27.04.2012
Secret Service
Neue Sex-Vorwürfe gegen Obamas Leibwächter
Mitarbeiter des Secret Service: "Problematische Ausflüge"
Washington - Gegen den wegen eines Sex- und Prostitutionsskandals in die Schlagzeilen geratenen Secret Service werden neue Anschuldigungen erhoben. Der Dienst gehe Vorwürfen nach, wonach Agenten 2011 in einer Strip-Bar in San Salvador mit Prostituierten gefeiert hätten, bestätigte Victoria Nuland, Sprecherin des State Department, am Donnerstag in Washington.
Die Männer sollen in dem zentralamerikanischen Land sehr viel Alkohol getrunken und gegen Bezahlung Sex mit Prostituierten gehabt haben. Der Voraustrupp war in El Salvador, um einen Besuch von US-Präsident Barack Obama Ende März vergangenen Jahres vorzubereiten.
Die jüngsten Anschuldigungen beruhen auf den Aussagen eines anonymen US-Bürgers, der in einem TV-Interview detailliert beschrieb, wie er mit Agenten des Secret Service und Mitarbeitern des Militärs den Strip-Club besucht habe. Laut dem Bericht sollen auch hochrangige Beamte der US-Botschaft in El Salvador "regelmäßige Gäste" des Etablissements gewesen sein.
"Selbstverständlich werden wir das Verhalten unserer Botschaftsmitarbeiter prüfen", erklärte Nuland. Es gebe bislang jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass sie in illegale Machenschaften verwickelt seien.
Glaubhafte Hinweise sollen geprüft werden
Die "Washington Post" berichtete zudem von einem Besuch des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in Argentinien im Jahr 2009. Auch damals sollen die zu seinem Schutz abgestellten Mitarbeiter Strip-Clubs besucht haben. Ein Sprecher des Secret Service sagte am Donnerstag, sein Dienst werde allen "glaubhaften" Hinweisen auf Fehlverhalten seiner Mitarbeiter nachgehen.
Die Untersuchung des Vorfalls sei Teil der umfangreichen Aufarbeitung des Sexskandals in Kolumbien, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Peter Kind. Kürzlich war bekannt geworden, dass ein Voraustrupp des Präsidenten Prostituierte in ein Hotel im kolumbianischen Cartagena gebracht hatte, wo die Männer zur Vorbereitung der Teilnahme von Obama am Amerika-Gipfel Mitte April waren. Zwölf Agenten und zwölf Armeemitarbeiter sollen in den Vorfall verwickelt sein. Neun Agenten verloren deswegen mittlerweile ihre Posten.
Als erste Reaktion gab die Behörde den Secret-Service-Mitarbeitern neue Verhaltensregeln mit auf den Weg: Künftig ist es ihnen verboten, Bürger eines anderen Landes in ihr Zimmer zu lassen oder "problematische Ausflüge" zu unternehmen. Außerdem sollen Sonderoffiziere bei zukünftigen Reisen die Professionalität der Agenten prüfen.
US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano hatte erst am Mittwoch die Vorkommnisse in Kolumbien als Einzelfall bezeichnet. Diese Einschätzung wird sie möglicherweise revidieren müssen.
syd/Reuters/AFP
