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Politik

Sexting-Prozess

Anthony Weiner plädiert selbst auf schuldig

Das Senden von Penis-Fotos an Minderjährige kostete den Ex-Kongressabgeordneten Anthony Weiner die Karriere. Auch Hillary Clintons Wahlkampf geriet durch ihn in Schwierigkeiten. Nun steht er vor Gericht.

REUTERS
Freitag, 19.05.2017   17:23 Uhr

Einst bewarb er sich für den Posten des Bürgermeisters von New York City, jetzt muss sich der Ex-Kongressabgeordnete Anthony Weiner in New York vor Gericht verantworten. Der Grund: Weiner soll sich im Internet mit einer 15-Jährigen aus dem Bundesstaat North Carolina obszöne Nachrichten geschrieben haben. Dort räumte er seine Schuld ein.

"Ich habe eine Krankheit, aber ich habe keine Entschuldigung", sagte der 52-Jährige bei der Anhörung in einem US-Bundesgericht in New York. Weiner sei auf freiem Fuß, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein Strafmaß soll am 8. September verkündet werden. Auf die fragliche Straftat stehen bis zu zehn Jahre Haft.

Das FBI hatte im vergangenen September Ermittlungen aufgenommen, nachdem die 15-Jährige einer Zeitung gesagt hatte, dass sie und Weiner schlüpfrige Nachrichten ausgetauscht hatten. Weiner habe sie auch aufgefordert, sich vor der Kamera auszuziehen.

Es ist nicht der erste Sexting-Skandal des Ex-Politikers. Bereits vor drei Jahren musste er seine Ambitionen auf das Amt des New Yorker Bürgermeisters aufgeben, nachdem er einen erneuten virtuellen Seitensprung einräumen musste.

Nach dem jüngsten Skandal kam es zur Trennung von seiner Frau Huma Abedin, einer engen Vertrauten von Hillary Clinton. Denn der Zeitpunkt für den neuerlichen Skandal ihres offenbar notorisch untreuen Mannes war extrem pikant: Die Affäre kam wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA heraus - und befeuerte erneut die Diskussionen um Hillary Clintons E-Mail-Affäre.

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Clintons Vertraute Abedin: Das Genie im Hintergrund

Das FBI hatte den Laptop von Weiner und Abedin beschlagnahmt. Dabei stießen die Ermittler mehr oder weniger zufällig auf auch E-Mails von Hillary Clinton. Das befeuerte erneut die Debatte um die E-Mail-Affäre von Clinton.

Clinton hatte in ihrer Zeit als Außenministerin (Januar 2009 bis Februar 2013) ein privates Blackberry und einen privaten Server für ihre digitale Kommunikation benutzt. Die Kernfrage der Ermittlungen war, ob Clinton Warnungen über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigte und auch geheime Dokumente über ihre privaten Kanäle schickte.

mho/AP/dpa

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