25.10.2009
Terrorismus
Britische Behörden nehmen Ermittlungen zum Lockerbie-Attentat wieder auf
London - Bisher gibt es einen verurteilten Attentäter: Den Libanesen Abd al-Bassit Ali al-Mikrahi. 2001 verhängten die Richter eine Haftstrafe gegen ihn, seit diesem Sommer ist der ehemalige libysche Geheimagent wieder auf freiem Fuß. Er wurde begnadigt, weil er an Prostatakrebs im Endstadium leidet. Die schottische Staatsanwaltschaft betonte am Sonntag ausdrücklich, die neuen Ermittlungen bezögen sich nicht auf Mikrahi. Sein Fall werde nicht erneut untersucht.
Die Ermittler wollen herausfinden, ob an dem Attentat auf ein Flugzeug der US-Linie Pan Am mehr Menschen beteiligt waren als bisher bekannt. Laut der britischen Zeitung "Sunday Telegraph" wurden die Angehörigen der britischen Opfer per E-Mail über die neuen Ermittlungen informiert. Darin hieß es unter anderem, eine Überprüfung der Akten könne durch Untersuchungen von Gerichtsmedizinern ergänzt werden.
Die neuen Ermittlungen sind möglich geworden, weil Mikrahi im Sommer seine Berufung zurückgezogen hatte. Er selbst hatte immer wieder betont, unschuldig an dem Anschlag auf Pan-Am-Flug 103 zu sein.
Bei dem Anschlag im Dezember 1988 explodierte eine Bombe in der Maschine über dem schottischen Ort Lockerbie. 270 Menschen kamens ums Leben. Die meisten Opfer waren US-Bürger. Angehörige der Opfer begrüßten am Sonntag die neuen Ermittlungen. Sie forderten jedoch weiter eine öffentliche Untersuchung, um den gesamten Fall neu zu beleuchten.
ler/AFP/dpa