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09.02.2012
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Schlag gegen Atomprogramm

Mögliche Attacke auf Iran entzweit Israel und USA

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Netanjahu und Obama bei der Uno in New York 2011: Uneins über Iran-Frage

Muss Iran angegriffen werden? Ist das Atomprogramm schon bald so weit fortgeschritten, dass es für Attacken zu spät ist? Die Vereinigten Staaten und Israel streiten über die Dringlichkeit eines Militärschlags. Die US-Regierung müht sich zunehmend frustriert, die Falken aus Jerusalem zu bremsen.

Washington - Die US-Regierung bemühte sich zuletzt, Berichte über einen möglicherweise bald bevorstehenden Militärschlag Israels gegen Iran zu entkräften. Israel habe noch keine konkreten Pläne für einen Angriff auf iranische Atomanlagen gefasst, erklärte Präsident Obama vor drei Tagen. "Ich glaube nicht, dass Israel eine Entscheidung getroffen hat". Obamas Berater Dennis Ross sagte im SPIEGEL-Interview, ein Krieg mit Iran stehe nicht unmittelbar bevor, er sei noch vermeidbar. Die diplomatischen Möglichkeiten seien nicht ausgeschöpft.

Diese neuen Einschätzungen sind möglicherweise das Ergebnis kontroverser Diskussionen zwischen amerikanischen und israelischen Regierungsvertretern. Denn noch kurz zuvor hatte US-Verteidigungsminister Leon Panetta nach Angaben amerikanischer Zeitungen erklärt, er sehe eine "starke Wahrscheinlichkeit" dafür, dass ein Angriff Israels auf Iran im April, Mai oder Juni erfolge. Panetta wollte die Berichte weder bestätigen noch dementieren.

Die "New York Times" berichtet jetzt, dass es in den vergangenen Tagen und Wochen heftige Auseinandersetzungen zwischen Jerusalem und Washington bezüglich eines Militärschlags gegen das iranische Atomprogramm gegeben habe. Dabei geht es laut der Zeitung besonders darum, wann die rote Linie überschritten ist und ab welchem Zeitpunkt das iranische Nuklearprogramm zu weit fortgeschritten ist, um es mit einem Angriff noch zu zerstören.

USA will Argumente Israels widerlegen

Zahlreiche hochrangige israelische Regierungsmitglieder, darunter Außenminister Avigdor Lieberman sowie der Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, seien in den vergangenen Wochen nach Washington gereist, um die US-Regierung davon zu überzeugen, dass der Zeitpunkt, zu dem ein Angriff zu spät komme, schnell näher rücke. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte dafür den Begriff "zone of immunity" geprägt. Iran sei dabei, seine Atomanlagen immer besser gegen Angriffe zu schützen. Wer "später" zu einem Angriff sage, laufe Gefahr, dass "später zu spät" sein könnte, so Barak jüngst auf einer Pressekonferenz.

Im Gegenzug versuchten amerikanische Politiker laut "New York Times", den Israelis in Gesprächen beizubringen, dass der Westen noch mehr Zeit habe und weiter versuchen müsse, Iran durch Sanktionen vom Bau einer Atombombe abzuhalten. In einem Telefongespräch mit Israels Premier Benjamin Netanjahu habe Präsident Obama im vergangenen Monat versucht, dessen Argumente für einen Militärschlag zu widerlegen. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Mitarbeiter der US-Regierung. Die Amerikaner seien nach dem Gespräch davon überzeugt gewesen, dass Netanjahu wirtschaftlichen Sanktionen und anderen Schritten Zeit geben wolle zu wirken. Die Amerikaner glauben fest an die Wirkung der Sanktionen. Die iranische Währung sei bereits abgestürzt, argumentieren sie, ihr Öl finde keine Käufer mehr und es gebe Anzeichen, dass die iranische Führung immer stärker zerstritten ist.

