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25.02.2012
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Selbstmordattentat

Dutzende Tote bei Explosion in Jemen

AFP

Jemens neuer Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi: Blutige Gewalt nach dem Amtseid

Ein schwerer Selbstmordanschlag erschüttert Jemen - mindestens 26 Menschen sterben, als vor einem Präsidentenpalast im Südosten des Landes eine Bombe detoniert. Zuvor hatte der neue Präsident Mansur Hadi seinen Amtseid abgelegt.

Sanaa - Der Selbstmordattentäter sprengte sich nach Militärangaben vor dem Präsidentenpalast in Mukalla in der südöstlichen Provinz Hadramut mit seinem Fahrzeug in die Luft. Bei den meisten Opfern handele es sich um Soldaten der Präsidentengarde, sagte ein Vertreter der Gesundheitsbehörden.

Zahlreiche weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagte ein Krankenhausarzt. Ranghohe Persönlichkeiten befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags demnach nicht in dem Gebäude. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, das Terrornetzwerk al-Qaida habe sich zu dem Anschlag bekannt.

Der Anschlag ereignete sich nur wenige Stunden nachdem der neue jemenitische Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi in der Hauptstadt Sanaa seinen Amtseid abgelegt hatte.

Hadis Vorgänger Ali Abdullah Salih war am Samstag nach medizinischer Behandlung aus den USA nach Jemen zurückgekehrt. Am Montag soll in Sanaa die offizielle Amtsübergabe zwischen Salih und Hadi stattfinden. Salih hatte sich nach monatelangen Protesten zum Amtsverzicht bereit erklärt. Salih war zuvor 33 Jahre an der Macht.

Mansur Hadi erklärte bei der Amtseid-Zeremonie im Parlament: "Die Wahlen haben Jemen von der Verzweiflung befreit und Hoffnung gegeben." Für den neuen Staatschef Hadi hatten am Dienstag 99,8 Prozent der Wähler gestimmt. Er war allerdings auch als einziger Kandidat ohne Konkurrenten angetreten. Das hatten die bisherige Regierungspartei Allgemeiner Volkskongress und die wichtigsten Oppositionsparteien beschlossen, um einen friedlichen Übergang zu ermöglichen. Hadi soll nur für zwei Jahre als Übergangspräsident im Amt sein. Dann sind erneut Wahlen geplant, bei denen mehrere Kandidaten antreten sollen.

Salih war für eine medizinische Behandlung in die USA gereist. Er hatte bei einem Anschlag Anfang Juni schwere Verletzungen erlitten. Im November kündigte Salih dann offiziell seinen Rückzug aus der Politik an. Im Gegenzug wurden ihm Immunität und Straffreiheit garantiert. Gegen diese Regelung laufen einige Gruppierungen im Jemen seit Monaten Sturm.

Die Proteste in Jemen hatten, motiviert von den Demonstrationen in Ägypten und Tunesien, im Januar 2011 begonnen. Tausende gingen auf die Straße und forderten Salihs Rücktritt.

anr/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
1.
monty_cantsin 25.02.2012
99,8%, das ist ja ein überwältigendes Ergebnis! Davon können CDU und SPD nur träumen, selbst Assad hat das bei seiner "Wahl" nicht hinbekommen und der führt immerhin den Titel "Despot" im Namen. [...]
Zitat von sysopAFPEin schwerer Selbstmordanschlag erschüttert den Jemen - mindestens 26 Menschen sterben, als vor einem Präsidentenpalast im Südosten des Landes eine Bombe detoniert. Zuvor hatte der neue Präsident Mansur Hadi seinen Amtseid abgelegt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817528,00.html
99,8%, das ist ja ein überwältigendes Ergebnis! Davon können CDU und SPD nur träumen, selbst Assad hat das bei seiner "Wahl" nicht hinbekommen und der führt immerhin den Titel "Despot" im Namen. Wahrscheinlich wird das eh wieder zensiert.
2. keinen sinn
terra-x1968 26.02.2012
wenn der westen und die nato davon träumen, jemals in afganistan, ruhe ins land zu bringen, so haben sie das beste beispiel an syrien, iran und jetzt wieder am jemen. der westen wird das nie auch nur ansatzweise in den griff [...]
Zitat von sysopAFPEin schwerer Selbstmordanschlag erschüttert den Jemen - mindestens 26 Menschen sterben, als vor einem Präsidentenpalast im Südosten des Landes eine Bombe detoniert. Zuvor hatte der neue Präsident Mansur Hadi seinen Amtseid abgelegt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817528,00.html
wenn der westen und die nato davon träumen, jemals in afganistan, ruhe ins land zu bringen, so haben sie das beste beispiel an syrien, iran und jetzt wieder am jemen. der westen wird das nie auch nur ansatzweise in den griff bekommen. sie sollten ihre leute aus afganistan abziehen,bevor noch mehr soldaten in die luft gesprengt werden. wenn man so ohnmächtig da steht wie in syrien, aufgrund der strategischen lage, dann muß man halt die lehre daraus ziehen. assad lacht sich doch kaputt über uns westler, dank russland.

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