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01.06.2012
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Massaker von Hula

Uno-Menschenrechtsrat verurteilt Syrien

Beerdigung in Hula: Der Uno-Menschenrechtsrat verlangt eine Untersuchung der Tat
REUTERS

Beerdigung in Hula: Der Uno-Menschenrechtsrat verlangt eine Untersuchung der Tat

Syrien hat jede Verantwortung für das Massaker von Hula zurückgewiesen. Terroristen seien die Täter gewesen. Doch die Weltgemeinschaft glaubt dem Regime nicht. Der Uno-Menschenrechtsrat verurteilte Damaskus in einer Resolution.

Berlin/Damaskus - Russland bleibt stur. Trotz massiver internationaler Kritik an seiner Syrien-Politik stemmt sich Moskau weiter gegen eine Verurteilung des Assad-Regimes. Konsequent stimmte Russland am Freitag auch im Uno-Menschenrechtsrat gegen eine Resolution, mit der die syrische Regierung nach dem Massaker von Hula verurteilt wurde. Präsident Wladimir Putin sagte zwar nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin: "Wir haben uns geeinigt, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Eskalation der Gewalt zu verhindern." Härtere Sanktionen lehnte der Präsident aber zugleich ab.

In der Syrien-Resolution heißt es, die Führung in Damaskus habe ihre Plicht zur Einstellung aller Gewaltakte verletzt. Sie wurde in Genf mit 41:3 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Der Rat fordert eine umfassende unabhängige Untersuchung der Bluttat und Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen. Nur Russland, China und Kuba stimmten mit Nein. Ihre Uno-Botschafter kritisierten den Text als einseitige Schuldzuweisung an die Regierung in Damaskus.

Der Uno-Repräsentant Syriens betonte, seine Regierung trage keine Schuld an dem Massaker. Rebellen hätten versucht, mit dem Massaker die Regierung zu destabilisieren.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Weltgemeinschaft zu einem entschiedeneren Vorgehen im Syrienkonflikt auf. "Wenn die eskalierende Gewalt eines zeigt, dann, dass wir mutigere Schritte benötigen", sagte Ban am Freitag in Istanbul.

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, forderte den Uno-Sicherheitsrat dringend auf, "den Fall Syrien dem Internationalen Strafgerichtshof zu übertragen". Es sei die Pflicht von Staaten, die Schuldigen an derartigen Verbrechen "zu stoppen und zu bestrafen", betonte sie.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die "klare und eindeutige Resolution" aus Genf. "Mit dem Beschluss zur Untersuchung der jüngsten Gräueltaten in Syrien sendet der Menschenrechtsrat das unmissverständliche Signal: Wer Verbrechen wie in Hula zulässt, muss sich vor der internationalen Gemeinschaft verantworten."

"Schreckliche Zustände"

Kanzlerin Merkel betonte in Berlin, sie sei sich mit Putin in der Beurteilung der Lage in Syrien einig: "Es sind dort zurzeit schreckliche Zustände." Sie fügte aber hinzu, dass es hier dennoch "ab und zu" Unterschiede zwischen ihr und Putin gebe. Jeder müsse seinen Beitrag leisten, dass ein Bürgerkrieg verhindert werde. "Wir setzen dabei auf eine politische Lösung", betonte sie.

Putin wies Vorwürfe zurück, wonach Moskau das Assad-Regime mit Waffen unterstützt. Russland liefere keine Waffen an Syrien, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten, beteuerte er. Auch wenn es gute und langjährige Beziehungen zu Damaskus gebe, unterstütze Moskau keine der Konfliktparteien in Syrien. US-Außenministerin Hillary Clinton beharrt jedoch darauf, dass Moskau die syrische Führung mit Waffen an der Macht halte.

Moskau widersetzt sich im Uno-Sicherheitsrat schärferen Sanktionen wie auch einem möglichen Eingreifen der Vereinten Nationen zur Beendigung des Blutvergießens. "Im Großen und Ganzen glaube ich, dass eine politische Lösung gefunden werden kann", sagte Putin.

In Syrien dreht sich inzwischen die Spirale der Gewalt unvermindert weiter. Ein Ultimatum, das ein Rebellenkommandeur dem Regime von Präsident Baschar al-Assad gestellt hatte, lief am Freitag ab, ohne dass die Armee ihre Angriffe auf Wohnviertel beendet hätte.

Aktivisten berichteten, am Freitag seien landesweit mindestens 26 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer gab es den Angaben zufolge in Daria im Umland von Damaskus. Dort sollen die Regierungstruppen zehn Männer erschossen haben. Neun Leichen seien von den Sicherheitskräften fortgeschafft worden, hieß es.