Netanjahu untersagt Äußerungen zu einem Angriff auf Iran

In Washington wächst laut der Zeitung dennoch die Frustration über Jerusalem. Die israelische Regierung habe einen zu engen Blickwinkel auf den Konflikt und habe sich auf den Gedanken versteift, dass Iran die Urananreicherung so tief unter der Erde unter mehreren Granitschichten vornehmen wolle, dass auch die beste Bombe dagegen nicht mehr helfe. Im Zentrum der israelischen Argumentation stehe demnach, dass es, sobald Iran einen unterirdischen geschützten Platz zum Bombenbau hat, egal sei, ob die Fertigstellung der Atomwaffen dann sechs Monate oder fünf Jahre dauere.

Experten gehen davon aus, dass Iran inzwischen ausreichend Uran für den Bau von mindestens vier Atombomben besitzt, die Anreicherung aber würde noch Monate dauern. Außerdem müssten die Iraner dafür entsprechende Sprengköpfe herstellen - was mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte.

Inzwischen hat Israels Premier Netanjahu angeordnet, dass Regierungsmitglieder nicht mehr öffentlich über einen möglichen Angriff auf Iran reden sollten. Solche Äußerungen verursachten enormen Schaden, zitierten israelische Medien den Regierungschef. Sie vermittelten den Eindruck, dass Israel eine Offensive betreibe und damit die Sanktionspolitik untergrabe.

Israels Präsident Schimon Peres rief am Mittwoch die Einwohner Irans zur Versöhnung auf. "Wir sind nicht von Geburt an Feinde und es gibt keinen Grund, als solche zu leben", sagte Peres bei einer Rede anlässlich des Jahrestags der Gründung des israelischen Parlaments. "Euer Volk ist ein kluges Volk, das Freundschaft und Frieden anstrebt, nicht Konflikte und Krieg." Die Regierung in Teheran verurteilte Peres indessen scharf. "Der Iran ist nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern eine wirkliche Gefahr für die gesamte Menschheit", sagte der Friedensnobelpreisträger. "Das derzeitige iranische Regime ist hungrig nach Imperialismus und will zum obersten Führer der Region werden."

