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19.10.2011
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Kritik vom Altkanzler

Schmidt wirft Politik Versagen in Euro-Krise vor

Altkanzler Schmidt: "Leichtfertiges Geschwätz von Politikern"
DPA

Altkanzler Schmidt: "Leichtfertiges Geschwätz von Politikern"

Helmut Schmidt gibt den europäischen Staats- und Regierungschefs schlechte Noten für ihr Agieren in der Euro-Schuldenkrise. Sie hätten sich als unfähig erwiesen, die Gefahr einzudämmen, sagte der Altkanzler - und lobte das EZB-Direktorium.

Frankfurt am Main - Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat die europäischen Regierungen für ihr Verhalten in der Euro-Schuldenkrise scharf angegriffen: Es gehe um "das Unvermögen der politischen Organe der Europäischen Union, die gefährlichen Turbulenzen und Unsicherheiten einzudämmen", sagte Schmidt bei der Verabschiedung von EZB-Präsident Jean -Claude Trichet am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Allein die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich als handlungsfähig und wirksam erwiesen, erklärte Schmidt. Deshalb handele es sich auch nicht um eine Krise des Euro. Das zu sagen, sei "leichtfertiges Geschwätz von Politikern und Journalisten". "In Wahrheit haben wir es zu tun mit einer Krise der Handlungsfähigkeit der politischen Organe." Das sei für die Zukunft Europas "eine viel größere Bedrohung als die Überschuldung einzelner Euro-Länder".

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich bei der Verabschiedung Trichets die Bereitschaft Deutschlands zu einer starken politischen Reaktion auf die Finanz- und Schuldenkrise. Um den Euro zu retten und die Krise beizulegen, müsse alles getan werden. "Auch Vertragsänderungen sind kein Tabu", sagte die CDU-Politikern in Frankfurt. "Wo steht eigentlich geschrieben, dass Vertragsänderungen auf europäischer Ebene immer ein Jahrzehnt dauern müssen?" Allerdings würden die in der Vergangenheit gemachten Fehler "nicht mit einem Schlag gelöst". Jedoch müsse Europa in der Krise auch zu unkonventionellen Maßnahmen bereit sein.

Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen sich dem Vernehmen nach noch am Mittwoch in Frankfurt mit Trichet und IWF-Chefin Christine Lagarde treffen. Merkel dankte Trichet für seine Arbeit. Er habe als Chef der EZB maßgeblich dazu beigetragen den Euro zu einer stabilen Währung zu machen. "Der Euro ist stabil, stabiler als die D-Mark in den letzten zehn Jahren ihrer Existenz", sagte Merkel. "Wenn der Euro scheitert, dann scheitert Europa. Und das werden wir nicht zulassen."

Trichet, der nach acht Jahren an der Spitze EZB Ende Oktober turnusgemäß abtritt, war zuletzt vor allem in Deutschland in die Kritik geraten. Der Kauf von Staatsanleihen pleitebedrohter Euroländer durch die EZB ist umstritten.

Bundespräsident Christian Wulff hatte kritisiert, die Notenbank gehe mit den Aufkäufen weit über ihr Mandat hinaus. Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber war im Streit um das EZB-Krisenmanagement zurückgetreten.

hen/dpa/dapd/Reuters

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insgesamt 100 Beiträge
1. Und sonst?
DieKleinenHaengtMan 19.10.2011
Bei allem notwendigen Respekt für seine Leistungen zu der Zeit, als die Hälfte des derzeitigen Kabinetts noch nicht geboren war: Helmut Schmidt ist ein mächtiger Verleger, aber als Politiker doch eher ein Zeitzeuge [...]
Zitat von sysopHelmut Schmidt
Bei allem notwendigen Respekt für seine Leistungen zu der Zeit, als die Hälfte des derzeitigen Kabinetts noch nicht geboren war: Helmut Schmidt ist ein mächtiger Verleger, aber als Politiker doch eher ein Zeitzeuge vergangener Tage. Gab es in seiner Rede wenigstens konkrete Handlungsempfehlungen?
2. Ews
Emil Peisker 19.10.2011
Schmidt hat zu seiner Zeit maßgeblich die Harmonisierung der europäischen Währungen in die EWS (Europäisches Währungssystem) befördert. Aus diesem System der Währungen, die in einem engen Korridor noch von den Kursen abweichen [...]
Zitat von DieKleinenHaengtManBei allem notwendigen Respekt für seine Leistungen zu der Zeit, als die Hälfte des derzeitigen Kabinetts noch nicht geboren war: Helmut Schmidt ist ein mächtiger Verleger, aber als Politiker doch eher ein Zeitzeuge vergangener Tage. Gab es in seiner Rede wenigstens konkrete Handlungsempfehlungen?
Schmidt hat zu seiner Zeit maßgeblich die Harmonisierung der europäischen Währungen in die EWS (Europäisches Währungssystem) befördert. Aus diesem System der Währungen, die in einem engen Korridor noch von den Kursen abweichen konnten, wurde damals Großbritannien durch Soros herausspekuliert. Schmidt hat seine Hausaufgaben damals hervorragend gemacht, heute ist zuviel Parteipolitik und Umfragesensibilität im Spiel.
3. Der alte Herr ...
santaponsa 19.10.2011
... hat es halt mit dem verbalen Schwadronieren! Bisher hat er ausser Kritik nichts Konkretes bewirkt. Ausser vielleicht, dass er Peer Steinbrück, SPD gern als Kanzler-Kandidaten sehen würde.
Zitat von DieKleinenHaengtManBei allem notwendigen Respekt für seine Leistungen zu der Zeit, als die Hälfte des derzeitigen Kabinetts noch nicht geboren war: Helmut Schmidt ist ein mächtiger Verleger, aber als Politiker doch eher ein Zeitzeuge vergangener Tage. Gab es in seiner Rede wenigstens konkrete Handlungsempfehlungen?
... hat es halt mit dem verbalen Schwadronieren! Bisher hat er ausser Kritik nichts Konkretes bewirkt. Ausser vielleicht, dass er Peer Steinbrück, SPD gern als Kanzler-Kandidaten sehen würde.
4. Helmut Schmidt, mit über 90 Jahren, wäre der beste Kanzler
almabu! 19.10.2011
den die CDU je hatte! Mit seinem strammen, konservativen, odnungspolitischen, nordatlantischen Kurs war er in der SPD immer eher der Fremdkörper vom rechten Rand als die Mitte. Ohne Brandt Rücktritt wäre er wohl nie Kanzler [...]
den die CDU je hatte! Mit seinem strammen, konservativen, odnungspolitischen, nordatlantischen Kurs war er in der SPD immer eher der Fremdkörper vom rechten Rand als die Mitte. Ohne Brandt Rücktritt wäre er wohl nie Kanzler geworden, denn die SPD hätte ihn nicht ausreichend getragen. Ein sehr kluger, aber auch eitler und selbstgerechter Politiker, der auch in seiner aktiven Zeit nur mit Wasser kochte. Seine Bäume wuchsen nicht in den Himmel, nur seine Schulden... Erst seine Abwahl durch Kohl startete "die Legende Schmidt"!
5. Vertragsänderungen ?
muelli23 19.10.2011
"Auch Vertragsänderungen sind kein Tabu", sagte die CDU-Politikern ... Wozu das? Es kümmert sich ja schon keiner um die bestehenden Verträge.
"Auch Vertragsänderungen sind kein Tabu", sagte die CDU-Politikern ... Wozu das? Es kümmert sich ja schon keiner um die bestehenden Verträge.

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