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26.05.2012
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Vor Stichwahl in Ägypten

Drittplatzierter beklagt Wahlverstöße

Poster für Hamdien Sabahi (Archivbild): Mursi und Schafik treten in Stichwahl an
AFP

Poster für Hamdien Sabahi (Archivbild): Mursi und Schafik treten in Stichwahl an

Der linke Nationalist Hamdin Sabahi ist bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten ausgeschieden. Vor der Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Muslimbrüder und einem Ex-Militär fordert er nun eine teilweise Neuauszählung - und kündigte eine Klage an.

Kairo - Nach der ersten Runde der ägyptischen Präsidentschaftswahl hat der Kandidat Hamdin Sabahi eine teilweise Nachzählung der Stimmen gefordert und angebliche Wahlverstöße kritisiert. Man habe Hinweise für zahlreiche Unregelmäßigkeiten während der zweitägigen Stimmabgabe gefunden, sagte Sabahis Sprecher, Hossam Munis, am Samstag. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Am Abend äußerte sich Sabahi selbst in Kairo: Er werde Klage bei der Wahlkommission wegen Unregelmäßigkeiten bei dem Urnengang einreichen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP in Kairo.

Aus der ersten Wahlrunde am Mittwoch und Donnerstag waren der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, und der letzte Ministerpräsident des gestürzten Machthabers Husni Mubarak, Ahmed Schafik, als Sieger hervorgegangen. Das berichteten die amtliche Nachrichtenagentur Mena und die Zeitung "Al-Ahram". Die Muslimbrüder hatten am Freitag gemeldet, dass Mursi mit 25,3 Prozent der Stimmen in Führung liege. Schafik kam demnach auf 24 Prozent.

Sabahi soll 22 Prozent der Stimmen bekommen haben. Der linksgerichtete Politiker landete auf dem dritten Platz. Sabahi ist Gründer der sozialistisch-nationalistischen "Partei der Würde" und der einzige Kandidat mit einem klaren linken Profil. Für seine Überzeugungen saß er bereits im Gefängnis. Er trat als unabhängiger Kandidat an und fand viele Unterstützer in der unteren Mittelschicht.

Es wird erwartet, dass die Wahlkommission erst am Dienstag die offiziellen Ergebnisse der ersten Runde veröffentlicht. Wenn wie erwartet keiner der zwölf Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht, findet am 16. und 17. Juni die Stichwahl statt. Der Sieger soll dann am 21. Juni feststehen. Danach will der seit Mubaraks Sturz im Februar 2011 regierende Militärrat die Macht abgeben.

"Es gibt keinen Weg zurück"

Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die Stichwahl haben damit begonnen, um die Wähler der unterlegenen Kandidaten zu werben. Ex-Regierungschef Ahmed Schafik versprach am Samstag eine "neue Ära" für das Land. "Es gibt keinen Weg zurück", sagte Schafik, der 2011 kurz vor dem Sturz von Präsident Husni Mubarak zum Regierungschef ernannt worden war und deshalb bei vielen Anhängern der Demokratiebewegung verhasst ist.

Eine "Rückkehr zum alten Regime" sei nicht möglich, sagte Schafik bei einer Pressekonferenz in Kairo, bei der er den Ägyptern versprach, ihnen ihre "Revolution zurückzubringen" und eine Demokratie zu errichten. "Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen", sagte der frühere Mubarak-Gefolgsmann, der um die Unterstützung seiner Konkurrenten aus der ersten Wahlrunde warb und sie darum bat, zum "Wohle des Landes" mit ihm zusammenzuarbeiten.

Die Muslimbrüder warben unter anderem um die Unterstützung ihres Ex-Mitglieds Abd al-Munem al-Futuh, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. "Wir rufen alle aufrichtigen politischen und nationalen Kräfte dazu auf, sich zusammenzuschließen, um die Revolution zu bewahren und unsere Versprechen an unsere großartige Nation zu erfüllen", erklärten die Muslimbrüder, die sich angeblich noch am Samstag mit möglichen Unterstützern treffen wollten. "Jetzt lautet der Slogan: Das Land ist in Gefahr", sagte Partei-Vize Essam al-Erian.

ore/dapd/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
1. Shafik wäre eine Katastrophe für die Freiheit
bayerinkairo 26.05.2012
Während des Wahlkampfes hatte Shafik Mubarrak als sein Rollenmodell bezeichnet und bedauert, daß die Revolution Erfolg hatte. Er nutzt nun die Angst vor den Moslembrüdern, um das Mubarrak-Regime zurückzubringen - natürlich nun mit [...]
Während des Wahlkampfes hatte Shafik Mubarrak als sein Rollenmodell bezeichnet und bedauert, daß die Revolution Erfolg hatte. Er nutzt nun die Angst vor den Moslembrüdern, um das Mubarrak-Regime zurückzubringen - natürlich nun mit ihm als neuem Pharao. USA, Israel und Saudi Arabien dürften zufrieden sein. Das ägyptische Volk braucht dann eine weitere Revolution.
2. Das Bild ist falsch
bayerinkairo 26.05.2012
es zeigt den Wahlgewinner el-Morsy :D
es zeigt den Wahlgewinner el-Morsy :D
3.
twix-m&m 27.05.2012
Ägypten hat ja wirklich interessante Wahlmöglichkeiten. Das klingt für mich so als könnte man in Deutschland entweder einen Salafisten, einen ehemaligen Vertreter einer deutschen Diktatur - sagen wir Egon Krenz, wobei wie [...]
Zitat von sysopDer linke Nationalist Hamdien Sabahi ist bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten ausgeschieden. Vor der Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Muslimbrüder und einem Ex-Militär fordert er nun eine teilweise Neuauszählung. Abstimmung in Ägypten: Unterlegener Kandidat beklagt Wahlverstöße - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835450,00.html)
Ägypten hat ja wirklich interessante Wahlmöglichkeiten. Das klingt für mich so als könnte man in Deutschland entweder einen Salafisten, einen ehemaligen Vertreter einer deutschen Diktatur - sagen wir Egon Krenz, wobei wie ich weiß die politische Ausrichtung nicht vergleichbar ist - und zuletzt Oskar Lafontaine zum neuen Staatsoberhaupt wählen. Für wen soll man sich da nur entscheiden? Vielleicht haben die Sponforisten einen guten Rat parat. (-:

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