Lade Daten...
06.05.2012
Schrift:
-
+

Hollandes Schattenkabinett

Rivalen, Freunde und die Ex

Von Stefan Simons, Paris
Frankreich: Die Equipe von François Hollande
Fotos
REUTERS

Viele fühlen sich berufen, ausgewählt hat der Sozialist bislang noch niemanden: Im Kader von François Hollande, der an diesem Sonntag in der französischen Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy antritt, gibt es schon jetzt Gedränge um die Besetzung von Führungsposten.

Der Vorwurf gehörte zur Standard-Attacke gegen François Hollande: Dem Kandidaten mangele es an Erfahrung in der Exekutive. Das Argument ist umso stichhaltiger, weil es - weitgehend - stimmt. Der langjährige Abgeordnete aus dem ländlichen Corrèze, Präsident des Regionalrats und elf Jahre an der Spitze der Sozialistischen Partei (PS), hat während seiner Politikerkarriere noch nie ein Ministeramt ausgeübt.

Seine Kenntnisse der Machtausübung beschränken sich auf die Mitarbeit im Kabinett des sozialistischen Premiers Lionel Jospin und seine Zeit als "Sherpa" während der Präsidentschaft von François Mitterrand. Der Absolvent der staatlichen Kaderschmiede ENA fungierte seinerzeit als intellektueller Wasserträger, weit unten in der Hierarchie des Elysée.

Unfit für das höchste Amt der Fünften Republik ist er damit freilich nicht. Denn Hollande, ein umsichtiger Netzwerker, hat es verstanden einen Kreis von Spitzenleuten um sich zu versammeln: Er kann dazu aus dem Reservoir der lokalen und regionalen PS-Kader schöpfen, weil die Partei der Honoratioren in den Kantonen, Departements und den meisten Metropolen über eine solide Struktur von Experten, Bürgermeister und Räten verfügt, durchweg mit jahrelanger Regierungsverantwortung.

FOTOSTRECKE

François Hollande: Vom Lückenfüller zum Durchstarter
Das Organigramm seines Wahlkampfteams liest sich daher wie ein Who-is-Who aus Partei und Staatsapparat. Hollande steht bei der möglichen Besetzung von Ministerien eher vor der Qual der Wahl. Ein delikates Abwägen von Qualifikation, internen Kräfteverhältnissen der Parteiflügel ist nötig, ein Tarieren zwischen den Ansprüchen von PS-Promis, regionalen Hierarchien und den Ambitionen der jüngeren Generation.

Wer auf welchem Position spielt, hat Hollande bislang nicht erklärt. Eine Auswahl für die Ministerposten der künftige "Equipe Hollande":

