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24.02.2012
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Syrien-Konferenz in Tunis

Assad-Anhänger stürmen Tagungshotel

Hunderte Unterstützer des syrischen Dikators Assad sind in ein abgeschirmtes Hotel in Tunis eingedrungen. Dort tagen Vertreter der syrischen Opposition und internationale Top-Politiker - unter ihnen Außenminister Westerwelle.

Tunis - Es war eine konzertierte Aktion gegen die erste Konferenz der neuen Syrien-Kontaktgruppe. Mit Bussen fuhren Hunderte Anhänger des syrischen Regimes vor einem Hotel am Rande der tunesischen Hauptstadt Tunis vor. Augenzeugen berichteten, es habe sich um etwa 300 tunesische Angehörige pan-arabischer Parteien gehandelt. Sie drängten sich vorbei an Absperrungsgittern in die Tiefgarage des Gebäudes. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hielten sie Plakate mit dem Bild des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hoch. "Kein Treffen der Feinde der arabischen Welt" und "Nein zu dieser Konferenz", riefen die Demonstranten. Die Menge versuchte demnach, sich einen Weg in das Hotel selbst zu verschaffen. Doch Sicherheitsleute hätten sie mit Schlagstöcken zurückgedrängt, heißt es.

Im Palace Hotel in Tunis tagen seit Freitag Vertreter von mehr als 60 Staaten und internationalen Organisationen, um eine neue "Freundesgruppe" für ein demokratisches Syrien zu gründen. Damit soll der Druck auf Machthaber Baschar al-Assad erhöht werden. Deutschland ist in der tunesischen Hauptstadt durch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vertreten. Russland und China, die ein härteres Vorgehen gegen das Assad-Regime blockieren, blieben demonstrativ fern.

In der Abschlusserklärung des Gründungstreffens droht die Gruppe der syrischen Führung mit weiteren Sanktionen, falls die Gewalt gegen das eigene Volk nicht sofort beendet wird. Von einem militärischen Eingreifen ist jedoch nicht die Rede. Die Ernennung des früheren Uno-Generalsekretärs Kofi Annan zum neuen Syrien-Sonderbeauftragten wird begrüßt. In der Abschlusserklärung heißt es ebenfalls, der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) sei "eine legitime Vertretung von Syrern, die einen friedlichen demokratischen Wandel suchen". Eine völkerrechtliche Anerkennung, auf die Teile der syrischen Opposition gehofft hatten, bedeutet dies jedoch nicht.

Vorbild Libyen

In der "Gruppe der Freunde des syrischen Volkes" sind neben allen EU-Staaten und den USA auch zahlreiche arabische Länder vertreten. Vorbild ist die frühere Libyen-Kontaktgruppe, die vergangenes Jahr an der Ablösung des dortigen Machthabers Muammar al-Gaddafi mitwirkte. Auch die Syrien-Gruppe soll künftig in regelmäßigen Abständen tagen. Das nächste Treffen soll in etwa vier Wochen in der Türkei stattfinden.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) forderte die in Tunis versammelte Staatengruppe auf, die Rebellen-Armee und alle Widerstandsgruppen zu bewaffnen. Falls die Führung in Damaskus die Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts ablehnen sollte, sollten die "Freunde Syriens" nicht zögern, die Opposition mit Militärberatern, Ausbildung und "Waffen zur Selbstverteidigung" zu unterstützen, erklärte der SNC am Freitag in Tunis.

