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Politik

Diplomatische Krise

Saudi-Arabien und Katar streiten über Telefonat

US-Präsident Trump soll das Gespräch vermittelt haben: Erstmals seit Beginn der diplomatischen Krise haben die Führungen von Saudi-Arabien und Katar miteinander geredet. Doch sofort gibt es neuen Ärger.

AFP

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman, Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani

Samstag, 09.09.2017   10:24 Uhr

Saudi-Arabien und Katar haben erstmals seit Ausbruch der Golf-Krise offiziell Kontakt auf oberster Führungsebene bestätigt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani telefonierten am Freitag miteinander, wie staatliche Medien beider Länder meldeten.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten hatten Anfang Juni die diplomatischen und wirtschaftlichen Verbindungen zu Katar gekappt. Grund ist der Vorwurf, das Emirat unterstütze Extremisten und verbünde sich mit dem Erzrivalen Iran. Katar weist die Anschuldigung zurück.

Hoffnungen, der Konflikt könne nun ein rasches Ende nehmen, wurden am Samstag jedoch wieder gedämpft: Saudi-Arabien setzte den Dialog erneut aus und warf Katar das "Verdrehen von Fakten" vor.

Vermittler Trump

Hintergrund ist offenbar eine Meldung von Katars Nachrichtenagentur QNA, wonach beide Seiten in dem Telefongespräch die Notwendigkeit unterstrichen hätten, die Krise durch Dialog zu beseitigen und zwei Vertreter zu benennen, um strittige Fragen zu lösen, ohne die Souveränität der Staaten zu berühren. Saudi-Arabien reagierte empört. "Das Königreich Saudi-Arabien kündigt die Aussetzung jeglichen Dialogs oder der Kommunikation mit den Behörden in Katar an, bis eine klare Aussage erlassen wird, die deren Position in der Öffentlichkeit klärt", zitiert die amtliche Nachrichtenagentur SPA einen Regierungsvertreter.

Die Agentur hatte zuvor noch über das Telefongespräch berichtet, das Angaben aus Katar zufolge durch Vermittlung von US-Präsident Donald Trump zustande kam. "Während des Telefonats drückte der Emir von Katar seinen Wunsch aus, am Tisch des Dialogs zu sitzen und die Forderungen der vier Länder zu besprechen, um die Interessen aller zu gewährleisten", erklärte SPA.

Trump hatte am Donnerstag seine Vermittlerdienste angeboten. "Wenn ich helfen kann, zu vermitteln zwischen Katar sowie insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, dann würde ich das tun", sagte Trump.

cte/Reuters

insgesamt 6 Beiträge
rantzau 09.09.2017
1. King Kong
kam vom Berg und verlangte ein Opfer. Da war man (Saudi Arabien) schlau, und flüstete ihm ein: da da ist der Feind. Denn der Feind bringt nicht die Schiitem im eigenen Land um, wie Saudi Arabien, udn hat auch noch normale [...]
kam vom Berg und verlangte ein Opfer. Da war man (Saudi Arabien) schlau, und flüstete ihm ein: da da ist der Feind. Denn der Feind bringt nicht die Schiitem im eigenen Land um, wie Saudi Arabien, udn hat auch noch normale Beziehungen zum Iran. King Kong wars zufrieden (für ihn ist soweiso alles gleich was nicht im King Kong Land lebt).. Nun vermittelt er einen Dialog. Und der klappt nicht. Oh Mann.
radbodserbe 09.09.2017
2. Jetzt herrscht da unten bald wieder Frieden im Land
Mein Gott, wie rückständig sind die denn. Nehmen politischen Kontakt übers Telefon auf, wo doch jedem bekannt sein sollte, das seriöse Weltpolitik heutzutage über Twitter geregelt wird. Ein Trump als unparteiischer [...]
Mein Gott, wie rückständig sind die denn. Nehmen politischen Kontakt übers Telefon auf, wo doch jedem bekannt sein sollte, das seriöse Weltpolitik heutzutage über Twitter geregelt wird. Ein Trump als unparteiischer Vermittler in dieser Angelegenheit erscheint genauso hoffnungsvoll wie ehrlich wie ein Frauenbeauftragter in Saudi-Arabien. Ist halt nicht leicht hunderte von Milliarden $ an Waffen dorthin zu verscherbeln und im Gegenzug neutral sich in die arabische Politik einzumischen und diese Region zu stabilisieren.- Könnte für Erklärungsnot sorgen, wenn von dort irgendwann eine Rakete "Made in USA" in New York einschlägt.
mimoun74 09.09.2017
3. Verschlimmbessert
War ja eigentlich klar. Das Trump irgendetwas "reparieren" will was er vorher initiiert hat macht nicht wirklich Sinn. Wenn man sich seine Ergebnisse anschaut macht er eigentlich alles nur schlimmer egal ob Nordkorea, [...]
War ja eigentlich klar. Das Trump irgendetwas "reparieren" will was er vorher initiiert hat macht nicht wirklich Sinn. Wenn man sich seine Ergebnisse anschaut macht er eigentlich alles nur schlimmer egal ob Nordkorea, Obama Care, Mauer zu México, Afghanistan, Dreamer Programm einstellen... Das die amerikanische Wirtschaft gerade gut läuft ist auch nur dem globalen Aufschwung und der vorherigen Obama Regierung geschuldet. Aber das er das auch noch "hinbekommst" ist wohl absehbar. Trump sollte die Finger aus dem Nahen Osten lassen, die Saudis/Katar bekommen das langfristig auch ohne ihn geregelt.
bakiri 09.09.2017
4.
wenn man im eigenen land nicht dipmomatisch und kompromissbereit ist, versucht man sich als vermittler zwischen zerstrittenen parteien in einer anderen kultur...das klappt garantiert! ....und wenn dort man dort versagt, dann [...]
wenn man im eigenen land nicht dipmomatisch und kompromissbereit ist, versucht man sich als vermittler zwischen zerstrittenen parteien in einer anderen kultur...das klappt garantiert! ....und wenn dort man dort versagt, dann bleiben noch die höheren rüstungsexporte in diese region und die damit verbundene steigerung der wirtschaftsleistungen des eigenen landes. es gibt momente im leben, da kann man nicht verlieren....SUPER!!!
smiley2010 09.09.2017
5. Das ist wohl eher eine Nicht-Nachricht.....
.....wenn man weiss wie eng alle diese Scheichs, Emire und "Könige" miteinander verschwistert, verschwägert und verwandt sind. Kurz: natürlich redet man miteinan- der und wirft halt gelegentlich der [...]
.....wenn man weiss wie eng alle diese Scheichs, Emire und "Könige" miteinander verschwistert, verschwägert und verwandt sind. Kurz: natürlich redet man miteinan- der und wirft halt gelegentlich der "Öffentlichkeit" einen Brocken hin.....

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