21.10.2011
Angebliches Mordkomplott gegen Saudis
USA klagen zwei Verdächtige an
Manssor Arbabsiar: Er wurde bereits im September verhaftet
Washington/New York - Im angeblichen Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA sind die beiden Hauptverdächtigen offiziell angeklagt worden. Manssor Arbabsiar und Gholam Schakuri werden unter anderem Pläne für einen Mord an einem ausländischen Beamten und der Einsatz von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft in New York mitteilte. Hinzu komme der Verdacht auf grenzüberschreitenden Terrorismus.
Arbabsiar, einem 56-jährigen Amerikaner mit iranischem Pass, wird vorgeworfen, die Ermordung des saudischen Botschafters Adil al-Dschubeir durch einen Anschlag in einem Restaurant beabsichtigt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte eine Rolle in dem Komplott mit weiteren Beteiligten eingeräumt. Die offizielle Verlesung der Anklageschrift ist für Montag geplant.
Arbabsiar war bereits Ende September in New York festgenommen worden. Nach Ansicht der Ermittler plante er die Taten mutmaßlich mit dem Kuds-Mitglied Gholam Schakuri. Er sei als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt, hieß es. Schakuri soll sich derzeit in Iran befinden.
Nach Angaben von US-Präsident Barack Obama waren die Attentatsplanungen von "Individuen in der iranischen Regierung" bezahlt und dirigiert worden. Justizminister Eric Holder hatte die Kuds-Brigaden, den militärischen Arm der iranischen Revolutionsgarden, für das Komplott verantwortlich gemacht.
Als Beweis nannte seine Behörde eine Vorschusszahlung von 100.000 Dollar, rund 73.000 Euro, an einen mutmaßlichen Auftragsmörder des mexikanischen Drogenkartells Los Zetas, der in Wirklichkeit ein Informant der Drogenfahndung DEA gewesen sei.
Iran wehrt sich gegen Komplottvorwürfe
Allerdings waren zahlreiche Zweifel laut geworden, ob Iran tatsächlich hinter der angeblichen Verschwörung steht. Selbst US-Ermittler seien lange skeptisch gewesen, weil die Verschwörung so bizarr und ungewöhnlich schlecht organisiert erschienen sei, berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Beamte. Dass die iranische Führung verwickelt sei, basiere lediglich auf Schlussfolgerungen.
Iran hat die Komplottvorwürfe zurückgewiesen. Der Vorfall belastet die ohnehin schwierigen Beziehungen von USA und Saudi-Arabien zur Regierung in Teheran und droht, die Spannungen in der Region zu verschärfen.
Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Komplott hat die EU fünf Personen mit Sanktionen belegt. In einer am Freitag in Brüssel veröffentlichten Erklärung wurden weder Namen noch Nationalität der Betroffenen genannt, deren Vermögen in der Europäischen Union eingefroren wird. Es handele sich um Maßnahmen im Anti-Terror-Kampf, hieß es weiter.
heb/dpa/dapd