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17.12.2011
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Ausschreitungen in Kasachstan

Despot Nasarbajew verhängt Ausnahmezustand

Ausschreitungen: Polizisten führen Demonstranten in der Stadt Schanaosen ab
REUTERS

Ausschreitungen: Polizisten führen Demonstranten in der Stadt Schanaosen ab

Das Regime wollte die Unabhängigkeit von der Sowjetunion feiern, doch das Volk war nicht fröhlich gestimmt: In Kasachstan ist nach schweren Ausschreitungen der Ausnahmezustand verhängt worden. In dem Land demonstrieren mehrere tausend Menschen seit langem gegen Ausbeutung und für höhere Löhne.

Astana/Moskau - Nach schweren Zusammenstößen mit mindestens elf Toten im autoritär regierten Kasachstan hat Staatschef Nursultan Nasarbajew den Ausnahmezustand über die Stadt Schanaosen verhängt. Die Folge: Öffentliche Proteste und Streiks seien vorerst bis zum 5. Januar 2012 verboten. Zudem sei in der Stadt mit umfangreichen Ölreserven im Südwesten der früheren Sowjetrepublik eine nächtliche Ausgangssperre befohlen worden. Das teilten die Behörden in dem zentralasiatischen Land am Samstag mit.

Bei Unruhen zwischen streikenden Ölarbeitern und der Polizei waren am Freitag elf Menschen getötet und 86 verletzt worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden etwa 70 Demonstranten festgenommen.

Bei Feiern zum Unabhängigkeitstag in der 60.000-Einwohner-Stadt nahe des Kaspischen Meeres hatten Jugendliche und Ölarbeiter eine Festbühne gestürmt und Gebäude und Autos in Brand gesteckt. Sondereinheiten der Polizei drängten die mit Stöcken und Brandbomben bewaffnete Menge später mit Tränengas zurück.

In dem rohstoffreichen Land streiken Tausende Menschen bereits seit mehr als einem halben Jahr gegen Ausbeutung und für höhere Löhne. Präsident Nasarbajew regiert den Steppenstaat bereits seit Sowjetzeiten; er gilt aus autokratischer Herrscher in dem Land. Kasachstan ist zwar eines der rohstoffreichsten Länder der Welt, aber fast jeder dritte Kasache lebt unterhalb des offiziellen Existenzminimums, zwölf Prozent werden als arm eingestuft.

Anders geht es allerdings Nasarbajew. Laut dem russischen Magazin "The New Times" hat der Nasarbajew-Clan geschätzte sieben Milliarden Dollar in seine Taschen gewirtschaftet.

rom/dpa

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