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08.05.2012
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Qaida-Sprengmeister Ibrahim al-Asiri

Erfinder der Unterhosenbombe

Von Christoph Sydow
Ibrahim al-Asiri: Berüchtigter Bombenbauer der Qaida
REUTERS/ Saudi Interior Ministry

Ibrahim al-Asiri: Berüchtigter Bombenbauer der Qaida

Die US-Behörden vermuten den berüchtigten Bombenbastler Ibrahim al-Asiri hinter dem vereitelten Anschlag auf ein Passagierflugzeug. Den Drohnenangriffen im Jemen ist der Qaida-Mann bislang stets entkommen, doch er hat auch vorgesorgt: Seine Nachfolger hat Asiri offenbar längst ausgebildet.

Das FBI ist sich sicher: Der verhinderte Sprengstoffanschlag auf ein US-Passagierflugzeug trägt die Handschrift der Organisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap). Die Gruppe ist seit Jahren berüchtigt für ihre spektakulären Anschlagsversuche auf westliche Flugzeuge. Verantwortlich dafür ist ihr Bombenbauer, der Saudi-Araber Ibrahim al-Asiri. CIA-Offizielle bezeichnen den 30-Jährigen als "einen der gefährlichsten Männer" des weltweiten Qaida-Netzwerks.

Der Mann war um das Jahr 2003 herum ins Visier der saudi-arabischen Behörden geraten, als er nach dem Einmarsch der US-Armee in den Irak versucht haben soll, sich den Dschihadisten im Zweistromland anzuschließen. Wegen seiner Kontakte zu mehreren Terrorgruppen musste Asiri in Saudi-Arabien eine mehrmonatige Haftstrafe absitzen. Bald nach seiner Freilassung tauchte er 2006 nach einer kurzen Zwischenstation in der Grenzprovinz Asir im Jemen ab, der Heimatregion seiner Familie, und schloss sich Aqap an.

Dort wurde Asiri rasch zum Sprengmeister von al-Qaida. Sein Wissen hatte er sich nach Angaben saudi-arabischer Medien zuvor als Chemiestudent an der König-Saud-Universität in seiner Geburtsstadt Riad angeeignet. Zwar brach er das Studium vor seiner versuchten Irak-Expedition vorzeitig ab, im Umgang mit Sprengstoff zeigt er sich jedoch seit Jahren sehr versiert. Sein Markenzeichen sind Bomben mit dem Sprengstoff Nitropenta (PETN), der auch beim jüngsten Anschlagsversuch eingesetzt worden sein soll.

Seit 2009 führt Saudi-Arabien Asiri auf der Liste der meistgesuchten Terroristen. Im August desselben Jahres baute er eine Bombe, mit der sein jüngerer Bruder Abdullah den stellvertretenden saudi-arabischen Innenminister, Prinz Mohammed Bin Naïf, töten wollte. Der Politiker, der als Architekt des saudi-arabischen Anti-Terror-Programms gilt, empfing Abdullah al-Asiri, weil dieser angeblich der Gewalt abschwören wollte. Bei dem Treffen zündete der Aqap-Mann aber eine Bombe, die er sich zuvor ins Rektum eingeführt hatte. Prinz Naïf überlebte den Anschlag, der Attentäter nicht.

Die USA wollen Asiri töten

Kurz darauf rüstete Ibrahim al-Asiri dann den nigerianischen Islamisten Umar Farouk Abdulmutallab mit einer Bombe aus, die ihm in die Unterhose eingenäht worden war. Mit dem versteckten Sprengsatz wollte der Attentäter Weihnachten 2009 ein Linienflugzeug über Detroit zum Absturz bringen. Sein Anschlagsversuch scheiterte.

Im Jahr darauf versteckte Aqap zwei Sprengsätze in Computerzubehör, schickte sie mit Frachtmaschinen Richtung USA, wo sie über der Ostküste explodieren sollten. Auch dieser Anschlagsversuch wurde vereitelt.

Der jüngste Attentatsversuch, den die US-Behörden nun aufdeckten, passt in dasselbe Muster. Der verwendete Sprengsatz soll eine Weiterentwicklung der Unterhosenbombe darstellen. Die Geheimdienste rätseln, ob Asiri die Bombe selbst bastelte oder ob er sein Wissen mittlerweile an andere Aqap-Kader weitergegeben hat. Letzteres würde die Sicherheitsbehörden im Westen weiter beunruhigen, denn damit wäre die Gefahr, die von der Bombenwerkstatt im Jemen ausgeht, nicht durch die Ergreifung oder Tötung ihres Sprengmeisters gebannt.

