21.05.2012
Neue Gewalt in Syrien
Fast 40 Menschen sterben bei Gefechten
Immer wieder wird der Waffenstillstand zwischen den Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und den Kämpfern der Opposition gebrochen. Bei Gefechten am Montag wurden fast 40 Menschen getötet. Laut Menschenrechtlern handelt es bei den Opfern nahe der Hauptstadt Damaskus, in den nordwestlichen Oppositionshochburgen Aleppo und Idlib sowie in der zentralen Stadt Hama um mindestens 22 Soldaten, elf Rebellen und fünf Zivilisten.
Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, wurden bei den Kämpfen auch zahlreiche Panzer und anderes Kriegsgerät zerstört. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht die Bemühungen um ein Ende des Konflikts mittlerweile an einem "kritischen Punkt".
Eigentlich herrscht in Syrien seit Mitte April ein Waffenstillstand, der aber von beiden Seiten nicht eingehalten wird. Mittlerweile halten sich rund 270 Uno-Beobachter in Syrien auf, die Gewalt setzt sich aber trotzdem fort. Uno-Generalsekretär Ban sei "zutiefst besorgt" hinsichtlich eines drohenden allgemeinen Bürgerkriegs in Syrien, erklärte sein Sprecher Martin Nesirky am Montag am Rande des Nato-Gipfels in Chicago.
Zudem beunruhige ihn die Gewalt im Libanon. Dort wurden in der Hauptstadt Beirut am Morgen bei Zusammenstößen von Anhängern und Gegnern der Revolte in Syrien zwei Menschen getötet. Auf die Stadt Tripolis gingen zudem später zwei Raketen nieder, die aber niemanden verletzten. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich "zutiefst besorgt" über die Gewalt im Libanon und rief die Behörden des Landes auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Nato schloss unterdessen eine Militäraktion in Syrien nach dem Vorbild des Einsatzes in Libyen im vergangenen Jahr erneut aus. Das Bündnis verurteile das Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte scharf, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Chicago. Dennoch habe die Nato nicht die Absicht, militärisch in die Syrien-Krise einzugreifen.
Seit dem Beginn der Revolte gegen die autoritäre Führung von Assad vor mehr als einem Jahr wurden Menschenrechtsorganisationen zufolge mehr als 12.000 Menschen getötet. Die andauernde Gewalt in Syrien schürte auch Spannungen im Libanon. Die libanesische Opposition wirft Damaskus vor, im Libanon Chaos stiften zu wollen, um von der eigenen Krise abzulenken.
lgr/AFP