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22.02.2012
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Syrien

Abgehörte Nachrichten sollen gezieltes Feuer auf Journalisten belegen

Die Assad-Truppen haben offenbar bewusst versucht, in Homs westliche Journalisten zu töten. Das soll aus Mitteilungen der syrischen Armee hervorgehen, die der libanesische Geheimdienst abgefangen haben will. Laut "Daily Telegraph" sollten die Tötungen später als Versehen dargestellt werden.

Hamburg - Der tödliche Angriff auf die Journalistin Marie Colvin und den Fotografen Remi Ochlik könnte eine gezielte Aktion der syrischen Armee gewesen sein. Der britische "Daily Telegraph" berichtet, Einheiten des Assad-Regimes seien explizit angewiesen gewesen, auf das behelfsmäßige Pressezentrum im syrischen Homs zu schießen.

Dabei beruft sich das Blatt auf Informationen des libanesischen Geheimdienstes. Dieser gibt an, entsprechende interne Armee-Kommunikationen abgehört zu haben. Tödliche Treffer, so der "Daily Telegraph" weiter, hätten später als Versehen im Kampf gegen die Widerstandstruppen in der Rebellenhochburg vertuscht werden sollen.

Das Blatt zitiert einen französischen Journalisten, der bis vor kurzem ebenfalls aus Homs berichtet hatte. "Vor einigen Tagen wurde uns gesagt, wir sollten Homs schnell verlassen. Andernfalls würde uns die syrische Armee töten", so Jean-Pierre Perrin. Die Armee habe Anweisung gehabt, "jeden Journalisten zu töten, der Fuß auf syrischen Boden setzt", berichtet Perrin weiter. Woher er diese Informationen bekommen hatte, wird aus dem Bericht jedoch nicht deutlich.

"Dieses Regime muss gehen"

Auch nach Ansicht der französischen Regierung sind Syriens Behörden verantwortlich für den Tod der westlichen Medienleute. "Damaskus schuldet uns eine Antwort", sagte der französische Außenminister Alain Juppé am Mittwochabend. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sprach von Mord an den Journalisten und sagte: "Dieses Regime muss gehen."

Minister Juppé forderte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP erneut einen Sicherheitskorridor, um den Verletzten mit Unterstützung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) medizinische Hilfe leisten zu können. Ihr Zustand sei besorgniserregend, betonte er. Die Reaktion der syrischen Regierung auf diesen Appell sei bisher nicht zufriedenstellend gewesen.

Bei den Angriffen auf den Stadtteil Baba Amro in Homs sollen insgesamt mehr als 80 Menschen getötet worden. Nach dem Bombardement am Nachmittag seien allein 60 Leichen unter den Trümmern entdeckt worden, berichteten Oppositionelle.

Wegen der eskalierenden Situation in Syrien zeichnet sich nach Einschätzung der Opposition eine militärische Intervention als einzige Lösung für den Konflikt ab. "Es gibt zwei Übel: Eine Militärintervention oder ein sich hinschleppender Bürgerkrieg", sagte Basma Kodmani, Führungsmitglied der größten Oppositionsgruppe Syrischer Nationalrat (SNC) in Paris.

Opposition berichtet von Jagd auf Zivilisten

Wenige Tage vor der für Freitag geplanten internationalen Syrien-Konferenz in Tunis schlossen die USA eine Bewaffnung der Rebellen nicht mehr aus. Russland, das wegen seines Vetos gegen eine Uno-Resolution zu Syrien in der Kritik steht, bemühte sich um freies Geleit für Hilfskonvois in die seit Wochen von Regierungstruppen belagerten Städte.

