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Politik

Türkei

"Cumhuriyet"-Journalist kommt frei

Der Journalist Kadri Gürsel darf das Gefängnis nach elf Monaten Untersuchungshaft wieder verlassen. Vier andere Journalisten bleiben jedoch in Haft.

AFP

Demonstranten in Istanbul

Montag, 25.09.2017   23:10 Uhr

Im Prozess gegen Mitarbeiter der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" hat ein türkisches Gericht die Freilassung des Journalisten Kadri Gürsel angeordnet. Der Richter erklärte, dass Gürsel nach elf Monaten Haft auf freien Fuß kommt, der Vorwurf der Verbindungen zu terroristischen Gruppen aber bestehen bleibe. Vier andere Journalisten, darunter Chefredakteur Murat Sabuncu und Investigativjournalist Ahmet Sik, müssen jedoch weiter in Haft bleiben. Der Prozess wurde auf den 31. Oktober vertagt.

DPA

Kadri Gürsel (l.) küsst nach der Entlassung seine Frau Nazire Kalkan Gürsel (2.v.l)

Gürsel zählt zu den anerkanntesten Journalisten der Türkei. Den insgesamt 17 angeklagten Journalisten und Mitarbeitern von "Cumhuriyet" wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung sowie der ebenfalls verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen.

Die Zeitung sieht in dem Prozess einen Versuch der Regierung, eines der letzten unabhängigen Blätter des Landes zum Schweigen zu bringen. Die "Cumhuriyet"-Mitarbeiter weisen die Vorwürfe der Anklage zurück und betonen, dass die Zeitung die Gülen-Bewegung und die kurdischen Separatisten immer kritisiert habe.

Noch Ende Juli hatte ein Istanbuler Gericht entschieden, Gürsel weiter in Haft zu belassen. Es gebe "keinen konkreten Beweis in der Anklage", und dennoch sei sein Mandant in Haft, kritisierte Anwalt Ilhan Koyuncu vor Gericht. Der Prozess gegen die Journalisten hatte im Juli begonnen. (Mehr über die Prozesse gegen Gürsel und andere Journalisten in der Türkei lesen Sie hier.)

ehh/ayy/AFP/AP

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