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15.05.2012
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Ukraine

Gericht verschiebt Prüfung von Timoschenko-Fall

Oppositionsführerin Julija Timoschenko: Revision verschoben
AFP

Oppositionsführerin Julija Timoschenko: Revision verschoben

Der Prozess von Julija Timoschenko zieht sich in die Länge: Das Oberste Gericht der Ukraine hat die Prüfung eines Berufungsantrags vertagt. Der soll nun erst wenige Tage vor dem Finale der Fußball-EM verhandelt werden, das am 1. Juli in Kiew ausgetragen wird.

Kiew - Im Fall der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko hat das Oberste Gericht in Kiew die Prüfung des Urteils auf den 26. Juni verschoben. Kurz nach Beginn der Verhandlung am Dienstag setzte die höchstrichterliche Instanz einen neuen Termin an. Die Staatsanwaltschaft hatte dies wegen Abwesenheit der erkrankten Oppositionsführerin beantragt.

Der neue Termin gebe Zeit für das Studium zusätzlicher Unterlagen, sagte Richter Stanislaw Mischtschenko nach Angaben der Agentur Interfax.

Timoschenkos Verteidigung warf der Justiz dagegen vor, auf Zeit zu spielen. Im Juni findet in der Ukraine und Polen die Fußball-Europameisterschaft statt. Mehrere westliche Politiker hatten angekündigt, der Ex-Sowjetrepublik wegen des umstrittenen Umgangs mit Timoschenko fernzubleiben. Auch die EU-Kommission hatte geschlossen einen Reiseverzicht zur Euro 2012 erklärt. Die EU-Außenminister wollen über einen politischen Boykott der Fußball-EM dagegen erst in letzter Minute entscheiden.

Straßburger Richter sollen das Verfahren prüfen

Europäische Politiker kritisieren den Umgang der ukrainischen Regierung mit Timoschenko. Die Oppositionsführerin sitzt derzeit in Haft, sie war im Oktober 2011 zu sieben Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden. Die 51-Jährige wird seit einigen Tagen im Beisein eines deutschen Arztes in einer Klinik außerhalb des Straflagers in Charkow behandelt. Sie leidet unter mehreren Bandscheibenvorfällen und kann sich deshalb kaum bewegen. Nach einem Hungerstreik habe sich ihr Zustand dank der Therapie inzwischen gebessert, teilten die Behörden mit.

Timoschenko will unter Berufung auf Verfahrensmängel erreichen, dass ihre Haftstrafe aufgehoben wird. Der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow wurde am Dienstag in Brüssel zu politischen Gesprächen erwartet. Er hatte allerdings mehrfach den Westen davor gewarnt, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen.

Der Anwalt Timoschenkos, Sergej Wlassenko, kündigte an, das höchstrichterliche Urteil in Kiew nicht abzuwarten. Er werde den Fall nun direkt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bringen. Die Straßburger Richter können allerdings nur prüfen, ob die Rechte der Politikerin eingehalten wurden.

Der Prozess hatte unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen begonnen, weil Anhänger Timoschenkos vor dem Gerichtsgebäude die Freiheit für die Politikerin verlangten. Die EU und die USA haben das Verfahren als politisch motiviert kritisiert und die Freilassung der Oppositionsführerin gefordert. Bei dem Prozess geht es um Gasverträge, die Timoschenko 2009 mit Russland geschlossen hat - angeblich zum Nachteil der Ukraine.

