19.04.2012
Wahlkampf in Frankreich
Le Pen vergleicht Sarkozy-Rede mit Nazi-Aufmarsch
Jean-Marie Le Pen mit Tochter Marine: Vergleich von Sarkozy-Auftritt mit Nazi-Zeit
Paris - Der französische Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hat die große Wahlkampf-Kundgebung von Präsident Nicolas Sarkozy am vergangenen Sonntag mit den Nazi-Aufmärschen in Nürnberg verglichen. "Ich habe neulich, als ich den Platz gesehen habe, geglaubt, dass das Nürnberg sei", sagte der 83-Jährige am Donnerstag dem Sender LCP.
Bei der Wahlkampf-Veranstaltung Sarkozys hatten sich nach dessen Angaben rund 120.000 Anhänger auf dem Place de la Concorde in Paris versammelt. Le Pen brachte auch Sarkozys Initialen "NS" direkt in Verbindung mit der gängigen Abkürzung NS für den Nationalsozialismus.
In Frankreich findet am Sonntag die erste Runde der Präsidentenwahl statt, bei der auch Le Pens Tochter, Marine Le Pen, als Kandidatin antritt. Laut Umfragen liegt sie derzeit zwischen 14 und 17 Prozent. Ihr Vater, der Gründer der rechtsextremen Partei Front National (FN), hatte im Jahr 2002 bei der Präsidentschaftswahl überraschend den Einzug in die Stichwahl geschafft und erst dann gegen Jacques Chirac verloren.
Jean-Marie Le Pen stand bereits mehrfach wegen rassistischer oder antisemitischer Äußerungen vor Gericht. Die Gaskammern in den NS-Konzentrationslagern hatte er als "Detail" der Geschichte bezeichnet.
Sarkozy büßt in Umfrage ein
Für Sarkozy sieht es laut einer neuen Umfrage bei der Präsidentschaftswahl nach einer Niederlage gegen seinen Herausforderer François Hollande von den Sozialisten aus. Nach einer am Donnerstag von der Zeitung "Le Figaro" veröffentlichten Erhebung von OpinionWay liegen Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer François Hollande für die ersten Runde am Sonntag gleichauf bei 27,5 Prozent.
In der Stichwahl am 6. Mai kann Hollande aber mit einem deutlichen Sieg von 55 zu 45 Prozent rechnen. Damit ist der Vorsprung Hollandes um zwei Punkte gewachsen. Hoffnung setzt Sarkozy noch auf die vielen Unentschlossenen: 23 Prozent wissen laut der OpinonWay-Umfrage noch nicht, für wen sie stimmen werden.
fab/AFP/dapd