Asiri selbst, der im März 2011 vom US-Außenministerium offiziell zum Terroristen erklärt wurde, ist in den vergangenen Jahren zahlreichen Anschlägen auf seine Person entkommen. Mehrfach wurde er nach Drohnenangriffen der US-Armee vorzeitig für tot erklärt, nur um kurz darauf wieder aufzutauchen.

"Asiri will sicherstellen, dass es mehr Leute gibt, die sein Spezialwissen teilen", sagte ein namentlich nicht genannter US-Beamter dem "Wall Street Journal". "Er wird vermutlich eingesehen haben, dass er nicht ewig da sein wird."

Forum

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insgesamt 17 Beiträge
1. Tja, die CIA....
mr_smith 08.05.2012
und andere US-Organisationen lassen sich immerwieder etwas einfallen. Kasperlestheater :)
Zitat von sysopDie US-Behörden vermuten den berüchtigten Bombenbastler Ibrahim al-Asiri hinter dem vereitelten Anschlag auf ein Passagierflugzeug. Den Drohnenangriffen im Jemen ist der Qaida-Mann bislang stets entkommen, doch er hat auch vorgesorgt: Seine Nachfolger hat Asiri offenbar längst ausgebildet. Ibrahim al-Asiri aus Saudi-Arabien ist Bombenbauer von al-Qaida - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832052,00.html)
und andere US-Organisationen lassen sich immerwieder etwas einfallen. Kasperlestheater :)
2.
glen13 08.05.2012
Aus Sicherheitsgründen sollten alle nur noch nackt fliegen. Das würde auch ausschließen, dass radikale Islamisten mit im Flugzeug sind.
Zitat von sysopDie US-Behörden vermuten den berüchtigten Bombenbastler Ibrahim al-Asiri hinter dem vereitelten Anschlag auf ein Passagierflugzeug. Den Drohnenangriffen im Jemen ist der Qaida-Mann bislang stets entkommen, doch er hat auch vorgesorgt: Seine Nachfolger hat Asiri offenbar längst ausgebildet. Ibrahim al-Asiri aus Saudi-Arabien ist Bombenbauer von al-Qaida - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832052,00.html)
Aus Sicherheitsgründen sollten alle nur noch nackt fliegen. Das würde auch ausschließen, dass radikale Islamisten mit im Flugzeug sind.
3. Nicht hinreichend
ted211 08.05.2012
Das reicht nicht aus, um Rektalbomben auszuschließen.
Zitat von glen13Aus Sicherheitsgründen sollten alle nur noch nackt fliegen. Das würde auch ausschließen, dass radikale Islamisten mit im Flugzeug sind.
Das reicht nicht aus, um Rektalbomben auszuschließen.
4. Kein Titel
wll 08.05.2012
Tja, Asiris Bruder hatte sich seine Bombe quasi als Zäpfchen verabreicht. Was wollen Sie jetzt dagegen machen? ;-) Und auch vom rein ästhetischen Standpunkt her hat Ihr Vorschlag so einige Schattenseiten... :-D
Zitat von glen13Aus Sicherheitsgründen sollten alle nur noch nackt fliegen. Das würde auch ausschließen, dass radikale Islamisten mit im Flugzeug sind.
Tja, Asiris Bruder hatte sich seine Bombe quasi als Zäpfchen verabreicht. Was wollen Sie jetzt dagegen machen? ;-) Und auch vom rein ästhetischen Standpunkt her hat Ihr Vorschlag so einige Schattenseiten... :-D
5. Magen auspumpen...!
spon-facebook-515787246 08.05.2012
Und als nächstes kommt dann die "verschluckte Magen-Bombe". Dann müssen alle Passagiere zukünftig zum Magen auspumpen und zur Darmspiegelung. Alternativ darf auch Brechmittel in unbegrenzter Höhe konsumiert werden. Was [...]
Und als nächstes kommt dann die "verschluckte Magen-Bombe". Dann müssen alle Passagiere zukünftig zum Magen auspumpen und zur Darmspiegelung. Alternativ darf auch Brechmittel in unbegrenzter Höhe konsumiert werden. Was die Amis aber immer noch nicht verstanden haben: der internationale Luftverkehr ist nur so sicher wie das schwächste Glied in der Kette. Ergo fliege ich doch als Selbstmordattentäter nicht von einem amerikanischen oder europäischen Hochsicherheitsflughafen, sondern setze mich in Zentralafrika in einen Interkonti-Vogel und zünde mein "bestes Teil" kurz vor Manhatten. Ob in Kenia, Nigeria, Ägypten, Somalia, Tansania oder Zimbabwe. An all sämtlichen Großflughäfen dieser Länder wurde ich noch nie auf potentielle Sprengsätze "gefilzt". Aber ja, wir machen weiter in Panik, denn der nächste Terrorist sitzt schon aufm Klo um die Ecke *BU* ;-)

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