heb/dpa/dapd

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insgesamt 8 Beiträge
1. war etwas anderes zu erwarten ?
herbert 15.05.2012
Eine Ukraine wo der Präsident und sein ganzer Staatsapparat Stasimässig besetzt ist, wird bestimmt kein grünes Licht geben, für Verhandlungen. Man verlegt es einfach bis kurz vor Beginn der EM und somit ist keine Zeit mehr! [...]
Zitat von sysopDer Prozess von Julija Timoschenko zieht sich in die Länge: Das Oberste Gericht der Ukraine hat die Prüfung eines Berufungsantrags vertagt. Der soll nun erst wenige Tage vor dem Finale der Fußball-EM verhandelt werden, das am 1. Juli in Kiew ausgetragen wird. Ukraine: Gericht verschiebt Prüfung von Timoschenko-Fall - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833244,00.html)
Eine Ukraine wo der Präsident und sein ganzer Staatsapparat Stasimässig besetzt ist, wird bestimmt kein grünes Licht geben, für Verhandlungen. Man verlegt es einfach bis kurz vor Beginn der EM und somit ist keine Zeit mehr! Die europäischen Figuren aus Brüssel sind vermutlich schon da und auch gewisse Staatsoberhäupter. Dies in dem Glauben, der Präsident wird in dem Timoschenkofall positiv einlenken. Der Präsident wird die Unabhängigkeit der Gerichte in der Ukraine loben, dies mit der Begründung, er wolle ja eine Art Hafterleichterung aber die Gerichte wollen nicht. Natürlich hatten die Gerichte vom Präsidenten alle Anweisungen. So oder ähnlich läuft es in der Ukraine ab. Es ist schlicht ein Verbrechen, wenn Politiker diesen Präsidenten dort unterstützen, indem sie dort an der EM teilnehmen. Bitte ganz schnell alle Anträge von der Ukraine für den EU Beitritt in den Ofen werfen und schnell ein Feuer damit machen. Wir brauchen dieses Land nie und nimmer !!!
2.
mr. kritisch 15.05.2012
Betrachten wir den Fall doch einfach mal ganz objektiv: Frau Timoschenko wurde angeklagt, schweren Amtsmissbrauch geleistet zu haben und ist dafür zu einer Haftstrafe von 7 Jahren verurteilt worden. Nun zum subjektiven: [...]
Zitat von herbertEine Ukraine wo der Präsident und sein ganzer Staatsapparat Stasimässig besetzt ist, wird bestimmt kein grünes Licht geben, für Verhandlungen. Man verlegt es einfach bis kurz vor Beginn der EM und somit ist keine Zeit mehr! Die europäischen Figuren aus Brüssel sind vermutlich schon da und auch gewisse Staatsoberhäupter. Dies in dem Glauben, der Präsident wird in dem Timoschenkofall positiv einlenken. Der Präsident wird die Unabhängigkeit der Gerichte in der Ukraine loben, dies mit der Begründung, er wolle ja eine Art Hafterleichterung aber die Gerichte wollen nicht. Natürlich hatten die Gerichte vom Präsidenten alle Anweisungen. So oder ähnlich läuft es in der Ukraine ab. Es ist schlicht ein Verbrechen, wenn Politiker diesen Präsidenten dort unterstützen, indem sie dort an der EM teilnehmen. Bitte ganz schnell alle Anträge von der Ukraine für den EU Beitritt in den Ofen werfen und schnell ein Feuer damit machen. Wir brauchen dieses Land nie und nimmer !!!
Betrachten wir den Fall doch einfach mal ganz objektiv: Frau Timoschenko wurde angeklagt, schweren Amtsmissbrauch geleistet zu haben und ist dafür zu einer Haftstrafe von 7 Jahren verurteilt worden. Nun zum subjektiven: Wenn man sich allein den Kontostand dieser Frau anschaut, kann man den Anschein bekommen, dass dieser Vorwurf passt - ist aber hier nicht maßgeblich! Hier geht es darum, dass Politiker (unterstützt von diversen Medien) anscheinend eine Immunität für Ex-Regiernde haben wollen (wie z.B. auch im ESM...)! Meiner Meinung nach sollten handelnde Personen (kann man auf verschiedenste Gewerke übertragen - nicht nur auf Politiker) für die "geleisteten" Handlungen auch zur Rechenschaft gezogen werden dürfen! Man kann Mist bauen - davor ist niemand gefeit, aber man muss zu diesem auch stehen können und daran scheint es immer mehr zu hapern...
