21.05.2012
Libanon
Straßenkämpfe fordern mehrere Verletzte
Straßenkämpfe in Beirut: Gewalt nach Tod eines Assad-Gegners
Beirut - In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind in der Nacht zu Montag die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad eskaliert. Bei Straßenkämpfen wurden mindestens sechs Menschen verletzt. Zuvor war am Sonntag an einem Kontrollpunkt im Norden des Libanon ein sunnitischer Geistlicher und bekannter Gegner des Assad-Regimes von Soldaten erschossen worden. Auch ein Begleiter des Mannes kam ums Leben.
Anhänger des Geistlichen hatten daraufhin aus Protest in Beirut sowie in nördlichen und östlichen Landesteilen Straßensperren aus brennenden Autoreifen errichtet. In dem sunnitischen Viertel Tarik al-Dschadidah in Beirut lieferten sich dann Unterstützer und Gegner des syrischen Regimes heftige Kämpfe. Medienberichten zufolge wurden dabei auch Maschinengewehre und Panzerfäuste eingesetzt. Die Armee schickte Soldaten und Panzer in die betroffenen Gebiete, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Militärführung bedauerte den Tod des Geistlichen und sagte eine Untersuchung des Vorfalls zu. Die Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrisch gesinnten Gruppierungen zählten zu den schwersten seit vier Jahren.
Bereits eine Woche zuvor waren bei Kämpfen zwischen sunnitischen Assad-Gegnern und alawitischen Anhängern des Regimes in der libanesischen Hafenstadt Tripoli mehrere Menschen getötet oder verletzt worden.Die Nato hat einen Einsatz in Syrien abermals abgelehnt. Es gebe "keine Absicht zur Intervention", versicherte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Samstag auf dem Nato-Gipfel in Chicago. Die beste Grundlage zur Lösung des Konflikts sei der Plan des Uno-Sondergesandten Kofi Annan. Dieser müsse endlich vollständig umgesetzt werden. Der Annan-Plan sieht sowohl einen Waffenstillstand vor als auch politische Gespräche.
Am Wochenende waren in Syrien bei einem Anschlag im Osten des Landes viele Menschen getötet worden. Ziel des Anschlags war möglicherweise ein Gebäude des Geheimdienstes. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, explodierte die Bombe in der Nähe mehrerer Geheimdienstniederlassungen und eines Militärkrankenhauses. Wer hinter dem Anschlag steht, ist allerdings unklar. Nach offiziellen Angaben untersuchte eine Gruppe von Uno-Beobachtern den Anschlagsort.
Das Staatsfernsehen sprach von einem "terroristischen" Anschlag. Das Auto sei von einem "Selbstmordattentäter" gesteuert worden, der tausend Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht habe, hieß es. Die Opposition hingegen sieht einen Racheakt der Regierung von Machthaber Assad hinter der Bluttat.
anr/dpa/dapd