20.03.2012
Vor Papstbesuch
Kubanische Polizei lässt Dissidentinnen wieder frei
Prominente Dissidentin Bertha Soler: Kämpft für die Rechte politischer Häftlinge
Havanna - Nach ihrer Festnahme am Sonntagmorgen sind die prominente kubanische Dissidentin Bertha Soler und ihre Mitstreiterinnen wieder freigelassen worden. Wenige Tage vor dem Besuch Papst Benedikts XVI. hatte die kubanische Polizei am Sonntag vorübergehend mehr als 70 Mitglieder der Oppositionsgruppe "Damas de Blanco" ("Damen in Weiß") festgesetzt. Bis zum Montag seien mit einer Ausnahme alle wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Wie am Sonntag in Havanna aus Oppositionskreisen verlautete, waren die Dissidentinnen von der Polizei angehalten und abgeführt worden, als sie sich auf den Weg zur Kirche Santa Rita machten. Sie fordern vor allem die Freilassung von Angehörigen, die aus politischen Gründen im Gefängnis sitzen.
Die "Damen in Weiß" hatten in den vergangenen Wochen angesichts des bevorstehenden Papstbesuchs ihre Aktivitäten verstärkt, erst vor wenigen Tagen hatten die "Damas", wie auch andere oppositionelle Gruppen, um ein Treffen mit dem Papst gebeten. Benedikt XVI. dürfte bei seinem Besuch in Kuba auch die Missstände bei religiösen und politischen Rechten im Land zur Sprache bringen.
Die Vereinigten Staaten verurteilten die Festnahmen scharf. "Die stille Würde der Frauen steht in starkem Kontrast zu den Handlungen derer, die die Grundbedürfnisse der kubanischen Bevölkerung blockieren", erklärte das Weiße Haus in Washington. Präsident Barack Obama und die US-Bevölkerung stünden weiterhin hinter der Protestgruppe.
Die "Damas" hatten sich 2003 nach der Festnahme und Verurteilung von 75 Dissidenten gegründet. Seitdem veranstalten die weiß gekleideten Frauen jeden Sonntag nach dem Gottesdienst in Santa Rita einen friedlichen Protestmarsch, um unter anderem die Freilassung der politischen Häftlinge zu fordern.
bos/dpa/dapd