xelil sagte, die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump werde der YPG dabei helfen, den IS in Syrien zu besiegen.

Die kurdischen Truppen gelten als effiziente Kämpfer gegen den IS. Sie werden schon seit 2014 von den USA unterstützt. Bei einer derzeit laufenden Offensive unter Führung der YPG auf die IS-Hochburg Rakka fliegt eine US-geführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Dschihadisten.

mja/dpa

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