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
1. Zwei auffällige Punkte
aramcoy 06.05.2012
a) ich finde es schon auffällig, dass der ach so "pöse" Sarkozy wohl mit Jean-Pierre Jouyet einen "Sozialisten" als Fachmann für die Finanzmärkte geholt hat. Und das ist wohl nicht der einzige Fachmann, den [...]
a) ich finde es schon auffällig, dass der ach so "pöse" Sarkozy wohl mit Jean-Pierre Jouyet einen "Sozialisten" als Fachmann für die Finanzmärkte geholt hat. Und das ist wohl nicht der einzige Fachmann, den sich Sarkozy überparteilich geholt hatte. Seltsam, der "pöse, pöse" Sarko macht sowas, war er womöglich doch daran interessiert Fachleute mit wichtigen Aufgaben zu betreuen, unabhängig von Parteizugehörigkeit. b) Hollande wird für die Unterstützung der anderen linken Gruppierungen bezahlen müssen, welche Jobs bietet er also den Kommunisten an? Es wird gemunkelt, dass Bayrou, der Zentrist, der plötzlich sein Herz für die Sozialisten entdeckt hat, damit rechnet dafür zum Premierminister ernannt zu werden. Das wären doch Mal etwas mehr als 30 Silberlinge für den Verrat der eigenen Überzeugungen. Ich hoffe nur, dass sich die Franzosen heute bewusst sind was oder wen sie wählen.
2. Wenn die Damen und Herren ...
santaponsa 06.05.2012
... des Schattenkabinetts nicht klug vorausschauend das Staats-Schuldenproblem auf Sicht in den Griff bekommen, werden Ihnen die internationalen Kapitalanleger über immer höhere Schuldzinsen schon zeigen, wo es langgeht. Wir [...]
Zitat von sysopViele fühlen sich berufen, ausgewählt hat der Sozialist bislang noch niemanden: Im Kader von François Hollande, der an diesem Sonntag in der französischen Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy antritt, gibt es schon jetzt Gedränge um die Besetzung von Führungsposten. Das Wahlkampfteam von François Hollande - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,831399,00.html)
... des Schattenkabinetts nicht klug vorausschauend das Staats-Schuldenproblem auf Sicht in den Griff bekommen, werden Ihnen die internationalen Kapitalanleger über immer höhere Schuldzinsen schon zeigen, wo es langgeht. Wir wollen nur hoffen, dass die EZB nicht völlig einknickt und die Finanzierung der ausufernden Staatsschulden in ALLEN Euro-Ländern übernimmt. Wenn es in den nächsten Jahren wirklich "klemmt", werden Politiker jede "Schweinerei"=Inflation absegnen!
3. Wer drängelt wo ??
morpholyte 06.05.2012
Wo bitte herrscht denn Gedränge ?? Der Autor hat für jeden Posten einen Kandidaten genannt und nicht mehrere !! Vielleicht mangelt es ja an qualifizierten Kandidaten !?! Naja, am Ende ist es wie bei uns: Völlig wurscht [...]
Zitat von sysopViele fühlen sich berufen, ausgewählt hat der Sozialist bislang noch niemanden: Im Kader von François Hollande, der an diesem Sonntag in der französischen Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy antritt, gibt es schon jetzt Gedränge um die Besetzung von Führungsposten. Das Wahlkampfteam von François Hollande - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,831399,00.html)
Wo bitte herrscht denn Gedränge ?? Der Autor hat für jeden Posten einen Kandidaten genannt und nicht mehrere !! Vielleicht mangelt es ja an qualifizierten Kandidaten !?! Naja, am Ende ist es wie bei uns: Völlig wurscht wer auf welchem Posten sitzt. Hauptsache stromlinienförmig und folgsam.
4. naja
Nonvaio01 06.05.2012
da sind nur 3 die mir gefallen, und zwar die einzigen unter 60.
Zitat von sysopViele fühlen sich berufen, ausgewählt hat der Sozialist bislang noch niemanden: Im Kader von François Hollande, der an diesem Sonntag in der französischen Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy antritt, gibt es schon jetzt Gedränge um die Besetzung von Führungsposten. Das Wahlkampfteam von François Hollande - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,831399,00.html)
da sind nur 3 die mir gefallen, und zwar die einzigen unter 60.
5. Wahlen und was dann ?
paoloDeG 06.05.2012
Wahlen in der Euro-Zone! In Frankreich, wie in Griechenland und Italien ich sehe nur Incompetenten in der Liste der Kandidaten! Die gesamte Europäische Union ist in großer Bedrängnis! Keiner hat die richtige Lösung um aus der [...]
Wahlen in der Euro-Zone! In Frankreich, wie in Griechenland und Italien ich sehe nur Incompetenten in der Liste der Kandidaten! Die gesamte Europäische Union ist in großer Bedrängnis! Keiner hat die richtige Lösung um aus der Krise zu kommen! Es ist unbedingt nötig eine EU-Führung zu schaffen die imstande ist die gesamte Union aus der Krise zu ziehen! Die EU-Kommission und das EU-Parlament haben sich auch unfähig gezeigt! Schlechte Aussichten für die EU !

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Fotostrecke

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema Präsidentenwahl in Frankreich 2012
RSS
Top

© SPIEGEL ONLINE 2013 Alle Rechte vorbehalten