15.05.2012
Flug nach Berlin
Hollandes Flugzeug vom Blitz getroffen
Paris - Frankreichs neuer Präsident François Hollande hat seine geplante Reise nach Deutschland unterbrechen müssen. Das Flugzeug des Präsidenten sei auf dem Weg nach Berlin von einem Blitz getroffen worden und habe zurück in Richtung Paris fliegen müssen, berichtete der TV-Nachrichtensender BFM am Abend. "Aus Sicherheitsgründen ist es umgekehrt", teilte das französische Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur AFP mit.
Hollande sei am Militärflughafen Villacoublay im Westen von Paris umgehend in eine Ersatzmaschine umgestiegen. Der Präsident sei bei dem Vorfall nicht zu Schaden gekommen.
Die Insassen moderner Flugzeuge sind in der Regel nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs ähnlich wie Autofahrer vor Gefahren durch Blitzschläge sicher. Allerdings können Blitze die Elektronik der Bordinstrumente beeinträchtigen. Der Militärstützpunkt Villacoublay wird in der Regel von Regierungsdelegationen als Start- und Landeplatz genutzt.
Seine Ankunft in Berlin verzögerte sich sich um etwa anderthalb Stunden. Gegen 19.15 Uhr traf er ein.
Es wird erwartet, dass Hollande mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Sparkurs in Europa sowie über seine Forderung nach mehr Wachstumsimpulsen sprechen wird. Eine Neuverhandlung des Fiskalpakts zur Haushaltsdisziplin in Europa lehnt die Bundesregierung allerdings ab. Merkel hatte im Wahlkampf Hollandes Vorgänger, Nicolas Sarkozy, unterstützt.
Der Sozialist war am Dienstagmorgen ins Amt des Staatspräsidenten eingeführt worden. Schon dabei hatte er wenig Glück mit dem Wetter: Bei seiner Fahrt im offenen Auto über den Prachtboulevard Champs-Elysées regnete es in Strömen. Völlig durchnässt legte der Präsidentdann am Grabmal des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder.
Wenige Stunden nach Amtsantritt ernannte Hollande Jean-Marc Ayrault zum neuen Premierminister. Der frühere Deutschlehrer Ayrault war mehrere Jahre Fraktionschef der sozialistischen Partei in der Pariser Nationalversammlung. Er löst den bisherigen konservativen Amtsinhaber François Fillon ab.
fab/AFP/Reuters/dpa