ler/dpa/Reuters

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insgesamt 84 Beiträge
1. Mir wird schlecht....
rcp48 24.02.2012
Wenn ich das lese wird mir einfach nur schlecht..... Libyen war nicht genug. Hat irgendwer schon mal nachgeschaut was da Los ist jetzt? Wir müssen uns überall einmischen.
Zitat von sysopHunderte Unterstützer des syrischen Dikators Assad sind in ein abgeschirmtes Hotel in Tunis eingedrungen. Dort tagen internationale Vertreter einer "Freundesgruppe" für die Opposition des Landes - unter ihnen Außenminister Westerwelle. Syrien-Konferenz in Tunis: Assad-Anhänger stürmen Tagungshotel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817405,00.html)
Wenn ich das lese wird mir einfach nur schlecht..... Libyen war nicht genug. Hat irgendwer schon mal nachgeschaut was da Los ist jetzt? Wir müssen uns überall einmischen.
2. ....
hirnbenutzer 24.02.2012
diese Menschen überlassen das denken den Imamen in den Moscheen. Was der sagt wird ungefiltert umgesetzt. Das macht den Islam so gefährlich....
Zitat von sysopHunderte Unterstützer des syrischen Dikators Assad sind in ein abgeschirmtes Hotel in Tunis eingedrungen. Dort tagen internationale Vertreter einer "Freundesgruppe" für die Opposition des Landes - unter ihnen Außenminister Westerwelle. Syrien-Konferenz in Tunis: Assad-Anhänger stürmen Tagungshotel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817405,00.html)
diese Menschen überlassen das denken den Imamen in den Moscheen. Was der sagt wird ungefiltert umgesetzt. Das macht den Islam so gefährlich....
3.
TimeBaseTimer 24.02.2012
In Tunis, genauso wie in Libya und Egipt, kennen Menschen bereits, was für eine "Demokratie" kommt und was für "Freunde" da am Werk sind.
Zitat von sysopHunderte Unterstützer des syrischen Dikators Assad sind in ein abgeschirmtes Hotel in Tunis eingedrungen. Dort tagen internationale Vertreter einer "Freundesgruppe" für die Opposition des Landes - unter ihnen Außenminister Westerwelle. Syrien-Konferenz in Tunis: Assad-Anhänger stürmen Tagungshotel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817405,00.html)
In Tunis, genauso wie in Libya und Egipt, kennen Menschen bereits, was für eine "Demokratie" kommt und was für "Freunde" da am Werk sind.
4. Syrien
hubertrudnick1 24.02.2012
Die Zukunft lässt sich nicht aufhalten und weil das die Putinfreunde in Syrien wissen versuchen sie noch mal mit ihrer bestehenden Macht zu spielen. Sie wissen es aber das es ihnen so ergehen wird wie die Diktatoren vom [...]
Zitat von sysopHunderte Unterstützer des syrischen Dikators Assad sind in ein abgeschirmtes Hotel in Tunis eingedrungen. Dort tagen internationale Vertreter einer "Freundesgruppe" für die Opposition des Landes - unter ihnen Außenminister Westerwelle. Syrien-Konferenz in Tunis: Assad-Anhänger stürmen Tagungshotel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817405,00.html)
Die Zukunft lässt sich nicht aufhalten und weil das die Putinfreunde in Syrien wissen versuchen sie noch mal mit ihrer bestehenden Macht zu spielen. Sie wissen es aber das es ihnen so ergehen wird wie die Diktatoren vom Irak, Ägypten und Libyen, die Geschichte wird sie wegspülen. Dem Herrn Assad bleibt dann nur noch sich selbst die Kugel zu geben, denn mit dem Menschenlechter wird die gequälte Bevölkerung kurzen Prozeß machen.
5. Wieso?
idealist100 24.02.2012
Die Franzosen, Amis und Tommis haben jetzt eine kostenlose Ölpipeline für die Waffenlieferungen. Ist doch auch was. Wie es dem Volk jetzt geht ist doch uninteressant.
Zitat von rcp48Wenn ich das lese wird mir einfach nur schlecht..... Libyen war nicht genug. Hat irgendwer schon mal nachgeschaut was da Los ist jetzt? Wir müssen uns überall einmischen.
Die Franzosen, Amis und Tommis haben jetzt eine kostenlose Ölpipeline für die Waffenlieferungen. Ist doch auch was. Wie es dem Volk jetzt geht ist doch uninteressant.

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