In mehreren Dörfern in der nördlichen Provinz Idlib haben Soldaten und Milizionäre von Präsident Baschar al-Assad nach Angaben der Opposition 27 junge Männer gezielt getötet. Sie hätten Jagd auf Zivilisten gemacht, teilte das Syrische Netzwerk für Menschenrechte mit. "Sie haben sie gefangen und ohne zu zögern getötet. Sie haben nur junge Männer gesucht, und wer nicht fliehen konnte, wurde umgebracht." Im Internet verbreitete Videos zeigten die Leichen gefesselter junger Männer - mit Schusswunden in Brust und Kopf.

jok/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 9 Beiträge
1. Journalisten
freiheitsk 22.02.2012
Wer kann denn belegen, dass diese "Journalisten" wirklich das waren, wofür sie sich ausgegeben haben?
Zitat von sysopDie Assad-Truppen haben offenbar bewusst versucht, in Homs westliche Journalisten zu töten. Das soll aus Mitteilungen der syrischen Armee hervorgehen, die der libanesische Geheimdienst abgefangen haben will. Laut "Daily Telegraph" sollten die Tötungen später als Versehen dargestellt werden. Syrien: Abgehörte Nachrichten sollen gezieltes Feuer auf Journalisten belegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817024,00.html)
Wer kann denn belegen, dass diese "Journalisten" wirklich das waren, wofür sie sich ausgegeben haben?
2.
simon23 22.02.2012
Das waren schon Journalisten, sie sind ja bekannt. Ob sie "objektive" Journalisten waren, ob es ihnen um reißerische Storys ging und nicht um die tieferen Zusammenhänge kann ich nicht beurteilen. Wer ist schon [...]
Zitat von freiheitskWer kann denn belegen, dass diese "Journalisten" wirklich das waren, wofür sie sich ausgegeben haben?
Das waren schon Journalisten, sie sind ja bekannt. Ob sie "objektive" Journalisten waren, ob es ihnen um reißerische Storys ging und nicht um die tieferen Zusammenhänge kann ich nicht beurteilen. Wer ist schon objektiv... Ob allerdings diese abgefangenen Gespräche so stimmen, weiß man auch nicht. Ich habe bislang nur gehört, das irgendwelche Geheimdienstmenschen behaupten, entsprechende Gespräche abgefangen zu haben. Geheimdienstleute zählen zu jenen Menschen, deren Objektivität fast schon als berufsbedingt ausgeschlossen betrachtet werden muss. Welcher Seite gehören sie in dem ebenfalls zersplitterten Libanon an? Waren sie überhaupt Geheimdienstleute des Libanon oder gaben das nur vor? Ist ihre Existenz vielleicht eine einzige Luftblase? Andererseits ist es durchaus möglich, das es so war, wie geschildert. Wer weiß? Im Rahmen dessen, was man als Informationskrieg bezeichnet, ergeben beide Möglichkeiten Sinn. Schon Napoleon fürchtete sich vor drei Zeitungen mehr als vor 1000 Bajonetten. Leute, die Informationen und Sichten der Gegenseite in die Welt tragen, können da ganz schnell zu Zielobjekten werden. Die andere Seite ist: bislang gab es zwei tote Journalisten. Daraus ergibt sich im Rahmen des Informationskrieges die Frage: wie schlachtet man das aus? Da sind plötzlich auftauchende Geheimdienstler, die "belegen", das hier eine perfide absichtliche Tat gegen zwei westliche Journalisten begangen wurde, gerade zu Gold wert. So kann man die eigene politische Sache bestärken und die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen, eine der wichtigsten Ziele in jedem Krieg. Aber, wer weiß?
3. gezielt
zukunft007 22.02.2012
Die Nato hat bei ihren Luftangriffen auf Ziele in Libyen am 30. Juli gezielt das Gebäude des staatlichen Senders al-Dschamahirija bombardiert. Nach Angaben des Senders wurde drei Journalisten getötet und 21 weitere [...]
