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19.08.2011
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Druck auf Assad

EU will kein Öl mehr aus Syrien importieren

Der Westen fordert Assad offen zum Rücktritt auf - doch Syriens Staatschef geht weiter brutal gegen sein Volk vor: Wieder lässt er Regierungsgegner im ganzen Land erschießen, Aktivisten zufolge starben allein am Freitag 20 Menschen. Die EU plant jetzt ein Öl-Embargo. 

Damaskus/Brüssel - Syriens Präsident Baschar al-Assad zeigt sich von verschärften Sanktionen und Rücktrittsforderungen des Westens unbeeindruckt. Der Opposition zufolge lässt er weiter Regierungsgegner erschießen.

Ermutigt vom erhöhten Druck der USA und EU auf die Regierung in Damaskus gingen am Freitag erneut Tausende Syrer im ganzen Land auf die Straße.

Sicherheitskräfte erschossen Menschenrechtlern zufolge 20 Demonstranten. In der Stadt Ghabaghab südlich der Hauptstadt seien allein fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder, berichtete eine Aktivistengruppe mit Sitz in Großbritannien.

"Auf Wiedersehen Baschar, wir sehen uns in Den Haag", riefen Demonstranten in der Hoffnung, der autokratische Regierungschef werde sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssen.

Im Norden wurde der Ruf laut, Assad solle nicht nur abtreten, sondern direkt hingerichtet werden. Ein Arzt berichtete, in Sabadani seien Armee-Fahrzeuge aufgefahren und Scharfschützen auf den Dächern postiert worden.

Nach Uno-Angaben könnte das gewaltsame Vorgehen von Armee und Milizen Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Die Uno sollten am Samstag Berichterstatter nach Syrien entsenden, um die Menschenrechtslage zu untersuchen.

EU-Pläne für Öl-Embargo

Nach der Forderung der USA und EU, Assad müsse zurücktreten, erhöhten die Europäer am Freitag den wirtschaftlichen Druck. Die Botschafter der EU-Staaten erständigten sich nach Angaben von Diplomaten darauf, fünf staatliche Einrichtungen sowie 15 weitere Einzelpersonen auf die Sanktionsliste setzen. Außerdem sei die Europäische Kommission aufgefordert worden, Pläne für ein Öl-Embargo zu entwickeln.

Dieser Schritt würde die Einnahmen der Regierung empfindlichen treffen: Syrien exportiert über ein Drittel seines Öls nach Europa. Zu den großen europäischen Konzernen, die in Syrien engagiert sind, zählen die Energieriesen Royal Dutch Shell und Total.

Allerdings durchkreuzte Russland Pläne der EU-Ländern, im Uno-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Syrien durchzusetzen. Die Veto-Macht lehnte die Rücktrittsforderungen an Assad ab und wollte der international weitgehend isolierten Regierung mehr Zeit einräumen, um angekündigte Reformen umzusetzen.

Staatsfernsehen sieht Kriminelle am Werk

Die syrische Regierung bezeichnet die Demonstranten offizielle als gewalttätige Extremisten. Im syrischen Staatsfernsehen hieß es, bewaffnete Täter hätten in Ghabaghab eine Polizeiwache angegriffen und zwei Menschen getötet. Die Darstellung Assads, die Militär- und Polizeiaktionen gegen die Demonstranten beendet zu haben, stehen im offenen Widerspruch zu den Berichten von Augenzeugen.

Assad hatte am Mittwoch in einem Telefongespräch mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon versichert, die Einsätze von Armee und Polizei seien gestoppt. Trotz des angeblichen Endes der Armeeoffensive scheint die Gewalt in Syrien nicht beendet. Den Vereinten Nationen zufolge wurden in den seit fünf Monaten anhaltenden Protesten rund 2000 Zivilisten getötet.

Alle Angaben aus Syrien können nur schwer überprüft werden, weil die Regierung ausländische Korrespondenten des Landes verwiesen hat.

amz/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
1. Verlogenheit
fourchette 19.08.2011
Verlogenheit oder Vergesslichkeit? Die Empörung über die Diktaturen in Libyen, Tunesien, Jemen, Ägypten und Syrien ist groß....jedenfalls jetzt. So lange die Diktatoren verlässliche Partner waren, waren sie gut genug (über [...]
Verlogenheit oder Vergesslichkeit? Die Empörung über die Diktaturen in Libyen, Tunesien, Jemen, Ägypten und Syrien ist groß....jedenfalls jetzt. So lange die Diktatoren verlässliche Partner waren, waren sie gut genug (über Jahrzehnte hinweg!). Ist das Verlogenheit oder Vergesslichkeit? Nö, hier wird scheinheiliger Opportunismus praktiziert!
2. Beim Euro ist die Dikatur doch erwünscht
JohnBlank 19.08.2011
Irgendwie lustig, wenn es um den Euro geht, ist ein bissl Dikattur erwünscht. Gegen den Willen der Bürger will man Euro-Bonds einführen, weil es die Bänker sich wünschen. SPD und Grüne sind da ganz vorne dabei, ja Demokratie, [...]
Irgendwie lustig, wenn es um den Euro geht, ist ein bissl Dikattur erwünscht. Gegen den Willen der Bürger will man Euro-Bonds einführen, weil es die Bänker sich wünschen. SPD und Grüne sind da ganz vorne dabei, ja Demokratie, bitte nur, wenn ich davon etwas habe? Wenn ein bisschen Diktatur beim Euro ok ist, kann eine komplette Diktatur ja auch nicht so viel schlimmer sein, oder? Sollten sich die Politiker von SPD und Grüne mal überlegen. Das alles wirkt nur noch arm.
3. .
Laza 19.08.2011
Ihr kauft sicher auch alle nur Fairtrade-Produkte. So gut wie jeder macht sich der Ausbeutung und Unterdrückung anderer Menschen schuldig.
Ihr kauft sicher auch alle nur Fairtrade-Produkte. So gut wie jeder macht sich der Ausbeutung und Unterdrückung anderer Menschen schuldig.
4. ..
ralfmahr 20.08.2011
Der vernichtet der Assad sein eigenes Volk und die EU kommt erst JETZT zu der Einsicht, man sollte lieber kein weiteres Öl von ihm kaufen??? Wow...
Der vernichtet der Assad sein eigenes Volk und die EU kommt erst JETZT zu der Einsicht, man sollte lieber kein weiteres Öl von ihm kaufen??? Wow...
5. Vielleicht
drouhy 20.08.2011
sollte man der Objektivität halber hinterfragen auf wessen Gehaltsliste die Aktivisten stehen. Und auch hinterfragen, auf wessen Gehaltsliste die hetzenden Imame stehen. Und vielleicht den ganzen Mittelmeerraum zur [...]
Zitat von sysopDer Westen fordert Assad offen zum Rücktritt auf - doch Syriens Staatschef geht weiter brutal gegen sein Volk vor: Wieder lässt er Regierungsgegner im ganzen Land erschießen, Aktivisten zufolge starben allein am Freitag 20 Menschen. Die EU plant jetzt ein Öl-Embargo.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,781319,00.html
sollte man der Objektivität halber hinterfragen auf wessen Gehaltsliste die Aktivisten stehen. Und auch hinterfragen, auf wessen Gehaltsliste die hetzenden Imame stehen. Und vielleicht den ganzen Mittelmeerraum zur Krisenregion erklären. Es brennt ja nicht nur am südlichen Ufer. Und auch darüber nachdenken, wie sich der deutsche Staat zu Recht gegen bewaffnete Militante gewehrt hat. Und anschliessend über eigenen Opportunismus nachdenken.

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