23.04.2012
Aktuelle Umfrage
Hollande würde Sarkozy auch in Stichwahl besiegen
Sozialist Hollande: Umfragen sagen Sieg in Stichwahl voraus
Paris - Eine deutliche Mehrheit der Franzosen will in der zweiten Runde der Präsidentenwahl für Sarkozy-Herausforderer François Hollande stimmen. Nach Umfrageergebnissen kann der Sozialist am 6. Mai auf einen Ergebnis von 56 Prozent hoffen. Nur 44 Prozent der befragten Franzosen gaben an, in zwei Wochen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy ihre Stimmen geben zu wollen. Die Umfrage wurde direkt nach dem ersten Wahlgang an diesem Sonntag per Telefon vom Institut CSA für französische Medien wie den TV-Sender BFM gemacht.
Nach am späten Abend veröffentlichten Hochrechnungen gewann Hollande die erste Abstimmungsrunde mit 28,6 Prozent und liegt damit rund anderthalb Prozentpunkte vor Sarkozy.
Den größten Wählerzustrom kann Hollande in der zweiten Runde von Anhängern des Linksfront-Kandidaten Jean-Luc Mélenchon erwarten. 91 Prozent dessen Wähler gaben an, in der zweiten Runde für den 57 Jahre alten Sozialisten stimmen zu wollen. Nicolas Sarkozy (57) kann hingegen auf zahlreiche Anhänger der rechtsextremen Front-National-Chefin Marine Le Pen zählen. Sie wollen am 6. Mai zu 52 Prozent für den konservativen Amtsinhaber stimmen. Hollande bevorzugen nur 27 Prozent der Le-Pen-Wähler.
Noch am Sonntagabend umwarb Sarkozy in Paris die Unterstützer der Front National. "Ich rufe alle, die ihr Vaterland lieben auf, mich zu wählen", appellierte Sarkozy an das nationalistische Lager. Auch inhaltlich ging er erneut auf die Rechtsaußen-Partei zu: Er kündigte an, die Grenzkontrollen zu verschärfen und die Zuwanderung weiter zu begrenzen. Hollande forderte er auf, sich in den kommenden beiden Wochen drei Life-Debatten zu stellen, statt der üblichen einen. "Alles muss debattiert werden, ohne Scheinheiligkeit, ohne Ausweichen ohne Verstecken."
Hollande rief sich zum Favoriten für die Stichwahl aus. Er sei in der besten Situation, die entscheidende Runde zu gewinnen, sagte er vor Anhängern. Hollande kündigte an, "Europa zurück auf den Pfad von Beschäftigung und Wachstum zu führen". Er sei sich bewusst, dass er aus dem Ausland scharf beobachtet werde, sagte Hollande, der angekündigt hatte, bei einem Sieg den Europäischen Fiskalpakt nachzuverhandeln.
anr/dpa/Reuters