24.05.2012
Attacke in Wasiristan
Zehn Menschen sterben bei Beschuss durch US-Drohne
Pakistan - Im Nordwesten Pakistans sind bei einem US-Drohnen-Angriff nach Angaben von Geheimdiensten am Donnerstag zehn Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich gegen mutmaßliche Islamisten in einem Dorf in Nord-Wasiristan gerichtet, das an der Grenze zu Afghanistan liegt, sagten die pakistanischen Mitarbeiter.
Es ist die zweite Attacke binnen kurzer Zeit. Bereits am Mittwoch waren bei einem Drohnen-Angriff vier Verdächtige getötet worden. Dieser Angriff hatte sich in der Stadt Datta Khel im Stammesgebiet Nord-Waziristan ereignet, hieß es. Die Stadt gilt als Hochburg des extremistischen Haqqani-Netzwerks. Über die Identität der Toten war zunächst nichts bekannt.
Die von Pakistan heftig kritisierten Angriffe mit den unbemannten Flugzeugen sind eine Belastung für die Beziehungen zwischen den Nato-Truppen und der Regierung in Islamabad.
Pakistan blockiert derzeit wichtige Nachschub- und Abzugsrouten aus dem benachbarten Afghanistan und hat zuletzt am Rande des Nato-Gipfels in Chicago seinem Ärger Luft gemacht. Auch die USA sind unzufrieden mit der Zusammenarbeit.
Am Mittwoch hatte ein pakistanisches Gericht einen Arzt zu 33 Jahren Haft verurteilt, weil er dem US-Geheimdienst CIA dabei geholfen hat, vor mehr als einem Jahr Qaida-Chef Osama bin Laden aufzuspüren. Die USA haben den Anführer der radikal-islamischen Organisation in Pakistan getötet, ohne den Militäreinsatz mit der Regierung abzusprechen.
Die Verurteilung zeigt, wie verhärtet die Fronten zwischen den Anti-Terror-Partnern USA und Pakistan sind. Die Tötung zweier Pakistaner durch einen CIA-Söldner im Januar 2011, der Schlag gegen Bin Laden, ohne Pakistan vorher darüber zu informieren, sowie der Luftangriff von US-Kampfhubschraubern auf einen pakistanischen Grenzposten im November, bei dem 24 Soldaten getötet wurden, haben das Verhältnis auf einen Tiefpunkt gebracht.
jok/Reuters