Tausende Menschen folgten am Freitag einem Aufruf zu Protestdemonstrationen im Gedenken an die getöteten Kinder von Hula. In der syrischen Ortschaft waren vor einer Woche mehr als 100 Menschen getötet worden, darunter nach Uno-Angaben 49 Kinder und 34 Frauen. Tausende Menschen flohen nach Angaben des Roten Kreuzes in Todesangst aus der Region.

ler/dpa/AFP

Forum

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insgesamt 13 Beiträge
1. Und wenn es doch die Rebellen waren
sukowsky 01.06.2012
Menschenrechtsrat verurteilt Syrien und wenn es doch die Rebellen waren die das Massaker verursacht haben und die neueren Fakten zeigen es. Der Westen und die Saudis wollen Assad entsorgen. OK, bitte aber nicht die Wahrheit [...]
Menschenrechtsrat verurteilt Syrien und wenn es doch die Rebellen waren die das Massaker verursacht haben und die neueren Fakten zeigen es. Der Westen und die Saudis wollen Assad entsorgen. OK, bitte aber nicht die Wahrheit verfälschen.
2.
bayrischcreme 01.06.2012
Seltsam Die Artikelüberschrift suggeriert, dass Syrien wegen Hula verurteilt worden ist. Im Artikel steht dann aber nur allgemein: "In der Syrien-Resolution heißt es, die Führung in Damaskus habe ihre Pflicht zur [...]
Zitat von sysopSyrien hat jede Verantwortung für das Massaker von Hula zurückgewiesen. Terroristen seien die Täter gewesen. Doch die Weltgemeinschaft glaubt dem Regime nicht. Der Uno-Menschenrechtsrat verurteilte Damaskus in einer Resolution.
Seltsam Die Artikelüberschrift suggeriert, dass Syrien wegen Hula verurteilt worden ist. Im Artikel steht dann aber nur allgemein: "In der Syrien-Resolution heißt es, die Führung in Damaskus habe ihre Pflicht zur Einstellung aller Gewaltakte verletzt. " Nicht in der Resolution erwähnt ist, ob denn auch alle Rebellen ihre Pflicht zur Einstellung aller Gewalt einhalten. (Ist scheinbar nicht so wichtig.) Zu Hula fordert der Rat: "Der Rat fordert eine umfassende unabhängige Untersuchung der Bluttat und Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen." Demnach wird hier noch gar kein Schuldiger benannt.
3. Frage
Bhur Yham 01.06.2012
»Ein Ultimatum, das ein Rebellenkommandeur dem Regime von Präsident Baschar al-Assad gestellt hatte, lief am Freitag ab, ohne dass die Armee ihre Angriffe auf Wohnviertel beendet hätte.« Würde sich die deutsche Regierung von [...]
»Ein Ultimatum, das ein Rebellenkommandeur dem Regime von Präsident Baschar al-Assad gestellt hatte, lief am Freitag ab, ohne dass die Armee ihre Angriffe auf Wohnviertel beendet hätte.« Würde sich die deutsche Regierung von bewaffneten Terroristen ein Ultimatum stellen lassen? Oder gar die amerikanische?
4. ...
Hape1 01.06.2012
Sie sagen es... "Der Menschenrechtsrat hat die seit August 2011 bestehende Untersuchungskommission ausserdem beauftragt, das Massaker in der Stadt Hula zu untersuchen und dem Rat an der nächsten Session, die am 18. Juni [...]
Zitat von bayrischcremeSeltsam Die Artikelüberschrift suggeriert, dass Syrien wegen Hula verurteilt worden ist. Im Artikel steht dann aber nur allgemein: "In der Syrien-Resolution heißt es, die Führung in Damaskus habe ihre Pflicht zur Einstellung aller Gewaltakte verletzt. " Nicht in der Resolution erwähnt ist, ob denn auch alle Rebellen ihre Pflicht zur Einstellung aller Gewalt einhalten. (Ist scheinbar nicht so wichtig.) Zu Hula fordert der Rat: "Der Rat fordert eine umfassende unabhängige Untersuchung der Bluttat und Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen." Demnach wird hier noch gar kein Schuldiger benannt.
Sie sagen es... "Der Menschenrechtsrat hat die seit August 2011 bestehende Untersuchungskommission ausserdem beauftragt, das Massaker in der Stadt Hula zu untersuchen und dem Rat an der nächsten Session, die am 18. Juni beginnt, Bericht zu erstatten. Syrien wurde aufgefordert, Experten einreisen zu lassen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen als Grundlage für eine mögliche Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) dienen. " Untersuchung zu Hula (International, NZZ Online) (http://www.nzz.ch/aktuell/international/untersuchung-zu-hula_1.17139193.html) ...es soll erst untersucht werden und die syrische Regierung ist jetzt schon verantwortlich gemacht. Eine objektive Untersuchung ist doch gar nicht mehr möglich, wenn das "Ergebnis" schon seit Tagen feststeht.
5. ........
Ulfgard 01.06.2012
Denke auch, dass das die Rebellen waren. Assad soll aus religiösen, politischen und strategischen Gründen aus dem Weg geräumt werden, da sind alle Mittel Recht. Russland und China sind diese Methoden natürlich nicht [...]
Zitat von sukowskyMenschenrechtsrat verurteilt Syrien und wenn es doch die Rebellen waren die das Massaker verursacht haben und die neueren Fakten zeigen es. Der Westen und die Saudis wollen Assad entsorgen. OK, bitte aber nicht die Wahrheit verfälschen.
Denke auch, dass das die Rebellen waren. Assad soll aus religiösen, politischen und strategischen Gründen aus dem Weg geräumt werden, da sind alle Mittel Recht. Russland und China sind diese Methoden natürlich nicht unbekannt. Für diese beiden Länder ist eher der startegische Aspekt interessant, also die versteckten Aktionen der USA dort. Ein strategisch geschultes Auge sieht natürlich hinter die Kulissen. Menschenrechte? Seitwann interessiert das einen motivierten Hegemon wie die USA?

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