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
1. Was ?Wie bitte ?
juergw. 09.02.2012
Kann nicht sein !Jahrzehnte lang haben die USA ihr Veto in der UN eingelegt-wenn es Resolutionen für Israel gab.Seit Jahrzenten gibt es Milliarden an Dollars für Israel als Militärhilfe und jetzt frustriert?
Zitat von sysopdpaMuss Iran angegriffen werden? Ist das Atomprogramm schon bald so weit fortgeschritten, dass es für Attacken zu spät ist? Die Vereinigten Staaten und Israel streiten über die Dringlichkeit eines Militärschlags. Die US-Regierung müht sich zunehmend frustriert, die Falken aus Jerusalem zu bremsen. Schlag gegen Atomprogramm: Mögliche Attacke auf Iran entzweit Israel und USA - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814248,00.html)
Kann nicht sein !Jahrzehnte lang haben die USA ihr Veto in der UN eingelegt-wenn es Resolutionen für Israel gab.Seit Jahrzenten gibt es Milliarden an Dollars für Israel als Militärhilfe und jetzt frustriert?
2.
super_nanny 09.02.2012
---Zitat von Peres--- Der Iran ist nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern eine wirkliche Gefahr für die gesamte Menschheit", sagte der Friedensnobelpreisträger. "Das derzeitige iranische Regime ist hungrig [...]
---Zitat von Peres--- Der Iran ist nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern eine wirkliche Gefahr für die gesamte Menschheit", sagte der Friedensnobelpreisträger. "Das derzeitige iranische Regime ist hungrig nach Imperialismus und will zum obersten Führer der Region werden." ---Zitatende--- Verständlich, dass das dem derzeitigem obersten Führer der Region, Israel, ein Dorn im Auge ist. Denn Israels Vormachtstellung wird ironischerweise ebenfalls in erster Linie durch Atomwaffen gesichert. Die Abschreckungswirkung wird verloren gehen, sobald die Araber ebenfalls Atomwaffen haben.
3. Deshalb darf der Iran auch nie Atombomben haben!
widower+2 09.02.2012
Vergleichen Sie doch mal die Auswirkungen einer iranischen Atombombe auf Israel mit der einer israelischen Atombombe auf den Iran. Eine iranische Bombe reicht, um die Hälfte der israelischen Bevölkerung auszulöschen und [...]
Zitat von super_nannyVerständlich, dass das dem derzeitigem obersten Führer der Region, Israel, ein Dorn im Auge ist. Denn Israels Vormachtstellung wird ironischerweise ebenfalls in erster Linie durch Atomwaffen gesichert. Die Abschreckungswirkung wird verloren gehen, sobald die Araber ebenfalls Atomwaffen haben.
Vergleichen Sie doch mal die Auswirkungen einer iranischen Atombombe auf Israel mit der einer israelischen Atombombe auf den Iran. Eine iranische Bombe reicht, um die Hälfte der israelischen Bevölkerung auszulöschen und den größten Teil des Landes unbewohnbar zu machen. Umgekehrt sieht das ganz anders aus. Außerdem sind Iraner keine Araber!
4.
Philippe-Jean Peeters 09.02.2012
Es scheint sich 2. zu bestätigen! 1. und 3. dürften für sich selbst sprechen. Mein Beitrag am 03.02.2012 : Betrachtet man die „Großwetterlage“ und dazu die Verbreitung des Islams auf einer Weltkarte, bemerkt man [...]
Zitat von sysopdpaMuss Iran angegriffen werden? Ist das Atomprogramm schon bald so weit fortgeschritten, dass es für Attacken zu spät ist? Die Vereinigten Staaten und Israel streiten über die Dringlichkeit eines Militärschlags. Die US-Regierung müht sich zunehmend frustriert, die Falken aus Jerusalem zu bremsen. Schlag gegen Atomprogramm: Mögliche Attacke auf Iran entzweit Israel und USA - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814248,00.html)
Es scheint sich 2. zu bestätigen! 1. und 3. dürften für sich selbst sprechen. Mein Beitrag am 03.02.2012 : Betrachtet man die „Großwetterlage“ und dazu die Verbreitung des Islams auf einer Weltkarte, bemerkt man schnell dass: 1. die unmittelbare Nachbarn Israels sich, zurzeit, im Umbruch befinden und kaum in der Lage sind kurzfristig und gemeinsam auf einen Angriff auf den Iran kriegerisch zu reagieren. Spätere Auswirkungen auf die innere politische Entwickelung dieser Länder könnten sich allerdings als verheerend erweisen. 2. die USA sich in ein Wahljahr befinden und ebenfalls kaum in der Lage sind eine angemessene Antwort auf ein Angriff Israels kurzfristig zu finden. Eine verheerende Auswirkung auf die Wahl der Amerikaner wäre ebenfalls zu befurchten. 3. Europa sich mit massive energetische und finanzielle Belastungen herumschlägt und sich nicht in der Lage befindet in irgendeine Art auch immer zu intervenieren. Auch in Europa, mit Frankreich und Deutschland, stehen Wahlen bevor die eine eindeutige Position in dieser Angelegenheit eher erschweren würde. Aus Israelische Sichtweise ist der Moment allerdings deshalb günstig und wird sich in Zukunft kaum günstiger erweisen. Der irrsinnige Glaube das Problem Iran, mit einem Präventivschlag in weiter Ferne zu verschieben, könnte dort tatsächlich Anhänger gewinnen. Allein China und Russland könnten Israel „Paroli“ bieten. Das wiederum würde ein Weltkonflikt bedeuten. Gott bewahre uns. Eine Ergänzung dazu: Warum will Russland Syrien weiterhin gewähren lassen? Der russische Marine Stützpunkt in Syrien würde sich im Konfliktfall zwischen Israel und Iran als strategisch sehr nützlich erweisen. Eine (R) Evolution ähnlich wie in Ägypten oder Tunesien, oder noch schlimmer wie in Libyen, würde diesen Stützpunkt nahezu unbrauchbar machen.
5. Ist doch klar!
artusdanielhoerfeld 09.02.2012
Es wird im Nahen Osten erst dann Frieden geben, wenn... ... alle Völker einander achten und respektieren. Oder was haben Sie gerade gedacht?
Es wird im Nahen Osten erst dann Frieden geben, wenn... ... alle Völker einander achten und respektieren. Oder was haben Sie gerade gedacht?
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