31.05.2012
Bürgerkrieg in Syrien
Rebellen stellen Assad Ultimatum
Assad (rechts) im Gespräch mit Annan: 48 Stunden Frist
Beirut/New York - In Syrien droht eine weitere Eskalation des Machtkampfes. Die Rebellen setzten Staatschef Baschar al-Assad am Mittwochabend ein Ultimatum, binnen 48 Stunden den Friedensplan des internationalen Syrien-Gesandten Kofi Annan umzusetzen. Ansonsten wollen sich die Regierungsgegner an keine Zusagen mehr gebunden fühlen. Die Frist laufe am Freitag um 11 Uhr MESZ aus, erklärte Oberst Kasim Saad Eddine von der Freien Syrischen Armee nach Angaben der Opposition im Internet.
Der Oberst erklärte weiter, sollte das Regime nicht einlenken, würden die Oppositionellen Zivilisten, deren Dörfer und Städte verteidigen und beschützen.
Der Friedensplan des früheren Uno-Generalsekretärs Kofi Annan ruft zu einem Ende der Gewalt auf und verlangt einen Abzug der syrischen Streitkräfte und ihrer schweren Waffen aus den Städten, die Freilassung von politischen Häftlingen und den freien Zugang für Hilfsgüter.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen konnte sich trotz des Massakers in Hula nicht auf eine gemeinsame Haltung in der Syrien-Krise festlegen. Alle Seiten zeigten sich zwar entsetzt, dass unter den mehr als hundert Opfern allein 49 Kinder seien. Das Regime in Damaskus wird jedoch weiter von Russland in Schutz genommen.
Syrischer Diplomat tritt aus Protest zurück
Erstmals kündigte ein ranghoher syrischer Diplomat Präsident Assad die Gefolgschaft auf. Der Honorarkonsul im US-Bundesstaat Kalifornien, Hasem Chehabi, trat am Mittwoch zurück und erklärte, nach dem Massaker von Hula sei ein Schweigen nicht mehr zu rechtfertigen. "Man gerät an den Punkt, wo ein Schweigen oder ausbleibendes Handeln ethisch und moralisch inakzeptabel ist", sagte Chehabi dem National Public Radio laut Manuskript.
Syrische Oppositionelle hatten am Mittwoch von einem neuen Massaker berichtet. Sie veröffentlichten ein Video aus der Provinz Deir as-Saur, das die Leichen von 13 Männern zeigt - mit hinter dem Rücken zusammengebundenen Händen. Der Leiter der Uno-Beobachtermission in Syrien, General Robert Mood, bestätigte die Angaben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den 15 Monaten, seit Ausbruch des Konflikts, mehr als 9000 Menschen getötet worden sind.
ler/dpa/Reuters