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Politik

Präsidentschaftswahl

Mindestens zehn Tote bei Protesten in Kenia

Die Opposition will das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Kenia nicht akzeptieren. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden mindestens zehn Menschen getötet und viele verletzt.

AFP
Samstag, 12.08.2017   14:04 Uhr

Nach Staatschef Uhuru Kenyattas Sieg bei der Präsidentschaftswahl wurde auf den Straßen Kenias gefeiert und protestiert. Fernsehbilder zeigten am frühen Samstagmorgen jubelnde Anhänger des seit 2013 amtierenden Kenyatta. Gleichzeitig demonstrierten unter anderem in Nairobi und im Westen des Landes Unterstützer der Opposition. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei und mehreren Toten.

In der Nacht zum Samstag starben dabei allein in Mathare, einem Slum von Nairobi, mindestens neun Menschen. Unter den Toten soll auch ein neunjähriges Mädchen sein, das auf einem Balkon ins Feuer geriet. Ärzte ohne Grenzen teilte zudem mit, es seien rund 20 Menschen verletzt worden, mindestens vier hätten Schussverletzungen erlitten.

Auch in der Oppositionshochburg Kisumu im Westen des Landes seien nach der Verkündung des Ergebnisses Proteste ausgebrochen, sagte ein Anwohner. Augenzeugen berichteten von Schüssen und dem Einsatz von Tränengas. Die Gesundheitsbehörde von Kisumu berichtete laut Nachrichtenagentur AFP von einem Toten und vier Verletzten, die mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht worden seien. Weitere sechs seien mit anderen Verletzungen im Zusammenhang mit Polizeiauseinandersetzungen eingeliefert worden.

"Lasst uns friedlich sein"

Kenyatta war am Freitagabend von der Wahlkommission mit 54,27 Prozent der mehr als 15 Millionen Stimmen zum Sieger erklärt worden. Sein Herausforderer Raila Odinga erhielt demnach 44,74 Prozent der Stimmen. Das Kenianische Umfrageinstitut ELOG kam in einer Erhebung zu einem ähnlichen Ergebnis und spricht Kenyatta 54 Prozent der Stimmen zu. Das offizielle Wahlergebnis liege damit innerhalb der Fehlertoleranz. Odingas Parteienbündnis Nasa lehnte die Ergebnisse als "Farce" ab.

Allerdings hatten auch internationale Wahlbeobachter die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Dienstag für weitestgehend frei und glaubwürdig erklärt. Sie verliefen zudem nach Angaben der Polizei und Wahlbehörde meist friedlich. Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments wählten die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen.

"Lasst uns friedlich sein", sagte der neue und alte Präsident Kenyatta. Kenia habe in der Vergangenheit die Auswirkungen politischer Gewalt gesehen. "Und ich bin mir sicher, dass kein einziger Kenianer zu dem zurückkehren will." Bereits vor der Verkündung hatte der 72-jährige Odinga die Wahl als Betrug bezeichnet.

Spannungen und Angst vor Gewalt hatten den harten Wahlkampf und die Wahlen stets begleitet. Zudem hatte der bislang ungeklärte Mord an einem Mitarbeiter der Wahlkommission für Verunsicherung gesorgt. Nach den Wahlen 2007 gab es blutige Zusammenstöße, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden und rund 150.000 flohen.

jme/dpa/AFP/Reuters

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