3.
deccpqcc 15.05.2012
ähnlich sehe ich dies auch. es wird ja teilweise argumentiert die straftaten der frau timoschenko seien international nicht anerkannt. nun, sofern es "international" so wäre das politiker für ihre untaten [...]
Zitat von mr. kritischMeiner Meinung nach sollten handelnde Personen (kann man auf verschiedenste Gewerke übertragen - nicht nur auf Politiker) für die "geleisteten" Handlungen auch zur Rechenschaft gezogen werden dürfen! Man kann Mist bauen - davor ist niemand gefeit, aber man muss zu diesem auch stehen können und daran scheint es immer mehr zu hapern...
ähnlich sehe ich dies auch. es wird ja teilweise argumentiert die straftaten der frau timoschenko seien international nicht anerkannt. nun, sofern es "international" so wäre das politiker für ihre untaten nicht zur verantwortung gezogen werden so könnte ich persönlich mich durchaus mit dem gedanken anfreunden dann eben solche straftatbestände ins gesetz aufzunehmen. die forderung an die ukraine, solche schweinereien straflos zu stellen weil sie halt überall straflos sind kann ich dagegen nicht unterstützen. m.e. gehören korrupte politiker hinter gitter und nicht mit ehrensold belohnt !
4. ...
Obi-Wan-Kenobi 15.05.2012
Was hat er davon? Der hat auch schon im Fall Chodorkowski festgestellt, dass seine Verurteilung nicht zu politischen Zwecken war. Würde der EUG für Menschenrechte im Falle Timoschenko gleich entscheiden würde ihre kleine [...]
Zitat von sysopDer Anwalt Timoschenkos, Sergej Wlassenko, kündigte an, das höchstrichterliche Urteil in Kiew nicht abzuwarten. Er werde den Fall nun direkt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bringen. Die Straßburger Richter können allerdings nur prüfen, ob die Rechte der Politikerin eingehalten wurden. Ukraine: Gericht verschiebt Prüfung von Timoschenko-Fall - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833244,00.html)
Was hat er davon? Der hat auch schon im Fall Chodorkowski festgestellt, dass seine Verurteilung nicht zu politischen Zwecken war. Würde der EUG für Menschenrechte im Falle Timoschenko gleich entscheiden würde ihre kleine Marketing-Aktion wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen und ihren Fans würde ganz gewaltig der Wind aus den Segeln genommen, was sich dann sehr ungünstig auf ihren 2. Prozess auswirken kann.
5. Ups
drouhy 15.05.2012
man lese SPON! Dame Schön lässt einen gucken! Nicht etwa der Straftatbestand wird in Zweifel gezogen, nein man beruft sich auf Verfahrensmängel. DAS allerdings lässt tief blicken. Ansonsten ist es wohl auch in [...]
Zitat von sysopDer Prozess von Julija Timoschenko zieht sich in die Länge: Das Oberste Gericht der Ukraine hat die Prüfung eines Berufungsantrags vertagt. Der soll nun erst wenige Tage vor dem Finale der Fußball-EM verhandelt werden, das am 1. Juli in Kiew ausgetragen wird. Ukraine: Gericht verschiebt Prüfung von Timoschenko-Fall - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833244,00.html)
man lese SPON! Dame Schön lässt einen gucken! Nicht etwa der Straftatbestand wird in Zweifel gezogen, nein man beruft sich auf Verfahrensmängel. DAS allerdings lässt tief blicken. Ansonsten ist es wohl auch in demokratischen Ländern üblich, dass der/die Angeklagte bei einer Revision anwesend ist. Wozu also die Aufregung. Zumal die Verlegung ja einen für das demokratisch gewählte "Regime" ungünstig ist. Was den Gang vor europäische Gerichte angeht - dort durfte auch der verurteilte Wirtschaftkriminelle Chodorkowski erfahren, dass er vollkommen zu recht einsitzt und kein Opfer des Systems sondern seiner eigenen Raffgier ist. Die Verbrüderungsszenen einiger westlicher Politiker samt angeschlossener Claqueure mit verurteilten Kriminellen in anderen Staaten lassen da ganz schlimme Gedanken kommen.

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