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30.04.2011
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US-mexikanischer Waffenschmuggel

Das schmutzige Geschäft mit dem Tod

Von Marc Pitzke, New York
US-Einsatzkräfte in der Nähe der mexikanischen Grenze: Waffenschmuggel und Drogenhandel
AFP

US-Einsatzkräfte in der Nähe der mexikanischen Grenze: Waffenschmuggel und Drogenhandel

2. Teil: Warum die USA den Waffenhandel nicht stoppen

Die Waffenkontrollgesetze Mexikos zählen, anders als die der USA, auf dem Papier zu den strengsten der Welt. Sie werden aber kaum durchgesetzt. "Der Schwarzmarkt floriert seit Jahrzehnten", schreiben die Stratfor-Analysten Fred Burton und Scott Stewart. "Verbrecher haben einen Weg gefunden, die Einschränkung der Waffenzufuhr zu umgehen." Und der bequemste dieser Wege führt durch die USA.

Der Waffenschmuggel wird von Kartellen, Verbrechersyndikaten und internationalen Netzwerken betrieben, aber auch von Familienbanden. Nicht selten sind mexikanische Militärs oder Polizisten beteiligt. Erworben werden die Waffen in den USA meist von nichtvorbestraften Schiebern und Strohmännern, die den Kauf ohne lästige Überprüfung erledigen können.

Ein Vorstoß der US-Waffenbehörde ATF, auffällige Waffenverkäufe in den amerikanischen Grenzstaaten Arizona, Kalifornien, New Mexico und Texas zu überprüfen, scheiterte kürzlich im Kongress am Widerstand der Waffenlobby-nahen Republikaner: Die Gesetzesvorlage verstoße gegen den zweiten Verfassungszusatz, der freien Waffenbesitz garantiert - und verursache zu viel Bürokratie.

Umstrittene Taktik der US-Waffenbehörde

Einstweilen probierte die ATF es mit einer anderen - höchst umstrittenen - Methode: Die Behörde ließ die Schmuggler offenbar gewähren, um herauszufinden, wo die Waffen schließlich landen. "Die ATF hat den Verkauf Hunderter Sturmgewehre an verdächtigte Strohleute durchgehen lassen, die diese Waffen dann vermutlich über die Südwestgrenze nach Mexiko schaffen", kritisierte Senator Chuck Grassley, der Chef der Republikaner im Justizausschuss des Senats.

Offiziell trägt diese ATF-Aktion den Codenamen "Project Gunrunner" (Projekt Waffenschieber). Damit versucht die Behörde schon seit 2006, mit "geheimdienstlichen Methoden" die Waffenströme nach Mexiko nachzuverfolgen und möglichst zu unterbinden.

Insider werfen der ATF aber vor, den Schmuggel sogar zu fördern, indem sie ihn nicht aktiv verhindere. So habe die Behörde im vorigen Jahr tatenlos zugesehen, wie eine Gruppe Verdächtiger in Arizona kistenweise "große Mengen von Waffen für den 'persönlichen Bedarf' gekauft" hätte, berichtete der Fernsehsender CBS in einer investigativen Recherche. Darunter seien auch halbautomatische AK-47 gewesen. Die ATF-Beamten hätten beschlossen: "Wir lassen die meisten Waffen auf die Straße gelangen."

Calderón und Obama beschränken sich auf Nettigkeiten

Ein ATF-Agent namens John Dodson, der in Phoenix stationiert ist, bestätigte CBS, die Behörde lasse Waffen "absichtlich" nach Mexiko gelangen. Ihm sei von oben verboten worden einzugreifen. Als der Skandal Anfang März bekannt wurde, gelobte ATF-Direktor Ken Melson rasche Abhilfe: Unabhängige Experten würden "die momentane Waffenstrategie" prüfen.

Während er das sagte, trafen Mexikos Präsident Felipe Calderón und sein Amtskollege Barack Obama in Washington zusammen. Natürlich war der ungebremste Waffenhandel ein Reizthema des Treffens - beide Staaten schieben sich schon seit längerem gegenseitig die Verantwortung für die Lage zu. Erst im Februar hatte Calderón die Anstrengungen der USA in Sachen Waffenhandel als "notorisch unzureichend" verurteilt. US-Diplomaten dagegen hatten sich ihrerseits in zwei von der Enthüllungsplattform WikiLeaks publizierten US-Botschaftsdepeschen über die "risikoscheuen", "unkoordinierten" und "korrupten" Behörden Mexikos ausgelassen.

Wer sich vom Tête-à-Tête zwischen Calderón und Obama konkrete Schritte erhofft hatte, wurde enttäuscht. Als die beiden nach dem Treffen im Weißen Haus vor die Presse traten, verbreiteten sie - Nettigkeiten. Sonst nichts.

