27.05.2012
Präsidentschaftswahl in Ägypten
Drei Kandidaten fechten erstes Ergebnis an
Präsidentschaftskandidat Hamdin Sabahi: Beschwerde gegen erstes Wahlergebnis
Kairo - Zwar soll das offizielle Ergebnis frühestens am Montag bekannt gegeben werden, doch schon die ersten Auszählungsdaten sorgen für Missstimmung bei den Kandidaten im ägyptischen Präsidentschaftswahlkampf. Drei von ihnen haben wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten Beschwerde bei der Wahlkommission eingereicht. Wie das Internet-Portal "alahram.org.eg" am Sonntag unter Berufung auf Kreise in der Kommission berichtete, fochten der Linksnationalist Hamdin Sabahi, der gemäßigte Islamist Abdel-Moneim Abolfotoh und der Islam-Gelehrte Mohammed Selim al-Awa den Urnengang am vergangenen Mittwoch und Donnerstag an.
Sabahi landete den Teilergebnissen zufolge auf Platz drei, er soll 22 Prozent der Stimmen bekommen haben. Er hatte wegen Wahlverstößen bereits am Samstag eine teilweise Neuauszählung der Stimmen gefordert. Auch Abolfotoh, der auf dem vierten Platz landen dürfte, legte Beschwerde bei der Wahlkommission ein. Sein Anwalt sagte, es gebe Beweise, dass Stimmen bereits verstorbener Menschen abgegeben worden seien.
Den ersten Ergebnissen zufolge werden der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, und der letzte Ministerpräsident des gestürzten Machthabers Husni Mubarak, Ahmed Schafik, gegeneinander antreten. Die Stichwahl ist für den 16. und 17. Juni angesetzt. Schafik hatte erklärt, für ihn in einer Provinz abgegebene Wählerstimmen seien nicht ausgezählt worden.
Der Sieger der Wahlen soll am 21. Juni feststehen. Danach will der seit Mubaraks Sturz im Februar 2011 regierende Militärrat die Macht abgeben.
aar/dapd/dpa