Zitat von sysopDie Assad-Truppen haben offenbar bewusst versucht, in Homs westliche Journalisten zu töten. Das soll aus Mitteilungen der syrischen Armee hervorgehen, die der libanesische Geheimdienst abgefangen haben will. Laut "Daily Telegraph" sollten die Tötungen später als Versehen dargestellt werden. Syrien: Abgehörte Nachrichten sollen gezieltes Feuer auf Journalisten belegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817024,00.html)
Die Nato hat bei ihren Luftangriffen auf Ziele in Libyen am 30. Juli gezielt das Gebäude des staatlichen Senders al-Dschamahirija bombardiert. Nach Angaben des Senders wurde drei Journalisten getötet und 21 weitere Mitarbeiter verletzt. Die Nato rechtfertigte den Angriff mit dem Argument, der "Terrorsender" diene dem Gaddafi-Regime als Instrument, um "die Bevölkerung einzuschüchtern". Demgegenüber wird in einer Erklärung von Reporter ohne Grenzen klargestellt, dass militärische Angriffe auf zivile Einrichtungen nach den Genfer Konventionen ein Kriegsverbrechen darstellen. Das gelte auch dann, wenn der angegriffene Sender Propaganda ausstrahle. Zu diesem Befund war bereits eine Kommission des Internationalen Strafgerichtshofs zum ehemaligen Jugoslawien (ICTY) gekommen, die den Nato-Luftangriff von 1999 auf den serbischen Staatssender in Belgrad untersucht hatte. Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe (http://www.monde-diplomatique.de/pm/2011/08/12.mondeText.artikel,a0003.idx,7) warum war das keine grosse Pressemeldung wert? Warum regt sich da keiner der Meinungsbildner drüber auf? Wie immer wird je nach gusto mit zweierlei Mass gemessen.
4.
corrierayner 22.02.2012
Bis gestern abend hatte ich noch nie von Marie Colvin gehört. Aber ihr Beitrag zu den Channel 4 Nachrichten hat mich sehr berührt. Mir wurde klar, daß Marie aus Homs berichtete, weil sonst die Außenwelt keine Ahnung haben [...]
Zitat von freiheitskWer kann denn belegen, dass diese "Journalisten" wirklich das waren, wofür sie sich ausgegeben haben?
Bis gestern abend hatte ich noch nie von Marie Colvin gehört. Aber ihr Beitrag zu den Channel 4 Nachrichten hat mich sehr berührt. Mir wurde klar, daß Marie aus Homs berichtete, weil sonst die Außenwelt keine Ahnung haben würde, wie furchtbar die Situation dort für die Zivilbevölkerung wirklich ist. Reißerische Stories? Nachdem ich nun ein bißchen nachgelesen habe, wer Marie Colvin und Remi Ochlik waren, glaube ich kaum, daß es jemals darum ging. Ich denke, beide sind gestorben, weil ihnen die Berichterstattung einer Notlage wichtiger war als ihr Leben. Vielleicht sollten wir jetzt daran arbeiten, ihrem Tod einen Sinn zu geben...
5. Gräuelprobaganda
beobachter48 22.02.2012
ist so alt wie die Menschheit. Dort geht es offensichtlich nicht so recht vorwärts wie sich das gewisse Kreise vorgestellt haben. Da müssen halt die Menschen durch solche Meldungen ideologisch reif geschossen werden um so ein [...]
Zitat von sysopDie Assad-Truppen haben offenbar bewusst versucht, in Homs westliche Journalisten zu töten. Das soll aus Mitteilungen der syrischen Armee hervorgehen, die der libanesische Geheimdienst abgefangen haben will. Laut "Daily Telegraph" sollten die Tötungen später als Versehen dargestellt werden. Syrien: Abgehörte Nachrichten sollen gezieltes Feuer auf Journalisten belegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817024,00.html)
ist so alt wie die Menschheit. Dort geht es offensichtlich nicht so recht vorwärts wie sich das gewisse Kreise vorgestellt haben. Da müssen halt die Menschen durch solche Meldungen ideologisch reif geschossen werden um so ein bestimmtes politisches Verhalten zu motivieren u.Verständnis für bestimmte Reaktionen des Westens zu heischen.

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