Forum

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insgesamt 129 Beiträge
1. Natürlich schaut der Kongreß zu ...
Durruti100 30.04.2011
... schließlich steht mit der NRA (National Rifle Association) ein extrem wichtiger Lobbyverband im Foyer und reißt jedem Abgeordneten die Rübe ab, sollte er es wagen für striktere Waffengesetze einzutreten. Daran ist ja Obama [...]
Zitat von sysopZwischen den USA und Mexiko floriert ein tödliches Geschäft: Amerikanische Schieber beliefern die Drogenkartelle mit Waffen, mexikanische Gangster bedienen die Rauschmittelsucht*der*Nachbarn im Norden.*Der US-Kongress schaut tatenlos zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750045,00.html
... schließlich steht mit der NRA (National Rifle Association) ein extrem wichtiger Lobbyverband im Foyer und reißt jedem Abgeordneten die Rübe ab, sollte er es wagen für striktere Waffengesetze einzutreten. Daran ist ja Obama selbst schon gescheitert. Wild Wild West!
2. Aus Amerika nichts Neues
moika 30.04.2011
Der Kongress schaut nicht tatenlos zu, der schaut einfach weg. Ändern wird sich daran auf absehbare Zeit nichts. Denn solange in Amerika die Unzahl der Lobbyisten die Hosen anhat und bestimmt, wo's in der Politik langgeht, wird [...]
Der Kongress schaut nicht tatenlos zu, der schaut einfach weg. Ändern wird sich daran auf absehbare Zeit nichts. Denn solange in Amerika die Unzahl der Lobbyisten die Hosen anhat und bestimmt, wo's in der Politik langgeht, wird das System USA problemlos weiter funktionieren. Ethisches oder Verantwortungsbewußtsein? Weit gefehlt! Wozu auch, solange amerikanische Unternehemen gut daran verdienen.
3. Antiwaffenlobby in den USA versucht Druck zu machen
law1964 30.04.2011
Der Problem ist ja nicht der Waffenverkauf in den Geschäften und auch Käufer werden in den USA polizeilich überprüft. Was tut Mexiko um den illegalen Import zu unterbinden, ist die Ausfuhr nach Mexiko nach US Recht legal oder [...]
Der Problem ist ja nicht der Waffenverkauf in den Geschäften und auch Käufer werden in den USA polizeilich überprüft. Was tut Mexiko um den illegalen Import zu unterbinden, ist die Ausfuhr nach Mexiko nach US Recht legal oder illegal nach US Recht? Es gibt auch Berichte in denen sich Waffenhändler in den USA bei der Behörden gemeldet haben um Meldung zu machen, dass gewisse Personen Waffen gekauft haben um diese vermutlich nach Mexiko zu verbringen. Sie fragten nach ob sie diese verkaufen dürfen oder nicht. Seitens der behörden folgte die Genehmigung bzw. keine Reaktion. Die US-Waffenbehörde arbeitet eng mit der Antiwaffenlobby zusammen und ist "froh" über negative Meldungen um ihre Intererssen (strenges WaffG) durchzusetzen. http://www.trading-house.net/news/politik/us-behoerde-soll-waffenschmuggel-nach-mexiko-zugelassen-haben-21985103.html Freitag, 11.03.2011 | 06:42 Uhr Beamte der für Waffen, Sprengstoff und Alkohol zuständigen US-Bundespolizeibehörde (ATF) haben Berichten zufolge den Schmuggel Hunderter in den USA gekaufter Waffen nach Mexiko zugelassen. Mit der Aktion habe die Behörde Drogenkartellen auf die Spur kommen wollen, berichteten der US-Sender CBS News und das gemeinnützige Zentrum für Öffentliche Integrität
4. Waffenschmuggel !
paoloDeG 30.04.2011
Es hängt alles zusammen: Drogengeschäfte, Sexgeschäfte, Entführungen, Korruption u.s.w.! Alle diese nationale und internationale organisierte kriminelle Netze sind wild auf Waffen und geben dafür eine Menge Geld aus! Dadurch [...]
Es hängt alles zusammen: Drogengeschäfte, Sexgeschäfte, Entführungen, Korruption u.s.w.! Alle diese nationale und internationale organisierte kriminelle Netze sind wild auf Waffen und geben dafür eine Menge Geld aus! Dadurch entstehen spezialisierte kriminelle Netze des Waffenschmuggels! Dies geschieht auch in Europa, besonders in der europäische Union! Man sollte in der europäische Union ein EU FBI und EU CIA aufstellen um die immer stärker werdende internationale organisierte kriminelle Netze erfolgreich zu bekämpfen!
5. .
steamiron 30.04.2011
Unglaublich dieselben Amerikaner möchten die Welt von Moral und Freiheit lehren! Lassen die Schieber aber ungehindert agieren! ... Wir stellen uns vor das Jahr 2050: Die Chinesen beschließen in Nordamerika einzumarschieren [...]
Zitat von sysopZwischen den USA und Mexiko floriert ein tödliches Geschäft: Amerikanische Schieber beliefern die Drogenkartelle mit Waffen, mexikanische Gangster bedienen die Rauschmittelsucht*der*Nachbarn im Norden.*Der US-Kongress schaut tatenlos zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750045,00.html
Unglaublich dieselben Amerikaner möchten die Welt von Moral und Freiheit lehren! Lassen die Schieber aber ungehindert agieren! ... Wir stellen uns vor das Jahr 2050: Die Chinesen beschließen in Nordamerika einzumarschieren um die demokratische Unordnung zu beseitigen und den Sittenverfall zu stoppen. ... Moral kann man eben drehen und wenden wie man will. Sie liegt anscheinend im Auge des Betrachters!!

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