25.05.2012
Syrien-Konflikt
Rebellen lassen entführte Libanesen frei
Beirut - Drei Tage waren sie in syrischer Geiselhaft, ein erster Versuch der Freilassung war gescheitert. Am Freitag hat es nun geklappt: Syrische Rebellen haben an der Grenze zur Türkei elf verschleppte Libanesen freigelassen. Die Gruppe solle von der Türkei aus in einer Privatmaschine des sunnitischen libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Saad Hariri in die Heimat fliegen, sagte ein Vertreter der syrischen Opposition am Freitag. Sicherheitskreise in Beirut bestätigten die Freilassung.
Die Gruppe libanesischer Schiiten war am Dienstag in der nordsyrischen Stadt Aleppo von Aufständischen entführt worden. Nach Angaben ihrer Angehörigen in Beirut befanden sie sich auf der Rückfahrt von einer Pilgerreise in den Iran, als ihr Bus von den Rebellen überfallen wurde. Die meisten Aufständischen in Syrien sind Sunniten, während sich das Regime von Präsident Baschar al-Assad auf die schiitisch-alawitische Minderheit stützt.
Am Donnerstag war eine Freilassung der Entführten misslungen, weil die syrische Armee das Gebiet, in dem sie festgehalten wurden, unter Feuer genommen hatte, wie der syrische Oppositionsvertreter mitteilte. Das türkische Außenministerium wollte sich in Ankara bisher nicht zu den Berichten äußern.
In den vergangenen Tagen griff der seit Monaten andauernde blutige Konflikt in Syrien verstärkt auf das Nachbarland Libanon über. Sunniten lieferten sich in mehreren Städten Straßenkämpfe mit Alawiten und anderen Anhängern des syrischen Regimes.
aar/dpa/Reuters