27.05.2012
Afghanistan
Vier Nato-Soldaten sterben bei Bombenanschlägen
US-Soldat in Afghanistan fotografiert Einheimischen: Das Verhältnis ist oft angespannt
Kabul - Bei mehreren Anschlägen sind im Süden Afghanistans vier Nato-Soldaten ums Leben gekommen. Die Männer seien am Samstag durch am Straßenrand versteckte Sprengsätze getötet worden, teilte das Bündnis mit. Nähere Einzelheiten zu den Vorfällen und die Nationalität der Soldaten wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Ein weiteres Mitglied der Nato-Streitkräfte wurde am Freitag bei einem Angriff Aufständischer in Ost-Afghanistan getötet. Auch dazu wurden zunächst keine Einzelheiten bekanntgegeben.
Bei einem der Toten handelt es sich wohl um einen britischen Soldaten, der am Samstag bei einer Explosion in der Region Nahr e Saradsch in der südlichen Provinz Helmand ums Leben kam. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, der Soldat sei in einem Fahrzeug ums Leben gekommen.
In diesem Monat starben in Afghanistan bereits 33 Nato-Soldaten, seit Jahresbeginn waren es 165. Seit Beginn des Afghanistaneinsatzes vor zehn Jahren sind insgesamt 414 britische Soldaten getötet worden. In dem Land am Hindukusch sind derzeit rund 130.000 ausländische Soldaten stationiert. Bis Ende 2014 sollen alle Nato-Kampftruppen abgezogen werden.
Unterdessen erklärte das afghanische Innenministerium, bei einer gemeinsamen Aktion in vier östlichen Provinzen seien am Samstag sechs Aufständische getötet worden. Weitere drei kamen demnach in den Provinzen Helmand und Kandahar ums Leben, als Sprengsätze, die sie am Straßenrand verstecken wollten, vorzeitig explodierten.
Ein weiterer Vorfall spitzt die Lage in der Region zu: Im Osten des Landes kostete ein Nato-Luftangriff nach Behördenangaben acht Mitglieder einer Familie das Leben. Bei den Opfern handele es sich um einen Mann, eine Frau und ihre sechs Kinder, sagte ein Sprecher der Regierung in der Provinz Paktia. Der Angriff habe sich am Samstagabend im Dorf Suri Chail im Bezirk Gurda Saria ereignet. Die Nato kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.
Der Tod von Zivilpersonen, die im Afghanistan-Krieg Opfer der Gewalt zwischen internationalen Truppen und Extremisten werden, gilt als Belastung für die Beziehungen zwischen der Regierung in Kabul und ihren internationalen Partnern. Präsident Hamid Karzai hatte erst kürzlich erklärt, von Nato-Luftangriffen verursachte zivile Todesopfer könnten das gerade unterzeichnete Abkommen über eine strategische Partnerschaft mit den USA untergraben. "Wenn das Leben von Afghanen nicht sicher ist, hat die Unterzeichnung einer strategischen Partnerschaft keine Bedeutung", sagte er.
jbr/afp/dapd