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Politik

Appell an Burma

Uno fordert Ende der Gewalt gegen die Rohingya

Fast 400.000 Rohingya sind nach Bangladesch geflohen. Uno-Generalsekretär Guterres forderte die Regierung von Burma auf, die Militäraktion gegen die muslimische Minderheit zu beenden.

REUTERS

Uno-Generalsekretär Guterres

Mittwoch, 13.09.2017   19:34 Uhr

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat einen dramatischen Appell an Burmas Führung gerichtet. Die Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya müsse gestoppt werden und die Prinzipien des Rechtsstaats aufrecht erhalten.

In einer Pressekonferenz bekräftigte Guterres auch den jüngsten Vorwurf von Uno-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein, dass die Angriffe der Armee Burmas ein "Paradebeispiel für ethnische Säuberungen" seien. "Gibt es eine bessere Umschreibung, wenn ein Drittel der Bevölkerung der Rohingya aus dem Land fliehen muss?", sagte er auf die Nachfrage eines Reporters.

Guterres sprach von einer "dramatischen Tragödie". Die humanitäre Lage in Burma sei "katastrophal", warnte Guterres. Er forderte alle Länder zur Hilfe auf.

Kritik an der Uno

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Rohingya-Rebellen und Regierungsarmee im Bundesstaat Rakhine war Ende August wieder voll entbrannt. Bei den Kämpfen wurden seitdem hunderte Menschen getötet, nach jüngsten Angaben der Uno flohen bereits geschätzt rund 379.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch. Die tatsächliche Zahl könnte demnach aber noch höher sein. Bangladesch errichtet derzeit ein großes neues Flüchtlingslager an der Grenze, um der großen Zahl an Flüchtlingen Herr zu werden.

AP

Rohingya auf der Flucht

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch hatten am Mittwoch die Haltung des Sicherheitsrates in der Krise kritisiert. "Es handelt sich offenbar um eine ethnische Säuberung in großem Umfang, und der Sicherheitsrat ist nicht in der Lage, seine Türen zu öffnen und in die Kameras zu sprechen?", sagte der Vertreter von HRW bei den Vereinten Nationen, Louis Charbonneau. Er äußerte damit sein Unverständnis darüber, dass eine erste Sitzung zu Burma am 30. August hinter verschlossenen Türen und ohne anschließende Erklärung stattgefunden hatte.

Burmas führende Politikerin Aung San Suu Kyi wollte nicht an der am Mittwoch stattfindenden Generaldebatte der Uno-Vollversammlung teilnehmen. Die Friedensnobelpreisträgerin plant stattdessen zu ihrem Volk zu sprechen. Als Grund für die Reiseabsage nannte ein Regierungssprecher am Mittwoch innenpolitische Angelegenheiten. Suu Kyi steht international in der Kritik, weil sie zu dem Konflikt und zum Vorgehen der Armee gegen die Rohingya schweigt.

Foto: REUTERS

als/Reuters/AFP

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