15.05.2012
Bombenanschlag auf Atomwissenschaftler
Iran richtet angeblichen Mossad-Agenten hin
Mutmaßlicher Attentäter Faschi im Gericht: Im Gefängnis in Teheran gehängt
Teheran - Iran hat am Dienstagmorgen einen 24-Jährigen hingerichtet, der nach Ansicht Teherans für die Tötung des Teheraner Physikprofessors Massud Ali Mohammadi verantwortlich ist. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen. Madschid Dschamali Faschi wird bezichtigt, ein Spion des israelischen Geheimdienstes Mossad zu sein.
Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete, der "Mossad-Agent und Verantwortliche der Ermordung unseres Atomwissenschaftlers Massud Ali Mohammadi", sei am Morgen im Evin-Gefängnis in Teheran gehenkt worden.
Mitte Januar 2010 war der Atomphysiker Mohammadi durch die Explosion eines Sprengsatzes vor seinem Haus getötet worden. Die Bombe war an einem Motorrad befestigt. In der Öffentlichkeit war zuvor nichts über eine Verbindung Mohammadis zum iranischen Atomprogramm bekannt gewesen.
Das Revolutionsgericht in Teheran hatte den mutmaßlichen Täter Faschi für schuldig befunden, im Auftrag des Mossad gehandelt und für den Mord 120.000 Dollar entgegengenommen zu haben. Kurz vor dem Prozess wurde im Fernsehen ein Geständnis Faschis ausgestrahlt, in dem er sagte, er sei für die Tat in Israel ausgebildet worden.
Iran wird von mehreren westlichen Regierungen, allen voran von Israel und den USA, verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Entwicklung von Atombomben zu arbeiten. Der Uno-Sicherheitsrat forderte Teheran in mehreren Resolutionen dazu auf, sein Atomprogramm überwachen zu lassen.
Seit der Ermordung Mohammadis wurden in Teheran drei weitere Atomforscher durch Bombenanschläge getötet. Die iranische Führung machte jeweils die USA und Israel dafür verantwortlich. Mehrfach gaben die iranischen Behörden im Zusammenhang mit den Anschlägen Festnahmen bekannt, Dschamali Faschi war bisher der einzige Verurteilte.
heb/dapd/AFP